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Steckt Android in der Krise?

von Reto Hartinger

Was für eine komische Frage. Da eilt Android von Rekord zu Rekord und mit dem Kauf von Motorola hat Google auch das leidigliche Lizenzproblem gelöst. Werfen wir einen zweiten Blick auf die Situation. Das Lizenzproblem ist alles andere als gelöst. Von den Handyherstellern bezahlen neuerdings alle eine Lizenz von mindestens 5 Dollar. Nachdem auch Samsung eingewilligt hat, ist nur noch Motorola übrig geblieben und Apple und Oracle stehen mit aufgehaltener Hand ebenfalls in der Reihe der Mitesser. Seit der (noch nicht bewilligten bzw. vollzogenen) Motorola Übernahme, findet eine Absetzbewegung von Android statt. Todgesagte Tablet und Smartphone Betriebssysteme werden plötzlich wieder interessant. Amazon hat für sein Tablet Fire zwar Android benutzt, aber eine ganz eigene Oberfläche, den eigenen Internet Browser und sein eigenes Ökosystem darübergestülpt. Von Android ist nichts zu sehen. Jetzt soll Amazon sogar an HPs WebOS interessiert sein. Das halte ich für sehr kostspielig. Käme es tatsächlich zum Kauf, würde es zeigen wie stark die Branche heute Android misstraut. Kommt es zu guter Letzt gar nicht zur Motorola Übernahme, wäre das Desaster komplett.

Google kauft Motorola Mobility

von Reto Hartinger

Das Patentegezänkt um Android könnte ein Ende haben. Google kauft Motorola Mobility und steigt damit ins Hardwarebusiness ein. Nun bringt Motorola nicht nur eine gute Distribution ein, sondern auch einige Patente. Vor allem aber muss jetzt Microsoft und Apple gegen Google/Motorola direkt prozessieren.

Mit dem Kauf von Motorola kann Google wie Apple Betriebsystem und Hardware aufeinander abstimmen. Vielleicht sogar auch beim Prozessordesign mitreden. Gleich lange Spiesse um das beste Produkt hervorzubringen. Google kann so auch endlich mit Android direkt Geld verdienen.

Was passiert mit HTC & Co wenn Google einen eigenen Hardwareproduzenten hat? Werden sie Android noch stärker ändern müssen? Werden sie sich vermehrt in Microsofts Arme begeben? Beides. Sie könnten theoretisch im Patentstreit noch geschwächter dastehen. Zugang zum Betriebssystem erhalten sie gegenüber Motorola viel zu spät und müssen die optimale Hardware nachbauen.

Eine Chance für Microsoft doch noch signifikant Marktanteile zu erhalten. Sollte dies nicht aufgehen, kann Microsoft immer noch Nokia kaufen. Dann hätten alle Betriebssysteme ihre eigene Hardware. Der Rest würde zwischen den Fronten aufgerieben.

Für Apple ändert sich kaum etwas, ausser dass Android besser wird. Gerade im Tablet-Bereich ist wohl nur ein Hardware/Software-Anbieter in der Lage mit Apple zu konkurrenzieren.

Auch für Google ist Android nicht mehr gratis

von Reto Hartinger

Google entwickelt ein Produkt welches es daraufhin verschenkt, einzig, damit darauf die Google Suche läuft. Leider ist nicht einmal dies garantiert. Android Lizenznehmer können das Produkt selber ändern und manch ein Handyhersteller hat daraufhin nicht Google sondern Bing als Defaultsuche eingestellt. Für die Handyhersteller ist Android nicht Lizenzfrei, sie drücken für jedes verkauftes Gerät bereits harte Dollars an Microsoft ab und wohl bald auch an Apple. So verdienen an Android alle. Alle? Google wird von Oracle mit einer Patent-Klage eingedeckt und Google muss in teuren Auktionen Patente kaufen, um gegen weitere Klagen geschützt zu sein. Die 600 Nortel-Patente hat ein Konsortium rund um Apple teuer erworben. Ganz einfach weil Apple mit verschiedene Firmen eine Anti-Android Allianz geschnürt hat. Jetzt steht das nächste Patentepaket zur Auktion. Es wird sicher noch teurer. Es könnte sein, dass es für Google so teuer wird, dass Android einfach kein Geschäft mehr ist. Die Anti-Android Allianz kann Google aus dem Geschäft bieten, denn am Schluss werden die Patente vom Konsumenten bezahlt, ausser es gewinnt Google. Gewinnt Google und ist der Preis exorbitant hoch, wird auch Google Lizenzgebühren verlangen oder Android einstellen müssen. Das wäre es der Android Allianz allemal wert, hoch zu pokern. Google wird deshalb jede Patentauktion verlieren und die Anti-Android Allianz wird immer höhere Lizenzgebühren verlangen.

