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OnE: Messe, Konferenz und Beratungshilfe

von Reto Hartinger

Eigentlich braucht es ja gar keine Messe. Man kann sich schneller und jederzeit im Internet informieren, möchte man den persönlichen Kontakt, kommen die Anbieter auch gerne zu einem Beratungsgespräch. Es ist auch noch keine Agentur konkurs gegangen, weil sie nicht an einer Messe auftrat. Wieso berichtet die Presse, dass der Hartinger mit seinem Internet Briefing ein so veraltetes Vehikel mitorganisiert?

Sicht der Besucher

Evaluation hat mit Wissen und Spüren etwas zu tun. Man muss sich Wissen aneignen um richtig evaluieren und entscheiden zu können. Dazu sind Referate geeignet. Man kann von den Best Practices Anderer profitieren und Fehler vermeiden. Das ist bares Geld wert. Ist man inspiriert, möchte man auch die möglichen Angebote und Anbieter sowie Umsetzer kennen lernen. Das gehört zum Spüren. Man möchte spüren, ob der potenzielle Partner zu einem passt. Und man kann erste Abklärungen vornehmen ohne sich outen zu müssen.

Sicht der Aussteller

Ich habe Messen als Besucher gehasst, aber als Aussteller geliebt. Da kommt doch tatsächlich ein potenzieller Kunde als Bittsteller. Ich muss nicht die Klinke bei ihm putzen, er kommt mit einem Anliegen zu mir. Eine tolle Situation, die man ausnützen sollte. Jetzt habe ich den Wohlfühlgrad in der Hand. Ich habe es in der Hand wie willkommen und aufgehoben sich der Kunde fühlt. Bei einem Beratungsgespräch beim Kunden bestimmt dieser wie stark er den Berater an sich ran lässt. Kommt er zu mir, bestimme ich die Inszenierung, ich kann ihn beraten, bewirten und pflegen. Das kann ich mit Neukunden und mit bestehenden Kunden machen. Aber damit nicht genug. Ich kann im Vorfeld der Messe alle Kunden anschreiben, kann ihnen Anreize geben oder wichtiges Mitteilen ohne dass es Spam ist. Das war auch ein wichtiger Punkt für mich. Ich erhöhe die Anzahl Touchpoints und wenn ich es richtig mache, finde ich heraus wer gerade an welchem Thema dran ist. Unbezahlbar.

Der Erfolg eines Messeauftrittes hängt als vor allem mit der Vorbereitung und wie ich die Kundenbeziehung konzipiere. Wie ich diese Kommunikation inszeniere. Ich helfe Dir gerne mit Tipps.

Die Konferenz

Mit der Konferenz bestimmen wir weitgehend, für welche Themen wir auf welchem Level Besucher anlocken. Auch wenn diese dann nur die Messe besuchen. Die Konferenzthemen, deren Gehalt und Nutzwert bestimmt, was wir von einem Messebesuch erwarten können. Wir müssen also die bestmöglichen Referate anbieten. Dann hat nicht nur der Kongress Erfolg, sondern auch die Messe. Es geht also nicht darum, Messeaussteller ihre Prospekte vorlesen zu lassen, sondern es geht um Nutzwert für Internet-Entscheider. Dafür stehe ich ein. Hier bist Du nochmals gefordert, hast Du einen guten Referatsvorschlag? Fülle das Formular Call for Speakers aus

Die Sicht der Macher

Zum Messeerfolg braucht es auch ein Messeteam das etwas vom Inhalt versteht. Michael von Babo hat immer gute Messen gemacht, weil er die Themen gelebt hat. Ich glaube hier ist es wieder der Fall. Ich verstehe ja einiges vom Internet, aber von E-Commerce versteht Thomas Lang von Carpathia einiges mehr. Er hat die nötigen Kontakte und Wissen um den E-Commerce Bereich inhaltlich bestens zu füllen und die Macher von Blogwerk verstehen Bogging, Medienproduktion und Social Media und dann sollten sich auch die Mitglieder des Internet Briefings einbringen. Wer möchte seinen Bereich einbringen? Zum Beispiel Mobile, Webentwicklung, Outsorcing, Cloud Services, Online Marketing oder Security? Themen gibt es noch genug zu besetzen. Jetzt seid ihr dran. Mach mit bei der OnE, als Mitorganisator, als Aussteller, als Referent oder als Besucher am 9. und 10. Mai in der Messe Zürich.

