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iAd, youAd, noAD

von Reto Hartinger

Wie zu erwarten war, bekundet Apple einige Mühe, iAd an den Werber zu bringen. Zwar hat Appel vollmundig erste Erfolge verkündet, nachgekommen ist aber nicht viel. Apple bekundet sogar Mühe, die abgeschlossenen Deals abzuwickeln. Zu mühsam ist es für einige Agenturen,  Apple in den Gestaltungsprozess einzubinden und sich Vorschriften machen zu lassen. Sollten die Werbeauftraggeber spühren, dass iAd nicht abhebt, werden sie sich noch weniger darauf stürzen.

Dabei ist iAd zwar teuer aber auch erfolgreich. Genauso wie für Werbetreibende die sich über eine höhere Klickrate und ein bessere Beachtung als bei Onlinewerbung freuen, wie auch für die App-Entwickler, die mit zulassen von iAd-Werbung Kasse machen können.

Ich selber habe schon auf einige Werbungen auf meinem iPad geklickt. Es hab mich aber noch keine gestalterisch aus den Socken gehauen. Apple macht auch Unterbrecherwerbung. Die stört mich komischerweise viel weniger als auf Internetseiten – vielleicht auch deshalb, weil ich sie tatsächlich wegklicken kann. Auf der Tagesanzeiger App vermisse ich geradezu die Werbung und fürchte mich vor dem Tag, wo diese eine Abogebühr von mir wollen.

Die Bandbreitenschlacht ist eröffnet

von Reto Hartinger

Ich habe es in letzter Zeit immer wieder angetönt, dass es zu einer Schalt um Bandbreite kommt. Via Mobil-Netzerke ist sie schon verloren. Die Mobil-Netze vor allem in Amerika werden der kommenden Streaming-Datenwelle nicht standhalten. Deshalb haben die Carrier bereits die Flatrate abgeschafft.

Jetzt droht dasselbe via Kabel auch noch. Sobald Apple und Google und Co. Musik,  Video, TV und Videotelefonie massiv einsteigen, dann gibt es auch hier einen Kampf um die Bandbreite. Oft ist bereits ein Videochat in Skype mühselig. Will sich ein Anbieter abheben, muss er eine gute Bandbreite garnatieren können. Und genau hier entsteht die nächste Schlacht. Google bringt demnächst ein Musikstreaming Dienst. Gegenüber Apple wird er sich nicht wesentlich vom Inhalt oder in der Programmierqualität abheben – das wird nicht reichen um die Massen begeistern zu können. Deshalb sind Google und Verizon im Gespräch, dass der Google Traffic priorisiert wird. Bye bye Skype,  au revoir iTunes-Cloudservice. Google ist bereit dafür zu bezahlen (Das würde aber vor allem auf dem mobilen Netz Sinn machen, weniger auf dem Landweg).  Bereits nächste Woche wird gemuckelt, stellen Google und Verizon einen solchen Deal vor.

Ein Schlag ins Gesicht der Netzneutralität-Lobby und aller anderen Internetsites. Die Frage die sich mir stellt, müsste oder kann das via Gesetz unterbunden werden? Sollte man das überhaupt?

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Wallstreet glaubt Apple nicht mehr

von Reto Hartinger

Für das 4. Quartal möchte Apple sage und schreibe 47% mehr  Umsatz machen, das heisst satte 18 Milliarden. Apple macht aber schlussendlich immer durchschnittlich 11 % mehr als sie voraussagen. Letztes Quartal lag die Differenz zwischen angesagtem Umsatz und tatsächlich erzieltem Umsatz um 19 % höher. Wallstreet Analysten kalkulieren das in ihren eigenen Schätzungen ein, deshalb müssten diese bei 20 Mia liegen, tun sie aber nicht, sie liegen zwischen 18 und 19,5 Mia. Entsprechend dümpelt die Aktie derzeit im Range von 250-265 Dollar und weit entfernt von den 280 Höchstwert.

Damit ist Apple günstig bewertet denn

- Trotz Antenagate verkauft Apple so viele iPhone 4 wie es produzieren kann.

- Das Antennenproblem ist in den USA ein Problem, im Rest der Welt mit besserer Signalstärke nicht

- Das iPad läuft wie geschmiert. Auch hier kommt Apple mit Produzieren nicht nach und kann weitere Länder nachschieben sollte die Nachfrage einbrechen.