Eine persönliche Genugtung ist diese Entwicklung auf jeden Fall für Steve Jobs. Der damals Apple-Verwaltungsrat und Google CEO Eric Schmidt wusste von Apples iPhone Plänen und hat innerhalb von Google gleichzeitig Android entwickeln lassen. Voila, die Quittung. Vielleicht sollte Larry Page einfach einmal zum Infinite Loop herüberspatzieren und sich bei Steve entschuldigen. Vielleicht könnte dann eine Lösung gefunden werden. Sonst dreht sich das Patentkarusell ewig im Kreis herum. Noch besser wäre natürlich, die USA würden endlich einmal ein anständiges Patentgesetz durchs Parlament bringen. Aber die Herren dort sind ja zurzeit dabei das Land zu ruinieren und wollen dabei nicht gestört werden.

Android wird immer weniger gratis

von Reto Hartinger

Firmen die Android verwenden zahlen bereits bis zu 10 $ Lizenzgebühren pro Gerät. Nein nicht an Google, sondern an Microsoft! Microsoft macht entsprechende Patente geltend. Dazu kommt eine Klage von Apple wegen Patentrechtsverletzung. Auch hier könnte HTC verlieren. Dann drohen allen Android-Nutzern entsprechende Gebühren. Nun hat ein Konsortium zu dem Apple, Ericson und Microsoft gehören, für 2.5 Mio 600 Patente aus der Konkursmasse von Nortel gekauft. Leer ausgegangen ist Mitbieter Google. Das versprichts nichts Gutes für HTC & Co. Viele Firmen können eigene Patente ins Spiel bringen, um sich vor Patentabzocke von Apple und Co zu schützen. Dazu ist Google zu jung und hat wenig Patente. Um das ganz zu umgehen, greifen Microsoft und Apple gar nicht Google an, sondern die Handyhersteller die Android verwenden.

Always logged-in

von Reto Hartinger

Ich bin eigentlich immer in Facebook, Google und Skype eingeloggt und dies auf mehreren Computer, nein, mehreren Devices. Ab und zu kommen noch andere dazu. Nach dem Always on kommt das Always logged-in. Inskünftig kann nur wer immer eingeloggt ist auch von der vollen Kraft des Internets profitieren oder besser gesagt von er Kraft seines Social Graph. Das Internet braucht inskünfitg Identität – dazu muss man eingeloggt sein.

Inskünftig werden wir wohl ständig in 4 – 5 Diensten eingeloggt sein und vielleicht mit dem Handy noch mehr. Es wird also ein Kampf sein, wem wir die Gunst des alwaysälogged-in geben werden. Wahrscheinlich gehören Micrsoft und Apple dazu. Werden sie das alwaysälogged-in auf Betriebssystemebene einführen? Google macht dies mit dem Chrome Computer. Er startet gar nicht auf wenn man sich nicht bei Google einloggt. Weiter gedacht, könnte Google gar den PC gratis abgeben wenn Google dafür die ganze eingeloggte Zeit über Werbung einblenden könnte. Folgt auf Gratis-Software nun die Gratis-Hardware?

Zurück in die Nische

von Daniel Niklaus

Ehrfürchtig betrat ich den Raum, wie beinahe jeden Mittwochnachmittag. Der Raum hatte etwas Mystisches. Auch wenn ich noch nicht wusste, was Feng-Shui ist, für mich war alles perfekt. Wie immer sass Herr Born an seinem Schreibtisch und blickte mit einem Lächeln zu mir rüber. Wohl wissend, dass ich ihn auch dieses Mal nur bestaune, ohne ihn mir leisten zu können. Da stand er. Erhaben, auf einer Empore gleich. Weiss, edel und unerreichbar. Der Apple IIc. Mein erster Traumcomputer. Gekauft habe ich ihn nie, aus demselben Grund, warum mein nächstes Telefon kein iPhone mehr ist.