Kongress

Es wird 2 – 4 Slots gleichzeitig geben. Jeweils von 08.45-12.00 und von 13.00-15.45. Themenblöcke von 3 Stunden mit 3 – 4 Referenten.

Android schlägt Android

von Reto Hartinger

Der Tablet Markt ist ein Schlachtfeld bei dem es bis jetzt nur Tote gegeben hat. Ausser natürlich Apple, der Gegner von allen. Ob basierend auf  WebOS, BlackBerry PlayBook OS oder Android, die Tablet-Hersteller haben hohe Verluste eingefahren. Jetzt musste auch RIM die Lager bei den Händler zurücknehmen und 500 Mio Dollar abschreiben.. Dies kurz vor dem Weihnachtsgeschäft. Wenn überhaupt, liess sich die Hardware nur mit massiven Preisnachlässen verkaufen. Nur Amazon konnte mit seinem Tablet gute Verkaufszahlen liefern. Amazon legt zwar ca 50 Dollar bei jedem verkauften Tablet drauf, verdient aber danach über den Verkauf von Büchern und Software. Der Hohn ist, das Amazon Fire Tablet läuft auf Android, hat aber eine eigene Benutzeroberläche, einen eigenen Browser und einen eignen App-Store. Das ganze Geschäft läuft am Betriebssystemlieferanten Google vorbei. Weil der Fire unter Produktionskosten angeboten wird, kanibalisiert er sogar noch das Geschäft jener Kunden an denen Google etwas verdienen würde. Sollten andere Hersteller diesen Weg auch versuchen, bedeutet das, dass Android zwar gratis aber nicht mehr Open Source sein wird. Dann wird Google  bestimmen wie man Android benutzen darf. Amazon müsste Lizenzen bezahlen oder kann das Betriebssystem nicht mehr upgraden.

Hören Sie auf, jeden Kundenwunsch zu erfüllen

von Daniel Niklaus

Sie haben richtig gelesen: Hören Sie auf, jeden Kundenwunsch zu erfüllen. Spätestens seit dem Siegeszug von Apple ist klar: Die IT-Welt hat sich fundamental verändert. Es sind nicht die neuen Geräte, es ist vielmehr die Apple-Denkweise, die zeigt, wie wir künftig Geschäfte machen sollten.

Glaubt Apple, dass es ein Sicherheitsproblem ist, wenn Sie mit dem iPhone-Browser auf die lokal gespeicherten Fotos zugreifen, dann wird diese Möglichkeit weg gelassen. Für einige mag dies äusserst ärgerlich sein. Apple erspart sich damit tausende Sicherheitsprobleme und Supportanfragen. Viele Dinge, die bei einem PC selbstverständlich sind, funktionieren bei Apple nicht. Funktionen, die 5 Prozent der Benutzer erfreuen, werden ohne mit der Wimper zu zucken gestrichen, weil sie die Handhabung komplizierter machen und Fragen verursachen. Warum sollten Sie nicht auch so denken?

Technikaffine Facebook-Generation, oder?

Junge Leute sind zwar geschickt in der Handhabung von Facebook & Co., verstehen aber trotzdem wenig von Technik. Alles was tiefer als ein simpler Mausklick geht, ist zu kompliziert. Warum sollte man heute auch mehr können? Ein iPad bedient man ja nur mit einem Fingerwisch. So simpel muss doch auch alles andere funktionieren – so lautet heute der Anspruch. Die wenigsten Mitarbeiter wissen aber, was für Konsequenzen die eigenen Wünsche haben. Wenn Sie als Lieferant, Software-Anbieter oder Dienstleister wie eine gute Fee jeden Wunsch erfüllen, erschlagen Sie Ihre Kunden mit immer grösserer Komplexität und höheren Kosten. Das wird sich Ihr Kunde in Zukunft nicht mehr leisten wollen. Und Sie sind aus dem Geschäft.