- Notebooks und iPads zusammen, ist Apple zum 3grössten Mobilcomputerhersteller geworden. Das iPad kanibalisiert zwar den Netbook- und Notebook- Markt, aber nicht jener von Apple sondern jener der Konkurrenz. Apple verkauft sogar noch mehr Notebooks, die Konkurrenz weniger.

- Für das Weihnachstgeschäft hat Apple ein weiteres Produkt in petto. Dieses wird wie üblich 3 Tage vor Ende des letzte Quartals (Ende September) auf den Markt kommen. Ein Apple-TV? Das iPhone White? Cloudstreaming?

Heavy iPhone-User trifft iPhone 4

von Daniel Niklaus

Heute nahm ich es in die Hand – das iPhone 4. Ich spielte damit, ich schrieb damit, ich surfte damit. Ich hätte es kaufen können – stattdessen legte ich es zurück.

Kein besseres Display, kein HD-Video, nicht schneller, nicht neu? Oder lief der alte Vertrag noch?

Der Vertrag ist ausgelaufen. Es hatte ein schöneres Display, es leistet HD Videos, es ist schneller und es wäre auch neuer – das iPhone 4. Aber es ist kantig und liegt hässlich in der Hand. Die Auflösung mag wohl besser sein, nur bringt sie beim Surfen nichts. Es ist, wie der Microsoft Mann erkannte, Apples Vista.

Ja, es ist besser als der Vorgänger – aber dennoch hat das iPhone 4 die (hohen) Erwartungen verfehlt.

Die Telcos werden die Leanback-Medien killen

von Reto Hartinger

Die Telcos haben es nie fertig gebracht, mit Mehrwertdiensten Geld zu verdienen oder diese wenigstens für die Nutzer interessant zu machen. Apple hat dies geändert und die neuesten Apple Innovationen werden sie wieder killen.

Der ganze Internet-Traffic wanderts ins mobile Netz

Das iPhone hat schon zu viel Datenverkehr auf den mobilen Netzen geführt, jetzt mit dem iPad und seinen Konkurrenten explodiert die gestreamte Datenmenge auf den mobilen Netzen geradezu. Leanback heisst konsumieren von grossen Datenmengen.

Streaming-Daten wandern in die Cloud und werden von verschiedenen Geräten abgerufen

Apple hat erkannt, dass es für einen Nutzer nichts bringt, wenn er ein und denselben Film oder ein Musikstück zuerst auf den Mac, dann auf den iPod, später auf das iPhone und schlussendlich noch auf den iPad laden soll. Das ist nicht Benutzerfreundlich. Der Apple-User soll ein Video auf dem iPad bestellen können, dort ansehen, dann unterwegs mit dem iPhone weiter schauen (an der Stelle wo er grad war) und im Büro oder zuhause angekommen auf dem Mac (oder PC?) weiterfahen. Alles gestreamt aus der Cloud. Mal via Festnetz, mal via mobile Verbindung.

FaceTime lässt die Netze zusammenkrachen

Noch schlimmer wird es mit FaceTime, wenn plötzlich alle Leute nicht mehr telefonieren sondern Videokonferenzieren.

Flattrate gibts nicht mehr

Damit sich die Telcos schützen, haben sie die Flatrate abgeschafft. Sollen doch die Trottelkunden selber schauen, wie sie ihren Datenverkehr in den Griff bekommen oder eben nicht. Damit ist die Idee gestorben. Zurück zu Feld eins, nichts geht mehr. Die Geräte und die Dienste werden nutzlos.

WiFi Lösung und Killer

Es ist klar, dass der Datenverkehr auf den mobilen Netzen damit extrem zunimmt. Die kommen jetzt bereits nicht mehr nach – vor allem in den USA. Deshalb wird auch FaceTime gar nicht via Mobilenetz angeboten. Der Ausbau der Netze wird sehr teuer sein und zu späht kommen. Eine Lösung wäre, den Traffic über das Festnetz bis zum Verbrauchsort zu führen und dort via WiFi zu  verteilen. Auch das geht zu langsam aber immerhin wohl noch schneller als der Ausbau der Netze.