Vergleichbar zu teuer, bei zu wenig Leistung

Mein erster Computer war dann ein 4 MHz getakteter Schneider CPC6128, der Schlug den Apple IIc in der Grafikleistung, in der Prozessorgeschwindigkeit und im Preis. Wegen diesem Preis/Leistungsvergleich hatte Apple später bei mir immer wieder verloren. Vergleichbar war Apple immer zu teuer. Warum sollte ich einen Mac mit einem veralteten 68000 Prozessor kaufen, wenn ein Acorn RiscPC weniger kostete? Oder warum einen Intel-Macbook der 1’000.- mehr als ein vergleichbares HP Notebook kostete und ebenfalls veraltete Hardware hatte, weil Apple sich wieder einmal zu lange Zeit lies, bis sie ihr Produkt dem Markt anpassten?

Apple wird in der Vielfalt geschlagen

Die Innovationsleistung von Apple in den vergangenen Jahren ist enorm und verdient grösste Bewunderung. Es tut weh, zu sehen, wie sie jetzt von all ihren Mitbewerbern aufgerieben werden. Apple bietet zwei iPhones an. Die Mitbewerber ein Vielfaches. SonyEricsson bringt das Playstation Handy, mit Motorola geht es in die Wildnis, HTC verbessert die Kamera und Samsung setzt auf Power. Die Mitbewerber sind vielfälltiger, leistungsfähiger und günstiger. Apple kann nicht mithalten.

Geschlagen durch die geballte Marketingpower

Es lief schon einmal beim PC so ab. Apple war wohl innovativ und im Premiumsegment, aber gegen die Macht der PC-Anbieter waren sie ein kleiner Fisch. Was will eine Firma ausrichten, wenn ihr Namen wie IBM, Siemens, Nixdorf, Olivetti, Fujitsu, Compaq, Tandy und HP gegenüberstehen? Nichts. Im Handy Markt ist es nicht anders. Heute heissen die Mitbewerber nur anders: HTC, Nokia, Motorola, Samsung, LG, Google, Microsoft, Sony Ericsson.

Das iPhone 4 kaufte ich nicht, weil es kein riesiger Sprung war. Dafür bestellte ich das Samsung Galaxy S II. Schneller dank Dual-Core, leichter, grösserer Bildschirm, UKW-Radio und NFC-Chip. So gehts anscheinend nicht nur mir.

Zeit für Apple, sich wieder in die Nische zu verabschieden.
Bis sie dereinst die Welt verändern. Wieder einmal.

Googles neue Rankingkriterien fast ausgebucht

von Reto Hartinger

Obwohl Lukas Stubers Vortrag zu den neuen Rankringkriterien nur für Internet Briefing Mitglieder ist, ist diese Session fast ausverkauft. Melde Dich jetzt noch rasch an, um Dir die letzten Plätze zu sichern:

Di 3.5. 11.30-14.00  Googles neue Rankringkriterien

Google ändert laufend seine Rankingkriterien um für den Benutzer noch bessere Resultate zu liefern und um die Spamer aus den vorderen Rängen zu buxieren. Mit dem Panda Update gab es zahlreiche Stories über schlechtere Google-Ergebnisse. Content Farmen wie eHow gewinnen oder sind total eingebrochen wie Mahalo. Neu wird Google mit +1 ein eigenes Like einbauen. Was haben Social Medias zukünftig für einen Einfluss auf das Ranking? Welche Chancen hat +1 überhaupt? Die verschiedenen, gescheiterten Social Layers von Google (SearchWiki, SideWiki, Google Notebook etc.) bleiben uns in Erinnerung.

Für Gäste offen ist Lucia Yapis Einführung in das Google Display Netzwerk. Man kann mit Banner und Video gute Erfolge erziehlen – aber gewusst wie:

Di 3.5. 17.30-20.00  Das Google-Display Netzwerk

AdWords-Kampagnen können weit mehr, als nur Anzeigen auf der Google-Suchmaschine zu schalten. Im Display Netzwerk von Google erscheinen neben Textanzeigen auch Banner-, Video- und Rich Media-Anzeigen – und das auf unzähligen Webseiten. Doch wie lassen sich diese vielfältigen Anzeigenformate und die hohe Reichweite konkret zur Erreichung der eigenen Werbeziele nutzen?