Wie bringen Sie es dem Kunden bei?

Genügt es, wenn Sie zu Ihrem Kunden einfach nein sagen? Mitnichten. Im Gegenteil. Ihr Job wird anspruchsvoller. Kunden werden sich nicht mit einem simplen Nein zufrieden geben. Damit Sie Ihr Nein akzeptieren, müssen Ihnen die Kunden vertrauen. Nirgends gewinnen oder verlieren Sie mehr Vertrauen, als wenn Kunden Probleme haben. Apple geht darum auch beim Support neue Wege und industrialisierte den gesamten Bereich. Lernen Sie von Apples Supportwebsite. Dort gibt es einen umfangreichen Videobereich zu beinahe jedem Thema. Jedes dieser Videos reduziert den Supportaufwand und macht die Kunden glücklich. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, für die häufigsten Fragen Ihrer Kunden selbst Videos zu erstellen oder auf Youtube zu suchen, ob es schon ein Video dazu gibt? Viele Kundenanfragen können Sie so von vornherein ohne Kosten für Sie und Ihren Kunden erledigen.

Apple geht sogar einen Schritt weiter. In Zukunft müssen Sie sich mit der Genius Bar messen lassen. Apple geht nicht zu den Kunden nach Hause, sondern lässt sie zu sich in die Genius Bar kommen. Vor Ort beraten und schulen ausgewählte Mitarbeiter die Kunden. Sie müssen sich also überlegen, wie weit Sie den gesamten Support Ihres Kunden noch übernehmen können oder ob es alternative Formen gibt, wo auch Sie mit anderen KMU zusammen arbeiten. Auch wenn Sie keine Apple-Produkte verkaufen, dürfen Sie nein sagen. Apples Exzellenz ist nicht das Erfinden von Produkten. Apples Innovationskraft entsteht aus dem Überdenken von Bestehendem. Das können auch Sie! Haben Sie den Mut, und stellen Sie alles in Frage, was Sie bisher gemacht haben. Fangen Sie auf einem weissen Blatt Papier an und überlegen Sie, wie der perfekte Service für Ihre Kunden aussehen sollte. Sie entscheiden, wieviel und welche Art von Support Ihre Kunden in Zukunft noch benötigen. Hören Sie auf, jeden Kundenwunsch zu erfüllen. Damit Ihr Kunde zufriedener ist.

Quelle: Kolumne itmagazine.ch

Wen das Ego dem Geschäftsinteresse im Wege steht

von Reto Hartinger

Firmen haben eine Persönlichkeit, einen Charakter, eine Seele. Dasselbe gilt für deren Produkte. Als Firmeninhaber in Start-up’s muss man genau das sehr gut pflegen. Je früher man damit beginnt desto besser wird die Firma wachsen, werden sich die Mitarbeiter und die Kunden damit identifizieren können. Oft ist es aber so, dass die Start-up’s starke Gründerpersönlichkeiten haben und deshalb die Firmenpersönlichkeit darunter leiden könnte, dann wen der Gründer die Differenz zwischen Firmenwohl und Eigenwohl nicht macht. Gestandene, grosse börsenkotierte Unternehmen haben dieses Problem manchmal auch. Steve Jobs hat den Grundsatz der Firmen- und Produktepersönlichkeit verinnerlicht. Es gab aber auch die Marke Steve Jobs. Beide haben sich beflügelt. Aber quasi an seinem Totenbett hat er etwas gemacht, das er immer allen verboten hat: Er hat Details über kommende Produkte ausgeplaudert. Dieses eine Mal war ihm sein Ego im Wege. Er wollte in seiner Biografie niedergeschrieben haben, dass er der Vater von kommenden Produkte war. Damit man ganz sicher ist, hat er ziemlich viele Details des iTVs ausgeplaudert. Ich hoffe, dass der iTV wirklich sehr bald kommt, sonst hat die Konkurrenz Zeit, einsprachgesteuertes und ein gestengesteuertes Interface zu entwickeln.

