Es gibt Leute die vor Jahren darauf gesetzt haben, dass die York Times bankrott gehen werde. Ich glaube sogar Andreas Göldi war auch darunter. Wieso weiss ich nicht mehr.
The New York Times bald kein Pfifferling mehr wert?
Seit Anfang 2004 ist The New York Times Company von 40 Dollar auf 8 Dollar herunter gerutscht. Es gab für die Aktie nur eine Richtung, südwärts. Nicht einmal ein Zwischenhoch. Besser erging es News Corporation, da setzte der Abwärtstrend erst im Oktober 2007 ein, von 24 auf 11 Dollar. Gut die haben mehr Online drin und sind breiter aufgestellt. Wie es den anderen Presseerzeugnissen ging, konnte ich nicht herausfinden. Sie sind in privater Hand oder gehören wohl grösseren Mediengruppen an.
Online kann die Verlage nicht retten
Online ist aber nicht die Rettung der Verlage und das wissen sie auch. Es kann höchstens das Überleben verlängern. So sieht ein Verlag online eben auch als Konkurrent und trifft deshalb nicht die richtigen Entscheidungen. Die Verlage haben die Preise für Onlinewerbung immer künstlich hoch gehalten. Oder sie verlinken nicht gegen aussen z.B. zu einem Konkurrenten oder einer anderen Quelle. Schweizer Sites verstehen nicht einmal das Cross-Selling der eigenen Artikel und mit Usergenerated Content können sie “fast” nichts anfangen.
Die Konkurrenz kommt vom Online only
In Amerika läuft eine Online-Zeitung der traditionellen Presse den Rang ab: The Huffington Post. Es ist eine News-Site wie sie viele gibt und versteht sich auch als Newsagregator. Sie ist auch nicht anders organisiert wie eine normale Zeitung. Bezahlte Journaliste recherchieren Stories oder schreiben Associated Press Meldungen um. Aber sie macht auch etwas anderes. Zum Beispiel wie die Weltwoche, hat sie Stars unter Vertrag. Ron Howard, ein Blogger und Filmregisseur oder den Schauspielerblogger Alec Baldwin und den Talkmaster und Filemacher Bill Maher.
In The Huffington Post haben ebenfalls ihre Meinung gebloggt haben Barack Obama, Hillary Clinton, Michael Moore, Alec Baldwin, Norman Mailer, Madeleine Albright, Mia Farrow, Gary Hart, Edward Kennedy, John Kerry, Nancy Pelosi, Jamie Lee Curtis oder Donatella Versace.
Heute gilt die Huffington Post als Meinungsmacher und wird von den Printmedien zitiert – zwangsläufig. Es gilt als “chic” der Huffington Post ein exklusives Interview zu geben.
Online only hat eine ganz andere Kostenstruktur
Die Macher der Huffington Post haben begriffen, dass ein Verlag keine Druckerei und kein Verteilzentrum ist, sondern ein Meinungsmacher. Diese Einsicht reduziert die Kosten enorm. Ein teil der Journalisten bemüht sich nicht, eine Story zu schreiben sondern bewegt Persönlichkeiten, dies in der Huffington Post zu tun.
Online only verkauft sich besser – nicht der Artikel steht im Vordergund sonder die Community
Da Internet das Medium ist, wird Internet auch ausgereizt. Allerlei Möglichkeiten sich zu beteiligen wie
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interne Verlinkung
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und
Read more from Huffington Post bloggers: (Beiträge interner Blogger)
Aber was haben sie gemacht. Einfach eine zwar aktuelle und gute Geschichte einfach von Associated Press
Associated Press writers Pauline Jelinek in Washington, Philip Elliott in Oak Bluffs, Mass., and Denise Lavoie in Boston contributed to this story.
genommen, mit anderen Artikeln verlinkt sowie den Bloggern. Ziemlich billig – so 20Minutenmässig, einfach besser.
Jeder Artikel ist in sich ein Marketinginstrument.
Die Kommentare werden nicht einfach so freigeschaltet, sondern auch ausgemüllt wie die NZZ das macht. Die Huffington Post ist ein Qualitätsblatt. Man sieht aber auch immer, wieviele Kommentare noch nicht freigeschaltet sind. Innerhalb der Kommentare entstehen Diskussionen. Man kann also auch einen Kommentar kommentieren.
Mit fremden Inhalten wird billigst noch mehr eigener Inhalt generiert
Es gibt einen Videokanal. Da werden z.B. NBC Videos gezeigt, eingebettet in die oben beschrieben Umgebung. Aus viel fremden Content entsteht eigener sowie User Generated. Billig, clever und vor allem es ist und bleibt guter Inhalt. Da ist kein Journalist einmal von seinem Pult aufgestanden.
Gratiszeitungen produzieren günstig, gegenüber online only immer noch zu teuer
Gratiszeitungen sind deshalb so erfolgreich, weil sie fast nicht zum produzieren kosten, aber gegen die Huffington Post ist das noch zu teuer und vor allem inhaltlich zu schwach.
Es wäre die Weltwoche die den Schritt zur schweizer Huffington Post machen könnte. Sollten die Inserate noch mehr einbrechen und die Druckkosten den Verlag an die Wand drängen, dann, Roger Köppel, solltest Du Dir dieses Konzept überlegen. Aber dann ist es zu spät.
Besser wäre du beginnst heute schon damit – damit du ready bist, wenn du die grossen Kostenblöck los werden musst.
Die Rettung für die Verlage sind nicht neue Einnahmen, es ist die readikale Reduktion der Kosten. Nicht vergessen 2/3 der Kosten könnten eingespahrt werden und heraus käme ein noch besseres Produkt. Oder lesen wir die Weltwoche wegen ihres Pfadidesigns? (ok, ich lese die Weltwoche nicht mehr – sie ist inhaltlich nicht mehr geniessbar).