Lucia Yapi stellt die diversen Möglichkeiten vor, die Google’s Display Netzwerk für AdWords-Werber in der Schweiz bietet, und gibt nützliche Tipps für die Praxis:
- Wo erscheinen die Anzeigen?
- Wie lässt sich die gewünschte Zielgruppe erreichen?
- Wie können die Anzeigen effizient erstellt und gesteuert werden?
- Welche Tools helfen bei der Erstellung und Optimierung der Kampagnen?

Am Mittwoch in Bern spricht der vormals erste Google Schweiz Mitarbeiter Tom Hanan zu:

Mi 4.5. 17.30-20.00  Mobile als Werbe und Verkaufskanal

Heute gibt es bereits mehr Handys als PCs und mit den Tablets kommen nochmals eine ganz neue Lawine auf uns zu. Thomas Hanan, CEO von Webrepublic, untersucht für uns wie wir die mobilen Geräte als Werbe- und Verkaufskanäle nutzen können:
Warum Mobile als ein Kommunikations-, Lead- und Verkaufskanal wichtig und relevant ist
- Mobile Search und worauf zu achten ist
- Mobile als die Brücke zwischen klassischen und digitalen Medien.
- The Renaissance of the Beetagg
- Mobile beim POS und wie das Handy klassische Retail-Ansätze neu definieren könnte
- Online Werbesysteme wie Admob und iAd
- Mobile Commerce

Google sperrt QuickTime und Java aus

von Reto Hartinger

Skandal – Apple hatte und hat Flash aus dem iOS verbannt. Entwcheidet Apple,  was das Internet können soll bzw. welche Technologie es unterstützt. Flash geriet in die Kriese und eine breite Absetzbewegung begann. Mit Android ist ein Konkurrent da, der dem User eine Alternative gibt und promt werben die Android-Geräte-Herstelle damit, dass ihre Devices Flash unterstützen (ok, dass das so nicht stimmt ist ne ganz andere Geschichte). Apple bekam das böse geschlossene Image, Google das offene, gute.

Google hat aber seine liebe Mühe das Flash-Versprechen einzuhalten und mit 3.0 wird Android geschlossener. Mit Chrome wendet Google das Apple-Ausschliessverfahren nun selbst an. Chrome wird bei jeder Site die QuickTime oder Java einsetzt jedes Mal fragen ob diese Plug-Ins benutzt werden dürfen oder für diese Site immer zugelassen werden. Ziemlich nervtötend. Möglich, dass es wieder eine Absetzbewegung, von diesen beiden Technologien geben wird, denn im Internet will niemand seinen Usern unnütze Hürden in den Weg stellen. Setzt Google nicht selber auch Java in einigen Produkten ein? Musste zu Beginn nicht alles was für Googles Cloudangebot entwickelt wurde, in Java geschrieben sein? Diese Entwickler werden sich freuen. Wird die Chrome Verbreitung darunter leiden?

Die Tablett Lüge

von Reto Hartinger

Apple hat bis Ende 2010 14.8 Mio iPads verkauft und möchte 2011 weitere 40 Mio verkaufen. Über 100 weitere Konkurrenten wollen 2011 Apple mit ihren Tabletts  Konkurrenz machen. Schon gross herausposaunt wieviel sie verkauft haben, hat Samsung. 2 Millionen Stück, was den Apple Marktanteil auf ca 70 % herunter gedrück hätte. Hätte! Samsung hat die 2 Millionen Tabletts an die Händler geliefert, tatsächlich abverkauft wurden fast keine. Der weltweite Handel kann 2 Mio Stück aufnehmen, das haben wir schon bei Windows Mobile 7 Handys gehört. Auch eine grosse Werbekampagne hat aber nicht dazu geführt, dass die Windows Handys Käufer gefunden hat. Der Kanal wird die Nase gestrichen voll haben von unverkäuflicher Ware. Die 99 anderen Tabletts werden es sogar schwer haben, überhaupt in die Regale zu kommen. Wer nicht wie HP über einige Argumente gegenüber dem Kanal und einem eigenen Vertriebsnetz verfügt, wird kaum bis zum Konsumenten dringen. Es wird nochmals massive Werbeanstrengungen brauchen, um auch die Endkunden zu überzeugen.