Als Leo Apotheker verkündete, dass HP sein PC-Geschäft möglicherweise aufgeben werde, war das an sich ja kein schlechter Gedanke. Er hat ihn aber zu früh ausgesprochen. Dies nur um der Analystengemeinde zu gefallen. Dem Aktienkurs und seinem Image als Stratege zum Wohle. Leider hat er nicht abgeklärt zu welchen Bedingungen das zu haben ist. Es hat einfach im Moment gut getönt. Dass das PC-Geschäft Synergien hat, welche Optionen in Frage kommen, schliessen, verkaufen, splitten, Management buy out etc, hat er nicht abgeklärt. Aber im Zuge seiner Aussagen wurden gleich Leute aus dem Tablet-Team entlassen, obwohl genau das WebOS am besten hätte verkauft werden können. Die Aussage war eine Operation am offenen Herzen. Die muss schnell gehen, sonst verblutet der Patient – ja der ganze, es stirbt nicht nur das Herz. Ein schlagkräfitges selbständiges PC-Geschäft wäre stärker gewesen als eine, in den Augen des Vorstandes, Spielzeugabteilung die zuwenig Marge bringt und damit zu wenig Fokus des Managements bekommt.

Ein Manager der heutzutage eine Firma ruiniert, sei dies nur mittels einer Bemerkung, wird hochstenfalls ohne Beifall, aber mit einer hohen Abfindung entlassen. Ihm hinterher gehen oft Mitarbeiter, ohne Sozialplan.

Internet Briefing Developer Konferenz

von Reto Hartinger

Jedes Jahr mache ich eine Entwickler Konferenz mit den brennensten Themen und besten Referenten. Da hoffe ich, dass ich es diesmal auch getroffen habe. Mein Augenmerk ist dabei, dass man zum Teil Techniken lernt – wie z.B. den Code in ganz kleine Stücke zu teilen die miteinander sprechen (das müssen heute alle drauf haben die Programme in der Cloud stellen wollen) , neue Best Practicies wie z.B. Wie man robuste Web-Applikationen bauen oder Erfahrungberichte wie z.B. HTML5, da wird ja meist nur berichtet ob es ready ist oder nicht – bei uns, welche Erfahrung damit gemacht wurden. Dann soll es aber auch Referate haben die dich inspirieren sollen wie z.B.  Tracking und Personalisierung, 3D oder Faceted Navigation. Schau in das Programm hinein, melde dich an und vor allem – sage es in deinem Umfeld weiter. Vielleicht bist du nicht Techie, aber ein Problem im Programm ist bei euchauf der Agenda, dann sende den Techie in die Konferenz, es wird dir viel Kosten sparen. Es gibt nichts Günstigeres als von den Besten zu lernen.

Developer Konferenz
Falcone Konferenzzentrum Zürich
8.12.2011  08.30-17.30

08.00-08.20 Registrierung und Networking
08.20-09.15 Mobile Developement – fight the fragmentation
Christoph Ebert & Tobias Ebnöther, Liip
09.15-10.15 Architektur der kleinen Bausteine & Wie baue ich eine komplette Anwendung im Browser
Jens-Christian Fischer , CEO, invisible
10.15-10.45 Robuste Web-Applikationen bauen
Patrice Neff, CTO, memonic.com
10.45-11.00 Pause
11.00-11.10 NoSQL für MySQL
Oliver Sennhauser, Senior MySQL Consultant, FromDual
11.10-12.10 CMS Integration: CMS vendors vs. application developers
Corsin Decurtins, netcetera
12.10-12.10 A/B Testing
Reto Lämmler & Paul Sevinç, CTO, Doodle AG
12.10-13.10 Mittagessen
14.00-14.40 HTML5 und CSS3 – die nächste Stufe der Webentwicklung ist gezündet
Reto Aebersold, Leiter Entwicklung, Atizo AG
14.40-15.20 Clientseitiges Last- und Performancetesting Jürg Stuker, CEO, namics
15.20-15.35 Pause
15.35-16.20 Tracking und Personalisierung
Michael Wechner, Wyona Research and Development, Member at Apache Software Foundation
16.20-16.55 3D: Einführung in WebGL
Jonas Wagner, Local.ch
16.55-17.10 Faceted Search: Websites mit Guided Navigation
Walter Schärer, Jobup AG

