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Google sperrt QuickTime und Java aus

von Reto Hartinger

Skandal – Apple hatte und hat Flash aus dem iOS verbannt. Entwcheidet Apple,  was das Internet können soll bzw. welche Technologie es unterstützt. Flash geriet in die Kriese und eine breite Absetzbewegung begann. Mit Android ist ein Konkurrent da, der dem User eine Alternative gibt und promt werben die Android-Geräte-Herstelle damit, dass ihre Devices Flash unterstützen (ok, dass das so nicht stimmt ist ne ganz andere Geschichte). Apple bekam das böse geschlossene Image, Google das offene, gute.

Google hat aber seine liebe Mühe das Flash-Versprechen einzuhalten und mit 3.0 wird Android geschlossener. Mit Chrome wendet Google das Apple-Ausschliessverfahren nun selbst an. Chrome wird bei jeder Site die QuickTime oder Java einsetzt jedes Mal fragen ob diese Plug-Ins benutzt werden dürfen oder für diese Site immer zugelassen werden. Ziemlich nervtötend. Möglich, dass es wieder eine Absetzbewegung, von diesen beiden Technologien geben wird, denn im Internet will niemand seinen Usern unnütze Hürden in den Weg stellen. Setzt Google nicht selber auch Java in einigen Produkten ein? Musste zu Beginn nicht alles was für Googles Cloudangebot entwickelt wurde, in Java geschrieben sein? Diese Entwickler werden sich freuen. Wird die Chrome Verbreitung darunter leiden?

Datawunder.com Beta-Test Einladung & Contest

von Falk Wolsky

Datawunder ist ein Online-Tool (Claud-Service) für Excel & Spreadsheet Daten Visualisierung (Übersichten, Charts), für Selektion und Filterung von Daten – und es wird eine Webanwendung für Social Datamining.

Die Idee ist einfach: Man nimmt sein Excel, lädt es auf den Webservice hoch und erhält innerhalb von etwa 30 Sekunden alle Charts und eine interaktive Übersicht. Diese Übersicht und die Chart-Segmente können angeklickt – und damit die Daten gefiltert werden. Das bedeutet, „Übersicht und Selektion“ in einem Tool in dem man nichts anderes tun muss „als in die Daten hinein zu klicken“.

Wir haben am 15.01.2011 die erste – von drei – Beta-Phasen begonnen. Wer das beste Feedback gibt, bekommt von uns einen iPod Nano geschenkt!

Jeder der am Beta-Test teilnimmt erhält zusätzlich später 50% Discount auf den regulären Preis der Datawunder Claud-Services.

Unser Beta-Test-Programm gliedert sich in drei Teile. Am Ende jeder der drei Phasen verlosen wir einen iPod für das qualitativ beste Feedback in der jeweiligen Online-Betatest-Survey.

Phase 1 begann am 15.01 und endet  am 15.02. In der ersten Phase geht es darum das BackEnd (Dashboard) für das Hochladen, Konfigurieren und Verwalten der Spreadsheets und Data-Views.

Phase 2 beginnt am 1. Februar und bietet die Möglichkeit Öffentliche Data-Views zu erstellen. Die beste View (die interessantesten Daten) werden bewertet. Ebenso versuchen wir gemeinsam herauszufinden, was wir an der Daten-Visualisierung an sich (das Plug-In) verbessern können.

In Phase 3 möchten wir wissen, welche Features noch gewünscht werden und wie die aktuellen Features bewertet werden.

Ich würde mich freuen dich beim Beta-Test Programm dabei zu haben.

Informationen und Anmeldung findest du hier:

http://www.datawunder.com/beta_test.html

Und vielen Dank an Reto!

Internet Briefing beginnt gleich mit einem Rekord!

von Reto Hartinger

Mehr als 2 Wochen vor dem nächsten Internet Briefing vom 1. Februar hat die Session

Formulare die besser verkaufen

bereits 65 Anmeldungen. Das ist Rekord. Über Mittag können wir maximal 80 Personen aufnehmen. Diese werden ganz sicher erreicht, wohl locker überschritten. Möchtest Du also unbedingt dabei sein, musst Du Dich sofort anmelden. Ich werde dieses Referat von Dani Niklaus in angepasster Form auch an der E-Commerce Konferenz bringen.

Es würde mich freuen, wenn Du Dich zu den weiteren Briefings auch bereits anmelden und vor allem, wenn Du die Konferenzen bei Deinen Kontakten bekannt machen würdest.