Schulen und Universitäten

Ein anderer Weg wäre Nischen zu bearbeiten. Zum Beispiel eignet sich ein Tablett hervorragend für Schulungseinrichtungen, die jährlich pro Schüler mehrere Tausend Dollar in Form von Unterrichtsmaterial und Büchern ausgeben, die sich zwecks Amortisation 7 bis 10 Jahre behalten müssen. Ein Tablett könnte da einfacher auf dem neuesten Stand gehalten werden. Apple besetzt diesen Markt schon. Hat eine eigene Abteilung aufgebaut und gibt massive Rabatte.

Verlage ringen nach einer Non-Apple Lösung

Gestrichen die Schnauze voll haben vor allem die europäischen Verlage. Sie prangern Apple an, dass ihnen das App-Vertriebsmodell ihr Business-Modell kaputt macht. Es ist ja zwar schön, dass bei einer App die Distributions und Druckkosten wegfallen, aber wenn bei jedem Verkauf 30 % an Apple abgedrückt werden muss, geht der Vorteil verloren. Zudem können die Verlage mit ihren Kunden keine direkte Geschäftsbeziehung mehr aufbauen worüber sich noch anderes abverkaufen liesse. Auch eine Kombiangebot Print und iPad stösst an seine Grenzen, das Apple immer die hohle Hand aufmacht und die iPad-Version nicht gratis oder massivst verbilligt zulässt. Die Verlage suchen nach einer Alternative. Android-Tabletts können es nicht sein. Zu wirr ist gerade der Formfaktor bei den Android-Geräten und so es nicht sicher ist, dass sie sich am Markt nicht durchsetzen, gleicht die Investition in Android einem Russischen Roulett. Werden die Verlagen in den Apfel beissen (müssen). Auch wenn Apple bis Ende 2011 50 Mio iPads weltweit verkauft hat, gibt es zwei Probleme. Die Stückzahlen in den einzelnen Regionen werden immer noch klein sein und der First-Mover Daily mit einem Abo-Preis von 40 Dollärchen pro Jahr vermiest seinen Konkurrenten die Preise. Daily setzt die Latte. Hoch?

Ist die Daily Kalkulation realistisch?

Das Initial-Investment war 30 Mio und die laufenden Kosten liegen bei 26 Mio jährlich. Bei dieser Burnrate braucht Daily 1 Mio Abos um den Breakeven zu schaffen ohne auf Werbung angewiesen zu sein. Wie lange braucht Daily um auf 1 Mio Leser zu kommen? The Washington Post Print hat 550 000,  The New York Times 913 000 Leser. Daily hat als Firstmover nicht einen regionalen Markt, sondern könnte den gesamten englischsprachigen Markt vereinnahmen. Vor allem so lange, bis die Lokalmatadoren nicht mit valablen Produkten auf den Markt kommen.

Daily schafft es in 2 Jahren

Bei der Lancierung der Sonntagszeitung hat Tamedia eine Summe von 150 Mio angesetz, die sie bereit war auszugeben bis die Sonntagszeitung aus den Roten kommt. Die Sonntagszeitung hat es viel früher geschafft. Murdoch Geldpolster wird grösser sein, aber seine Geduld wird bei 2 Jahen budgetiert sein, der Stecker wird vor 3 Jahren sicher nicht herausgezogen . Das ist zu schaffen. Anders als beim Print, muss er auch keine sprungfixen Kosten befürchten, sollte die Auflage immer grösser werden. Beim Print gibt es eine maximale bzw ideale Auflage, wird diese überschritten, muss nochmals massiv in eine Druckzentrum investiert werden.

Globaler Werbemarkt

Daily wird wohl auch in Sachen Werbung mit Apple gemeinsame Sache machen. Es ist nicht einfach, eine eigene weltweite Werbeplatz-Vertriebsorganisation für eine einzige Publikation aufzubauen. Diese Investition wird Murdoch auch Apple überlassen und Apple verfügt über ein Zugpferd bei seinen Werbekunden, um iAd zu pushen. Für Apple ist es genauso wichtig, dass Daily ein Erfolg wird. Nur damit lassen sich die anderen Verleger züchtigen. Diese formieren sich bereits zu einer Front gegen Apple.