Skype und FaceTime nagt an den Telcoeinnahmen

Die Telcos geben klein bei. Mit dieser Strategie akzeptieren sie, dass man über WiFi mit Skype und FaceTime gratis wird telefonieren können. Bald wird es über WiFi die viel besseren Telefonielösungen geben als über das mobile Netz. Aber was kümmert das die Telcos mit dem verbleibenden Datenverkehr können sie immer noch genug verdienen, denn wir werden von ihren Netzen abhängig sein.

Alle sind mit dem iPad zufrieden, aber alle nicht ganz

von Reto Hartinger

Vorgestern sass ich auf dem Balkon und wollte diesen Blogpost schreiben. Die Sonne schien direkt auf mein iPad, das auf die dazugehörende Tastatur aufgesteckt war. Damit ist Schreiben auf dem iPad kein Problem ausser, dass das blöde Ding keine Schweizer Tastatur kann. So musste ich ae statt ä schreiben. Das war der ultimative Härtetest für mein iPad. Ich habe ihn als Notebook-Ersatz und nicht als irgendein Leanback-Medium gekauft. Ich wollte auf dem Balkon oder am Pool oder während eines Internet Briefings twittern. bloggen. mailen und facebooken. Dann natürlich auch meine RSS-Feeds lesen. Dazu braucht es ein Bildschirm der direktes Sonnenlicht aushält. Das tat mein iPad nicht schlecht. Der Titel des Blogs war mit ae im Kasten nun sollte der Blogeintrag folgen. Sollte. Jegliches Klicken in das entsprechende Textfeld liess das iPad einfach kalt. Das Formularhandling des iPads (oder des iOS) ist schlicht mangelhaft.

Ok, ich habe gelogen. Das iPad blieb nicht kalt – es meldete sich nach kurzer Zeit mit der Meldung ab “ihr iPad ist zu heiss geworden”. Ha. Fail. Ich kann das iPad also vergessen. Nix mit Pool, nix mit Balkon.

Bin ich jetzt unzufrieden? Ja und nein. Während meiner Ferien habe ich mails durchgeschaut und geschrieben. Das iPad ist handlicher als mein Notebook aber ohne Notebook komme ich vorerst nicht aus. So kommen jetzt zwei statt ein Gerät in die Ferien.

Irgendwie sind alle mit ihrem iPad zufrieden, alle aber nicht ganz. Was man damit wirklich anstellen kann, wird sich erweisen müssen. Betriebssystem und Apps müssen noch mächtig zulegen.

Hier noch eine Umfrage dazu. Bitte begründe Deine Meinung im Kommentar

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Apple verkauft bald auch Fernsehwerbung

von Reto Hartinger

Noch ein Bereich wo Apple Google aushelbet, bei der Werbung. War doch Google der neue Werbestar mit astronomischen Einnahmen und Ambitionen in Print, Radio und TV-Werbung. Doch Google hat Werbung nie wirklich verstanden. Google ist gut wenn es um Verkaufsleadsgenerierung geht. Aber Werbung beschränkt sich nicht auf das. Werbung beinhaltet auch Meinungsbildung und schaffen von Bedürfnissen. Googles Werbeangebote setzen da an, wo der Entscheid zu kaufen schon gemacht ist und es darum geht, auszuwählen wer den Zuschlag erhält. Eine starke Position

Apple versteht mehr von Werbung als Google

Genau das hat die Werbe- und Verlagsbranche in eine tiefe Kriste gestürzt. Aber, da ist ja noch Steve Jobs, der die Branche rettet. Mit iAd wird endlich wieder Displaywerbung gemacht, Bedürfnisse kreiert und Marken positioniert. Ja, genau so wie das die Werber lieben.

Mobilemarkt ist gross, TV-Markt ist noch potenter

Mit dem Einstieg von Apple in den mobilen Werbemarkt hat Apple die Türe aufgestossen für ein neues Gerät. Schon seit 2 Jahren prophezeie ich, dass Apple ein eigenes TV-Gerät auf den Markt bringen wird. TV-Geräte sind aber margenschwach, weshalb Apple nie eingestiegen ist. Mit iAd hat Apple aber einen Trumpf in der Hand, der den Markt viel verheissungsvoller aussehen lässt.