Alle Abstracts und Anmeldung hier

Googles Erfolgsstory in Gefahr

von Reto Hartinger

Google hat wieder ein blendendes Resultat erzielt und überrascht die Wall Steet positiv. Google kann wieder mehr Werbeeinnahmen machen. Diesmal verhilft Google die vormals verpönte Display-Werbung zu mehr Umsatz und auch Mobile Adertising kommt immer mehr in Schwung.  Google ist in einer beneidenswerten Position. Nein nicht wegen des Marktanteils, sondern weil Google bei jeder Aenderung vorher feststellen kann, ob sich diese positiv auf ihr Geschäfts auswirkt. Jede Aenderung wird zuerst bei einigen 1000 Usern ausprobiert und erst wenn feststeht, dass das Business davon profitiert, wird die Aenderung auf alle User übertragen.

Trotzdem, der Aktienkurs hat sich in den letzen Jahren schlecht entwickelt. Vor 5 Jahren wies Google ein P/E Ration von 40 auf, jetzt nur noch 20. Das heisst, die Aktionäre glauben axhon lange nicht mehr an eine Wachstumsgeschichte. Es bleibt eine One Product Company. Google steigerte seinen Kurs sogar weniger als Microsoft!  Apple macht in der gleichen Periode einen 4x grösseren Kurssprung. Es könnte für Google noch schlechter kommen.

Aus für Google-Suche im Mobile-Web

Mobile macht immer mehr des Internet Traffics aus und der ist in der Hand von Apples iOS. Gemäss ComScore machen iPod Touch, iPhone und iPad 97,2 % des Webtraffics in den USA aus. Das war bis anhin kein Problem, weil iOS User Google zur Suche benutzt haben. Mit dem iOS 5 und dem Personal Assistent Siri bekommt der iUser Google und dessen Werbeeinblendung nicht mehr zu Gesicht. Die Eingabe und Resultatausgabe erfolgt via Sprache. Siri interpretiert die Frage, sucht dann bei Google, Bing, Widipedia, Wolfram Alpha & Co und spricht das Resultat. OK, Siri kann nicht alle Fragen beantworten, aber immer mehr.

Siri erinnert mich an Knowledge Navigator, eine Apple Vision aus dem Jahre 1987 – also kurz nachdem Erscheinen des Macintosh. (zum Video des Knowledge Navigators). Damals gab es das Web noch nicht! Schön zu sehen, dass eine Vision sich so lange halten konnte und Steve seine Verwirklichung noch erleben durfte. Und so sieht das heute mit Siri aus (zum Video von Siri)

Mobile Werbung – Google hängt Apple ab

Googles Mobile Business macht pro Jahr 2,5 Mia Umsatz. Es steigert sich mit dem steigenden Anteil von Smartphones am gesamten Handymarkt.  Google geht davon aus, dass Mobile-Werbung im nächsten Jahr Displaywerbung überhohlt. Apples iAd Werbung konnte sich nicht durchsetzen. Sogar auf dem iOS ist Googles AdMob erfolgreicher. Es ist möglich, dass Apple iAd einstellt. Ein Teil des Oekosystems ginge verloren. Google wird diesen Markt beherrschen, es gibt keine ernstzunehmende Konkurrenz. Google wir also weiterhin von der wachsenden Mobile Nutzung profitieren. Sogar dann wenn Android Marktanteile verlieren sollte.

Der Motorolakauf schwächt Android

Mit dem Kauf von Montorala hat sich Google zwei Möglichkeiten erworben. Man könnte zum Hardwarehersteller werden, der, ganz wie Apple, die ganze Wertschöpfungskette beherrscht und damit bessere Produkte macht. Ganz wie Apple? Nicht ganz, denn Apple macht auch noch das Chipdesign. Google hat zwar auch ein Chipdesignteam aufgebaut, aber es ist zahlenmässig doch relativ klein. Als zweites Goodie verfügt Motorola über ein beeindruckendes Patenportefolio. So die Theorie.