Aufstand der Verleger

An einem Kriesengipfel der Europäischen Verleger wird eine gemeinsame Strategie gegenüber Apple formuliert. Je mehr Verleger an den Tisch sitzen, desto mehr Macht haben sie gegenüber Apple. Denkste. Es wird ihnen bewusst werden, wie klein der gemeinsame Nenner sein wird. Sie werden bei Apple nur in Sachen Herausgabe von Kundendaten und vielleicht noch bei einem Satz unter 30 % vorstellig werden. Eine gemeinsame Vertriebsstruktur für Werbung ist genauso ein Wunschtraum wie ein eigenes Verleger Tablett. Lässt sich Apple darauf ein? Sicher wird es Verleger geben, die mit Google gemeinsame Sache machen. Es wird kaum mehr als 10 Mio Android Tabletts auf dem Markt geben.

Das iPad 2 – ein Gamechanger

von Reto Hartinger

So jetzt wissen wir, was die Apple Konkurrenz als Antwort auf das iPad bereit hält. Es reisst einem richtiggehend vom Hocker. Da sind die 7 Zoll Winzlinge die dafür mit Flash umgehen können und deren Batterie sich bei zwei Mal einatmen entleeren und dann gibt es noch grössere Modelle mit und ohne Kamera. Geil. Aber sie alle kommen trotzdem nicht ganz an das existierende iPad heran und kämpfen noch mit etwelchen technischen Problemen und vor allem mit dem Preis. Sie kommen auch erst dann auf den Markt, wenn Apple das neue iPad 2 ankündigt. Es interessiert also, was das iPad 2 zu bieten hat.

Front- und Back-Kamera?

Macht es Sinn, mit einem so grossen Teil zu fotografieren? Hm, kaum. Ich tippe, dass das iPad sicher eine Frontkamera zum Kommunizieren hat. Facetime und Skype-Telefonate über WiFi sind drin – auch über die GSM-Netze? Das werden die Telco-Anbieter entscheiden müssen. Apple zieht hier mit der Konkurrenz gleich.

Bildschirmgrösse

Sicher 7 Zoll ist handlicher aber doch etwas nahe an den Smartphones dran. Es gibt sicher Leute, die das kleinere Format vorziehen. Apple kommt sicher mit einem Bildschirm in jetziger Grösse. Aber halt. Der neue Bildschirm hat die vierfache Pixeldichte und doppelte Auflösung: 2048×1536. Das iPad hat “fast” die Retina-Display-Qualität die iPhones. Es ist jetzt bereits ein Genuss, Videos auf dem iPad anzusehen. Man stelle sich vor, wie das mit dieser Auflösung und dieser Pixeldichte wird. Damit sehen alle Konkurrenten aus wie Spielzeuge. Am stelle sich den 7 Zoll Konkurrenten gegen den iPad mit doppelter Auflösung vor. Und das bei 200 Franken Preisdifferenz.

Preis

Ich nehme an, dass Apple seiner Tradition gehorchend, den Preis belässt wo er war und einfach mehr Features reinpackt. Die Frage bleibt, wieviele Versionen oder Optionen es geben wird? Gibt es eine Variante ohne Kamera? Kaum. Aber vielleicht geht Apple den iPhone Weg und bietet das alte iPad zu einem Bruchteil des Preises an. Dann sieht die Konkurrenz definitiv alt aus.

Prozessorleistung

Apple braucht einen stärkeren Prozessor. Die neuen Features brauchen deutlich mehr Leistung. Man kann einfach die Taktrate des Prozessors hochschrauben. Dann wird das Ding heisser und die Batterielaufzeit geht in die Knie. Oder man benutzt einen besseren Chip der für die verschiedenen Tasks mit Hardwareoptimierung aufwartet. Der neue A5 oder A8 Prozessor wird die doppelte Leistung bei gleicher Taktrate bringen. Das genügt noch nicht. Das ganze Chipdesign muss verbessert werden. Alles in einem Chip geht nicht mehr. Es wird auf jeden Fall ein Graphik-Chip geben. Das heisst deren 4 die wie einer arbeiten. Die werden etwas die vierfache Leistung des heutigen A4 Chips bringen. Die Entwicklung des A4 Chips hat Apple ca 1 Mia Dollar gekostet. Der nachfolger kostet sicher nochmals so viel und ist wahrscheinlich ein Multiple-Core-Prozessor. Dass Apple die Chips selber entwickelt hat den entscheidenden Vorteil, dass damit auch alle anderen Komponenten beeinflusst werden können. Zum Beispiel die

Batterielaufzeit

Die Frage ist berechtig, ob damit die Batterielaufzeit nicht doch drastisch abnimmt? Apple ist aber bewusst, dass eine hohe Autonomität ein entscheidendes Merkmals dieses Gerätetyps ist. Ich glaube nicht, dass Apple dies aufs Spiel setzt. Baut Apple mehr Batterie ein? Das ginge auf Gewicht und Grösse. Ich erwarte das iPad 2 etwas dünner. Es ist anzunehmen, dass Apple die Konkurrenz auch bei der Batterielaufzeit überflügelt.