Apples iTV oder der ultimative Fernseher

Apple wird nicht einfach eine Set-Top-Box anbieten, sondern ein formschönes Geräte. Premium natürlich. Eine Schaltzentrale für das Wohnzimmer. Apple vereinigt TV, Spiel-Konsole,  Internet, Musikplayer in einem Gerät. Der iTV ist selbstverständlich ein Recorder der auch noch alle anderen Geräte steuert und weil das iOs darunter liegt, beherrscht der iTV auch Multi-Touch, iApps und spielt iAds ein. Vielleicht kommt die teurere Version des iTV auch mit einer Frontkamera für FaceTime  Videochat und nachdem das iOs auch Multipersonen-Kalender, Fotoalbum, Videobearbeitung beherrscht, würde das heissen, dass dies Quasi ein iMac wäre. Der iMac würde wegfallen oder bekäme ein Upgrade, da ja noch vieles was auf dem MacOs möglich ist, auf dem iOs noch nicht geht.

Launch schon im Augst?

Normalerweise kommen neue iMacs im August, gerade richtig zum Schulanfang. Der iTV kommt im August wenn er en iMac ersetzt oder Ende September  für das Weihnachtsgeschäft.

Apple wird zum Schwergewicht im Werbemarkt

Es ist nicht auszudenken was für ein Gewicht Apple im Werbemarkt erhält, wenn nochmals mehrere Millionen iTVs pro Monat verkauft werden. Was passiert mit den TV-Vermarktern? Was mit der Fernsehwerbung an sich? Ist es für TV-Stationen unter Umständen nicht besser, Unterbrecherwerbung zu reduzieren und stattdessen die interaktiven iAds zuzulassen? Sollten sich durch solche Geräte Harddiscrecorder sowieso durchsetzen, wird genau das zum Problem und zur Lösung. Die TV-Anstalten werden sich mit Apple zusammensetzen (müssen), um die für beide Seiten beste Lösung zu finden. Apple möchte ja das Geschäft für die Inhalteanbieter lukrativ belassen, sich einfach nur – sagen wir 30 % – davon abschneiden.

Mit was uns Apple überraschen wird

von Reto Hartinger

Katastrophe! Alles was Apple nächte Woche präsentieren könnte ist schon auf dem Tisch. Apple kann nicht mehr überraschen. Kann man sich überhaupt vorstellen, dass Steve Jobs die Bühne betritt ohne einen Hype auszulösen? Steve ist im Hollywoodbusiness – er versteht etwas von Dramaturgie. Wenn ich analysiere was passiert ist mit allen Indiskretionen, muss ich sagen, dass diese benützt werden um die Aufmerksamkeit von etwas abzulenken, das Steve aus dem Ärmel  zaubern wird. Steve ist eben auch ein Zauberer. So schauen wir auf das Apple Portfolio um zu sehen, wo er unbedingt etwas machen muss und sehen sofort: iPod. Wenn da nicht eine Innovation stattfindet, dann bricht dieses Geschäft weg. So was könnte das sein?

iPad kostet etwas mehr als 100 Dollar zu produzieren

Wenn ein iPad gerademal 120 Dollar in der Produktion kostet, dann kann Apple die iPod-Preise nicht beliebig hoch halten ohne eine Lücke für einen Konkurrenten aufzutun. Ich denke, dass Apple die ganze iPod Produktelinie überdacht hat. Vielleicht wird es ein iPod geben, das keinen Harddisk mehr aufweist sondern nur noch ein Modem und die Inhalte aus der Cloud streamt. Vielleicht hat ein solches Geräte eine Kamera dienen dem iPad, dem Mac und /oder der Cloud als Inputdevice. Alles ohne ein Kabel anzuschliessen oder sich um Storage kümmern zu müssen. Man wählt einfach aus, wohin die Bilder gespeichert werden sollen. Ein iPod mit Wifi und Bluetooth oder gar noch 3G? Hat deshalb AT&T die Datenpläne erneuert?