Die Praxis könnte so aussehen. Apple ist bereits in einem Rechtsstreit mit Motorola verwickelt. Gewinnt Apple, ist das teuer gekaufte Patentarsenal nullkommanichts wert. Pech. Gewinnt Motorla, greift Apple die  Handyhersteller die Android benutzen weiterhin einzeln an, beim Design. Samsung hat kürzlich herbe Dämpfer einstecken müssen. So hat bis jetzt noch kein Gericht den Verkauf des iPhones verhindert, zudem hat Samsung in einigen Prozessen bereits verloren. Es erscheint immer wahrscheinlicher, dass das Verkaufsverbot einiger Samsungs Phones und Pads auf ganz Europa ausgedehnt wird.

Microsofts Gegenoffensive

Die Android-Allianz scheint Google nicht über den Weg zu trauen und setzt wieder, wenn auch zaghaft, auf eigene Betriebsysteme und auf Microsoft. Noch diesen Monat kommt endlich Nokia mit seinem ersten Windows Phone 7 getriebenen Handy auf den Markt. Auch Samsung lanciert WP7 Devices. Alle drei Firmen werden einen spektakulären Werbeauftritt hinlegen. Microsoft zahlt Nokia und Samsung 44 Mio Dollar an ihre Werbekosten. Man wird überall von WP7 sprechen, hören, sehen und riechen. Apple wird im grossen Stil mit Siri werben. In diesem Umfeld gibt es kaum Platz für Android, sich abzuheben.

Kein Durchbruch für Android auf Tablets

Bis jetzt hat sich noch kein Tablet am Markt durchsetzen können. Man traut dies am ehesten dem Amazon Kindle Fire zu. Das basiert zwar auf Android, hat aber eine ganz eigene Benutzerführung, eine eigene Suchmaschine und ein eigenes Oekosystem. Google profitiert in keiner Weise davon. Ein Beispiel das Schule machen könnte. So oder so, Android ist mit dem Kauf von Motorla nicht gestärkt, eher geschwächt worden.

Chrome als Wachstumstreiber

Googles Browser Chrome gewinnt immer mehr Marktanteile. Es ist eine Frage der Zeit, dass Chrome zur Nummer 2 wird. Im Schatten des Chrome Browsers lauert das Chrome Betriebssystem. ChromeBooks können eine eventuelle Schwäche von Android wieder ausbügeln. ChromeBooks können viel günstiger produziert werden als Intel basierende Ultrabooks oder Apples MacBook Air. Chromebooks könnten den Platz einnehmen den die Netbooks hinterlassen haben. Bis jetzt gibt es aber noch keine wirklich ansprechenden Hardwarekonzepte.

Kauft Google die PC-Sparte von HP?

Will Google endgültig auf den Pfaden von Apple gehen, so schnallt es sich die PC-Sparte von HP an. Damit würde Google dem ChromeBook Konzept den nötigen Schub geben. Google könnte HP/Motorola fusionieren und viel günstiger betreiben. Nur, gleich zwei solche Kolosse wären kaum beherrschbar. Google wird schon Mühe haben Motorola auf Google Spirit zu trimmen, geschweige denn HP, deren Business auf Micosoft-Produkten basiert. Mit Eric Schmidt verfügt Google über einen Manager der ein fusioniertes HP/Motorola Gebilde führen könnte. Eric Schmidt ist unterbelastet. Nur schon deshalb wird das Google Management mit diesem Gedanken spielen. Larry Page ist ein Mann der Risiken eingeht, grosse Risiken so sie Sinn machen. Man stelle sich vor, auf jedem HP PC der Zugang zu Googles Clouddienste, der Chromebrowser, Picasa, Desktop und Toolbar vorinstalliert. Docs würde Microsoft Office ernsthaft konkurrenzieren, Google Mail, Voice & Co  würden durchstarten. Das wäre ein empfindlicher Schlag gegen Microsoft.