Betriebsystem

Amdroid 3.0 sieht gut aus. Das iOs wirkt wie ein holpriger Greis. Multitasking ist schlecht gelöst. Da und bei vielen anderen Punkten muss Apple aufrüsten. Das iOS 4.3 liegt in einer Betaversion vor. Ich gehe einmal davon aus, dass Android 3.0 dass bessere Betriebssystem für Tablett Computer sein wird, da es nur für Tabletts designt ist und elegant daher kommt.

Oekosystem

Android hat was die Apps anbelangt extrem aufgehohlt. Es ist zurzeit in Android mehr Tempo drin als beim iOS. Das kann man aber nicht einfach so auf die Tabletts übertragen. Entwickerl verdienen mit iOS Applikationen immer noch viel mehr Geld aus mit Android Software. Das wird bei den Tabletts noch extremer sein. Verlage werden sich hüten Versionen für den Displaywirrwar zu schreiben. Google versucht zurzeit, dem von Apple und Microsoft bevorguten Videoformat H.264 den Garaus zu machen und verbannt dieses aus Chrome. Naja. Ob das funktioniert? Es geht dabei tatsächlich um die Brauchbarkeit von Tabletts im Web. Sollte niemand das Appleformat unterstützen, sieht der iPad User noch weniger Videos. Es werden die Verlage sein, die dieses Rennen bestimmen. Die meisten Videos der grossen Rechteanbieter wird Apple aus seinem Datencenter selber streamen. In welchem Format aber Newsvideos gestreamt werden, wird entscheidend sein. Ob die Verlage da Google gegenüber Apple den Vorzug geben und sich damit die Chance auf eine iPad-Version ihrer Produkte vergamen?

Werden Filmstudios und Fernsehanbieter ob des neuen Displays endlich in Apples Arme fallen und Streaming ihrer Inhalte zulassen? Google hat es mit GoogleTV versucht und ist gescheitert.

Apple ist sich seines Oekosystems sicher und tritt extrem selbstbewusst auf und hat ipad Gratisversionen in Zusemmenhang mit einem Printabo mit einem klaren Niet abgeschmettert. Der Heilsbringer diktiert die Bedingungen. Ich bin jetzt wieder überzeugt, dass Apple 40, vielleicht sogar 60 Mio iPads im 2011 absetzen kann. Wer wagt es dann, diesen Markt zu ignorieren?

Den Dritten Weg gibt es irgendwie gar nicht. Das Apple-Offering iPad, iTunes, iAd oder Android und dessen Werbeplattform Admob. Und Microsoft? Wer bitte? Und die Verlage selber? Wie das?

Ankündigung und Verfügbarkeit

Das iPad wurde am 27 Januar 2010 angekündigt und  wurde am 12. April asugeliefert. Am 18. Januar veröffentlicht Apple seinen Geschäftsbericht und für den 19. Januar war die Veröffentlchung von Ruport Murdochs iPad only Tageszeitung Daily angekündigt. Dieser Termin ist auf unbestimmte Zeit nach hinten geschoben worden. Ich nehme an, dass das iPad und Daily gleichzeitig angekündigt werden. Steve Jobs wird Daily benutzen, um den Verlegern mächtig Druck zu machen. Kommt Daily mit der neuen Grösse und 2 Wochen gratis, dann wird dies eine ganz ganz grosse Konkurrenz für alle Verlage sein und genau das Druckmittel, das Steve braucht damit es keine iPad-Gratis-Version mit einem Printabo geben kann. Murdoch verliert jeden Tag Geld mit dem das iPad 2 nicht erscheint bzw. sein Daily, denn alles steht bereit.

Das iPad 2 wird ein Gamechanger. Die Inhalteanbieter werden aufspringen müssen. Da liegt die Stärke des Offerings.

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