Es braucht die Cloud und neue Input-Devices

Apple mit dem iPad das Ökosystem erweitert. Darin bekommt der iPod eine neue Funktion. Der iPod Touch könnte kanibalisiert werden, die kleineren iPods zu teuer. Wieso ihnen nicht eine andere Funktion zuteilen? Es braucht immer noch ein einfaches Musik-Abspielgerät. Was soll ein solches können? Was wäre reduced to the max wichtig? Grösse? Ohne HD könnte es vielleicht sogar nur ans Ohr gesteckt werden. Ich wähle mir vorher eine Playlist in der Cloud oder auf dem iPad aus oder den Typ Musik den ich abgespielt haben will. Das Teil bezieht die Musik über die Cloud oder über ein anderes Apple Gerät, z.B. das iPhone, iPad oder den Mac in der Nähe. Das wäre die Minimalvariante. Man könnte es natürlich auch mit einem Rückkanal ausstatten, dann hätte es ein Micro und es dient gleichzeitig als Eingabegerät, indem es über Sprechanweisungen die obgenannten Geräte steuert oder um Telefon oder Skype-Gespräche z.B. mit dem iPad!!! oder iPhone oder Mac zu führen. Cool oder?

Wird ein iPod mit Kamera zu gross?

Ein grösseres Gerät hat eine Kamera. Da man damit Musik hören kann, wird das teil nicht in einer Tasche sein, sondern angesteckt wie der iPod. Griffbereiter kann man eine Kamera nicht mehr haben. Wie gesagt, vielleicht geht Apple den Weg, dass eine Lowcostversion kein Harddisc mehr hat, vielleicht auch nicht. Kann sein, dass ich die Grössenverhältnisse der Komponenten falsch einschätze. Vielleicht würde sowas zu gross, zu dick, zu schwer um anzustecken. Es braucht ja schliesslich eine Kamera und ein Display. Bringt man das auf die Grösse eines iPods? Könnte ein solches Gerät ohne Display, nur mit einem Sucher auskommen und man schaut sich das Bild auf dem iPad an?

Ich könnte stundenlang über ein Ökosystem und deren mögliche Produkte spekulieren. Hoffentlich habe ich Euch Stoff zum Spekulieren gegeben und die Vorfreude auf Steves Keynote zurückgebracht.

Spiel das Spiel Steve

von Daniel Niklaus

In einem aktuellen FAZ Artikel meinte Woz zu Jobs: «Steve kennt die Regeln, bedient sie und bricht sie, wenn es notwendig ist. Das kann daneben gehen, oder nicht. Doch diese Risikofreude, gepaart mit knallharter Kalkulation im Management, ist sein Geheimnis.»

Schauen wir uns doch einmal näher an, warum Sunrise leer ausging, als das iPhone in der Schweiz startete.

Mehrwert ist das Zauberwort
Warum sollte jemand für sein Apple Notebook 1‘700 Franken mehr ausgeben, als für ein vergleichbares PC-Notebook? Weil für ihn das Apple Notebook einen Mehrwert hat. Dies kann ein messbarer Mehrwert sein: „Ich besitze sonst alles von Apple und muss mich nicht mehr einarbeiten“. Es kann ein gefühlter Mehrwert sein: „Apple ist viel einfacher zu lernen“. Oder es kann ein Ego-Mehrwert sein: „Mit einem Apple-Notebook mache ich mehr Eindruck“. Was auch immer, der Mehrwert entscheidet. Und wenn Steve die Regeln des Spiels kennt, dann kann er gekonnt für Mehrwert sorgen. Manchmal alleine durch Verhandeln.

Warum kein iPhone bei Sunrise?
Zuerst geht es wieder um Macht und bei den Handys liegt die Macht bei den Telefongesellschaften, also der Swisscom, Orange und Sunrise. Nokia, LG, Sony-Ericsson & Co. tun alles, damit ihre Handys von diesen prominent vertrieben werden. Was kann Apple machen, um die Machtverhältnisse umzudrehen? Apple reduziert die Anzahl Spieler. Bevor Apple in die Verhandlungen mit den drei Telefongesellschaften ging, bestimmt Apple die Regeln: „Wir schliessen in der Schweiz nur mit zwei Firmen einen Exklusivvertrag ab“. Damit war Apple auf einmal nicht mehr Bittsteller bei den Dreien, sondern die drei Gesellschaften waren Bitsteller bei Apple. Welcher Telco wollte auf den Start kein iPhone anbieten?
Mit diesem Schachzug schuf Apple auch Mehrwert für die Telcos. Einer der Drei wird leer ausgehen, die anderen beiden würden prominent mit dem iPhone werben können. Auch für den Konsumenten ist dies ein Mehrwert: „Ätschibetsch, ich hab halt ein iPhone. Du mit deiner Telefongesellschaft bekommst keines“.