Google verfügt über 43 Milliarden Cash. Ein HP Kauf könnte auch mit Cash und Aktien finanziert werden. Google führt sicher Kaufgespräche, selbst wenn sie das Ding nicht kaufen, so würden sie dem HP Management wenigstens die ChromeOS und ChromeBook Idee näher bringen und einen tiefen Einblick in die Funktionsweise der Microsoft-Welt geben.

Für HP wäre es nicht uninteressant, eine Beteiligung an Google zu halten. HP weiss, dass Google ihre PC-Sparte besser führen kann als sie selber. Es würde zu einem Massiven Stellenabbau kommen. Aber es könnte der erste Post-PC-Gigant entstehen. Wer schwieriger zu überzeugen wäre, sind die Google-Aktienäre. Ein solcher Deal würde die Gewinnmarge beträchtlich schmälern (obwohl Apple eine Marge einfährt die sich mit Software vergleichen lässt). Google müsste beweisen, dass es Winner-Hardware bauen kann: Smartphones, Tablets, Chromebooks, Notebooks, Desktops, Drucker …

Die Wettbewerbsbehörde würde den Deal durchwinken. Google würde nicht Marktbeherrschend.

Ein Gigant ist von uns gegangen

von Daniel Niklaus

Für die einen war es ein normales Büro mit Verkaufsgeschäft. Für mich war es eine Pilgerstätte. Direkt neben dem Gallusmarkt in St.Gallen im zweiten Stock, mietete sich die Born Informatik ein. Und ich war ein regelmässiger Gast.

Das Kribbeln begann schon auf der Fahrt, wenn ich am Mittwochnachmittag um 13:30 von der Haltestelle Bendlehn im Speicher nach St.Gallen losfuhr. Betrat ich am Ziel angekommen den Laden, war ich in einer anderen Welt. Da stand sie, die Maschine, die meine kleine Welt als 11 Jähriger veränderte. Der Apple IIc.

Danke Steve.

Killt die US Patentreform Innovation?

von Reto Hartinger

Es ist ein unglaublicher Patentkrieg im Gange. Er verschlingt Milliarden, dem Enduser bringts nix, den Patentbesitzern zuerstmal auch nur Kosten. Da hören wir doch gerne, dass die Patentreform in den USA nur noch von Präsident Obama unterzeichnet werden muss. Sie wird als Jobgenerator gepriesen. Aha. Appe, Google, IBM, Intel, Microsoft & Co haben dafür Lobbyiert – Apple alleine hat im ersten Halbjahr 2010 1,5 Mio für Loggying zu diesem Thema ausgegeben und ist damit ein Kleiner.

Wer jetzt gedacht hätte, dass die Sache besser wird, irrt sich gewaltig. Es wird immer noch Softwarepatente geben. Was sich ändert ist, dass wer ein Patent zuerst einreicht der bekommt es zugesprochen. Die lange Abklärung wer die Idee wirklich zuerst hatte entfällt.

The new bill will grant patents to the first inventor to file an application, eliminating a time-intensive process used to determine who came up with an idea first.

Das spielt natürlich in die Hände der grossen Firmen. Leider werden Erfindungen meist nicht von grossen Firmen, sondern von Einzelpersonen oder kleinen Start-ups gemacht. Die besitzen leider das Geld nicht, die Patente anzumelden. Heute muss man mit ca 100 000 Franken rechen, um ein Patent durchzukriegen. Ob es etwas wert ist, kann bei Softwarepatenten erst vor Gericht eruriert werden. Es kann sein, dass dieser Betrag durch das neuen Prozedere sinkt. Ob ihn sich die Kleinen leisten können? Was meint ihr?

HP gibt sich geschlagen

von Reto Hartinger

Wie gross der Coup war als Steve Jobs das iPad lancierte, ahnte nur er selber. Er bezeichnete das iPad als das wichtigste Produkt an dem er in seinem Leben gearbeitet hat. Reichlich übertrieben fand ich das. Er scheint Recht zu bekommen. Der PC wird mobiler, das Telefon pciger und genau diesen Trend bedient das iPad und definiert die PC-Welt neu. Desktops wurden von Laptops abgelöst, auch bei Privaten, heute werden Laptops von iPads abgelöst, auch bei Firmen.