Swisscom auf Startplatz
Es war zu erwarten, dass Apple mit Swisscom einen Vertrag abschliesst. Als Marktleader musste Apple mit Swisscom starten und Swisscom musste als Marktleader das iPhone haben. Der Kampf war wohl nur zwischen Orange und Sunrise. Als Nummer 3 im Markt hätte Sunrise den grössten Mehrwert mit einem Vertrag gehabt, dennoch bekam Orange den Zuschlag. Eigentlich kein Wunder, wenn Orange richtig verhandelte, verwiesen sie auf die Muttergesellschaft. Orange ist im Besitz der France Télécom, Sunrise im Besitz der dänischen TDC. Die TDC hat etwas mehr als 13 Millionen Kunden, France Télécom über 192 Millionen weltweit. Damit war klar, wer dieses Spiel gewinnt.

Und das iPad?
Bevor sich Apple zu fest in die Macht der Telefongesellschaften begibt, drehten sie das Spiel vorzugsweise um. Statt die Spieleranzahl zu verkleinern: nur noch Orange oder Swisscom. Erweiterte Apple das Spielfeld. Sie brachten den klassischen Detailhandel mit Media-Markt ins Spiel. Ein weiteres Mal sichert sich Apple den längeren Hebel. Denn auf eines dürfen wir uns verlassen, im Media-Markt wird das iPad eine richtig schöne Präsenz erhalten.

Wie Woz sagte: Steve kennt die Regeln, bedient sie und bricht sie, wenn es notwendig ist.

Warum Apple handelt, wie Apple handelt – konkret

von Daniel Niklaus

Renato vom ApfelBlog meinte zum letzten Artikel: ziemlich reisserischer Titel. Schliesslich wird dann keine der Strategien auf Beispiele von Jobs oder Apple aufgezeigt. Nur IBM, Nintendo und Co. Schade.

Dann holen wir das nach und führen näher aus

In erster Linie geht es beim Geschäfte machen immer um Macht. Kauft man in den Ferien einen Teppich, fängt das handeln an. Mit gespielter Gleichgültigkeit signalisiert man: Nö, nicht wirklich, ich muss diesen Teppich nicht haben und die Chancen stehen gut, dass man nochmals 20% Rabatt raus holt. Die Macht liegt beim Käufer, weil er den Teppich nicht kaufen muss. Ganz anders, wenn die Freundin im nächsten Schmuckladen mit glänzenden Augen ruft: „Schatz, dieser Ring ist wunderschön“. Sind die Worte gefallen, ist der Ring gleich 20% teurer, weil der Verkäufer weiss: Jetzt bin ich am längeren Hebel – du lieber Mann – willst ja noch weiter schöne Ferien geniessen.

Beispiel Notebook Kauf
Genauso wird auch im Computer-Geschäft Macht verteilt. Nehmen wir einen Käufer, der sich ein Notebook kaufen will. Entscheidet er sich für einen Apple, gibt er ungleich mehr Macht ab, als wenn er einen PC kauft. Bei Apple hat er genau EINEN Lieferanten. Beim PC kämpfen Dell, HP, Lenevo, Toshiba, Asus und viele mehr um den Kunden. Das führt zu massiv unterschiedlichen Preisen. So schlägt der 17“ 2.53 GHz Apple Rechner mit 2‘899 zu buche (starke Verkäufermacht). Ein vergleichbarer HP Rechner gibt es beim Steg für 1‘199 (starke Käufermacht).

Macht zugunsten Apple
Dieses Spiel versucht Apple auf allen Ebenen zu spielen. Stellen wir uns vor, was passiert wäre, wenn auf dem iPhone Flash funktioniert hätte. Warum hätte man ein App in der eigenen Programmiersprache für das iPhone entwickeln sollen, wenn man es gleich auf Flash entwickeln kann? Es gibt keinen ernsthaften Grund dafür. Zumal ein App in Flash nicht nur auf dem iPhone funktioniert, sondern auch auf dem Android, Windows Mobile und im Internet. Mit dem Zugeständnis von Flash, wäre die Macht bei den Entwicklern gelegen und nicht bei Apple. Mit dem Schachzug Flash auf dem iPhone zu verbannen, hat Apple die Möglichkeit ein Powerspiel aufzuziehen. Entwickler begeben sich in Apples Abhängigkeit. Sie programmieren ein App für das iPhone und nur für das iPhone. Möchten sie es portieren, müssen sie den Aufwand gleich nochmals auf sich nehmen und dazu eine weitere Programmiersprache lernen. Stattdessen „empfiehlt“ Apple auf die sanfte Tour: nutze dein Wissen und entwickle gleich ein weiteres App für das iPhone.

Eine Spirale beginnt zu drehen
Die Verbannung von Flash führt nicht nur zu einer Abhängigkeit des Entwicklers, sondern erhöht auch den Wert des iPhone für den Kunden. Warum? Weil es „exklusive“ Apps gibt. Auf Flash könnte man auch gleich mit einem Android darauf zugreifen. Dazu kann Apple wie Nintendo bei den Apps den Qualitätsstandard „erhöhen“. Durch die Sichtung vor der Veröffentlichung sendet Apple ein deutliches Signal an die Entwicklergemeinde und erhöht dadurch die Qualität der einzelnen Apps. Die Macht bleibt auf Apples Seite und schafft somit für den Kunden hochwertige Apps.

Was passiert, wenn man Entwicklungsumgebungen nicht „sichert“?
Flash wurde oft für nervige Werbung eingesetzt. Es entstanden schwache Websites, die nicht von Google durchsucht werden und es gibt einen Haufen mieser Flash-Spiele. Ist Flash daran Schuld? Überhaupt nicht. Was kann Flash dafür, wenn es viele Entwickler nicht beherrschen? Nichts. Und dennoch hat Flash einen schlechten Ruf. Das kann Apple mit ihrer Strategie nicht passieren. Die Apps erreichen alle einen Minimum-Level. Ist die Programmiersprache von Apple Flash überlegen? Mitnichten. Flash ist gut genug – es ist die Auswahl der Apps, die den Anschein machen, dass Flash unterlegen ist.

Apple setzt wie Nintendo alles daran, alle Partner in eine schwache Verhandlungsposition zu bringen.

  • Weg mit Flash, damit die Entwickler sich in die Macht von Apple begeben
  • Nix mit MP3 und freiem Fileverkehr, damit die Kunden iTunes nutzen (müssen)
  • Einheitspreis für Songs, damit die Musikindustrie schwierig mit Apple verhandeln kann. Apple bleibt immer ein harter Verhandler. Warum? Senken sie bei einem Musikverlag den Preis, müssten sie dies auch bei den Anderen machen und das kostet Apple sehr, sehr viel Geld.

Und jetzt der Chip
IBM hatte all die Jahre ein Preisproblem. Wer einen IBM Rechner kaufte, verglich umgehend die Preise mit den anderen Teilnehmern. Wie im obigen Beispiel ist es richtig Mühsam, wenn die Preise vergleichbar werden. Wie kann Apple den hohen Preis rechtfertigen? Am Besten indem niemand mehr vergleichen kann. Man stelle sich vor, es kommt ein Mac Book mit neuem Apple Chip heraus, dann sieht man nicht sofort auf den ersten Blick, dass es massiv überteuert ist.

Apple TV
Dazu erhält Apple mit dem neuen Chip eine weitere Möglichkeit. Ich gehe davon aus, dass Apple demnächst einen TV bringen wird. Die Versuchung würde nahe liegen, dass Apple gerne ihre Technologie anfängt an andere TV Produzenten zu lizenzieren. Etwas mit dem Apple immer wieder liebäugelte aber nie richtig wagte (Kontrollverlust). Wenn sie jetzt den Chip besitzen, könnten sie dies zum ersten Mal machen, ohne zu grosse Macht zu verlieren. Denn jeder Clone müsste OS X lizenzieren und die Chips bei Apple beziehen. Damit verdient Apple eine schöne Stange Geld, weil die wichtigsten Komponenten in Apples Händen liegen. Die Macht würde bei Apple bleiben, weil sie Intel (Chip) und Microsoft (OS X) in einem vereinen. Jedem Clone wäre in dieser Konstellation klar, ich müsste mich so verhalten, wie es Apple wünscht. Mit den Preisen, mit der Produktqualität und was Apple sonst noch verlangt. Denn wenn Apple einmal sauer auf mich ist, gibt’s keine Chips und kein Betriebssystem…

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