Ein Analyst sagte kürzlich: “Es gibt kein Tablet-Markt, es gibt nur ein iPad-Markt. Es ist ein Einproduktemarkt”. Dem scheint so. In den USA konnte man nicht einmal aufs WC ohne einer TouchPad Werbung von HP zu begegnen. Nur, die Dinger liessen sich nicht verkaufen. HP lieferte 250 000 Stück an die Kette BestBuy. Trotz Preisnachlass liessen sich nicht mehr als 25000 Stück davon verkaufen. HP wurde gezwungen 100 Mio oder $.05 pro Aktie aufzuwerfen, um die Händler für unverkaufte Inventare zu entschädigen.

Ein ähnliches Schicksal droht der Branche mit den MacBook Air Konkurrenten, den sogenannten Ultrabooks die auf Intels neuem Design aufbauen und die Form und Qualitäten des MacBook Air haben. Leider auch seinen Preis. Der Unterschied, Apple schöpft bei diesem Preis 35 % und mehr Marge ab, die Konkurrenz begnügt sich bei Rund 5 %. Jetzt fordern die PC-Hersteller von Intel einen 50%igen Rabatt, damit sie mit Apple konkurrenzieren können. Intel wird  nur 20% Preisnachlass plus grosse Werberückerstattungen geben.

Tablets wie Ultrabooks sind die kommenden Märkte. Allein die Türkei vergibt einen Auftrag von 15 Mio Tablets, um Schulen von Papier auf Elektronik umzurüsten. Microsoft, Intel und Apple bieten. Den Zuschlag wird nicht unbedingt das preisgünstigste oder beste Produkt erhalten sondern wer mehr kompensationsgeschäfte anbietet. Microsoft möchte bei Zuschlag ein Entwicklungszentrum, Apple die Produktion von Zubehör wie Kopfhörer aufbauen.

Schon IBM musste erkennen, dass mit dem PC kein Geld zu verdienen ist und hat die PC Sparte an Lenovo verkauft. Nun geht auch HP  diesen Schritt. Man muss verkaufen wenn es überhaupt noch potenzielle Käufer gibt. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten macht HP mit der PC Sparte noch Gewinn. Problematisch ist, HP ist die No 1 im Geschäft. Wer kann sich diesen Brocken leisten? Nach der Abspaltung wird HP IBM wie ein eineiiger Zwilling gleichen.

Google kauft Motorola Mobility

von Reto Hartinger

Das Patentegezänkt um Android könnte ein Ende haben. Google kauft Motorola Mobility und steigt damit ins Hardwarebusiness ein. Nun bringt Motorola nicht nur eine gute Distribution ein, sondern auch einige Patente. Vor allem aber muss jetzt Microsoft und Apple gegen Google/Motorola direkt prozessieren.

Mit dem Kauf von Motorola kann Google wie Apple Betriebsystem und Hardware aufeinander abstimmen. Vielleicht sogar auch beim Prozessordesign mitreden. Gleich lange Spiesse um das beste Produkt hervorzubringen. Google kann so auch endlich mit Android direkt Geld verdienen.

Was passiert mit HTC & Co wenn Google einen eigenen Hardwareproduzenten hat? Werden sie Android noch stärker ändern müssen? Werden sie sich vermehrt in Microsofts Arme begeben? Beides. Sie könnten theoretisch im Patentstreit noch geschwächter dastehen. Zugang zum Betriebssystem erhalten sie gegenüber Motorola viel zu spät und müssen die optimale Hardware nachbauen.

Eine Chance für Microsoft doch noch signifikant Marktanteile zu erhalten. Sollte dies nicht aufgehen, kann Microsoft immer noch Nokia kaufen. Dann hätten alle Betriebssysteme ihre eigene Hardware. Der Rest würde zwischen den Fronten aufgerieben.

Für Apple ändert sich kaum etwas, ausser dass Android besser wird. Gerade im Tablet-Bereich ist wohl nur ein Hardware/Software-Anbieter in der Lage mit Apple zu konkurrenzieren.

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