Hier das weitere Programm

1.02.2011 17.30-20.00 Dos and dont’s im Performance Marketing

2.02.2011 17.30-20.00  Working in the cloud – Wie arbeitet man im Netz

Konferenzen:
01.02.2011      Affiliate Marketing Konferenz

15.03.2011      E-Commerce Konferenz

24.03.2011      2. Social Media Marketing Konferenz
Zu den Konferenzen können Deine Kontakte zu Mitgliederkonditionen kommen, wenn sie ins Bemerkungsfeld “Gast von DeinName” schreiben. Es können auch unbegrenzt viele kommen. Du musst dazu bei einer Konferenz nicht selber anwesend sein. Zu den normalen Briefings kannst eine Person gratis mitnehmen, Du selber musst aber anwesend sein und es muss Platz haben.

Android, Chrome OS: Eine Wand baut sich auf!

von Reto Hartinger

Kannst Du Monopoly spielen? Am Anfang möchten sich alle so viel wie möglich vom Kuchen ergattern und irgendwann ist er verteilt und es ist offensichtlich wer das Spiel gewinnen kann und wer es voraussichtlich verlieren wird. Um seine Gewinnchancen zu erhöhen, muss man Allianzen schliessen. So ist das in der Informatik auch, einmal alle gegen IBM, dann alle gegen Microsoft. Gewinner und Looser schliessen sich zusammen um andere zu bekämpfen und sich in eine bessere Position zu hiefen. Da war mal Apple am Boden und Microsoft hat geholfen. Die Karten sind heute wieder ganz neu gemischt worden und die Players beziehen ihre Positionen. Alle gegen Google. Die dicken Freunde Apple und Google können es nicht mehr zusammen und Apple muss jetzt Microsoft helfen, wieder ins Spiel zu kommen. Dabei geht es um zwei Schlaftfelder bei denen alle (alten) Players gegen Google sind erstens der

Mobile Markt

Microsoft hat ihn verschlafen und Apple drückt sich in eine Nische. Das offene Betriebssystem Android von Google kann beiden den Rang ablaufen.

Desktop vs Cloud

Microsoft ist der König des alten Computing, Google jener des Cloud Computing. Das Schlaftfeld heisst: wird es inskünftig noch einen Harddisk und ein Betriebssystem brauchen oder übernimmt dies das Internet?Microsoft hat den ersten Versuch in diese Richtung schon erfolgreich bekämpft und Netscape mit der Gratisversion seines Browsers in den Konkurs getrieben. Bei Google gelingt dies nicht, weil Google ein Geschäftsmodell fährt, dem Microsoft nichts dagegensetzen kann.

Auch Apple ist in der Cloud noch nicht richtig angekommen, auch wenn Apple da wenigstens besser aufgestellt ist als Microsoft wäre es für Apple gut, würden Desktop-Applikationen und -Betriebssysteme länger leben.

Mein Patent ist besser als Deines

Jetzt kann mann den Markt einnehmen indem man bessere Produkte macht als der Konkurrent oder man macht es wie Apple, EMC, Oracle und Microsoft. Die haben gemeinsam die Patente von Novel gekauft und in eine Verwertungsgesellschaft gesteckt. Das dienst zum Schutz gegen Attacken  von Nokia und anderen Rechtebesitzern aber zur Einschüchterung von Firmen die Android oder Chrome OS in ihren Produkten einsetzen wollen. Das Ziel ist nicht, Google an seiner Arbeit zu hindern, sondern Googles Kunden auszuhungern. Wenn die Rechtsunsicherheit grösser ist und eine Prozesslawine mehr kostet als eine Windows Mobile bzw. Windows 8 Lizenz, dann entzieht das Konsortium Google das Geschäftsmodell.

Ob das wirklich aufgeht? Das Konsortium (CPTN) hat 900 Patente für 450 Millionen Dollar gekauft. Novel hat Netzwerkbetriebssysteme gemacht. Da wird doch einiges an Basis-Technologie patentiert sein. Auch das konkursite Nortel könnte für  CPTN aus den gleichen Gründen spannend sein.


Die Achillesverse des Cloud Computings

von Reto Hartinger

Cloud Computing wird nicht zu verhindern sein. Es entspricht einem fundamentalen Bedürfniss: die Daten von überall her egal mit welchem Device immer und überall zur Verfügung zu haben. Punkt. Das wird den Durchbruch sein. Alle Bedenken gegen die Cloud wiegen diesen Vorteil nicht auf. Die Hardware wird günstig und austauschbar. Administration von Hardware entfällt, für Datensicherung verschwenden wir heute schon zu wenig Gedanken, mit Cloudcomputing gar keine mehr.

Dennoch. Cloud Computing hat eine entscheidende Achillesverse. Es entspricht nicht dem Grundgedanken des Internets. Hä? Des Internets, nicht des WWW. Das Internet wurde erfunden, damit die USA auch nach einem atomaren Teilschlag auf z.B. Washington noch weiter funktionieren kann. Deshalb hat man die IT-Infrastruktur so gemacht, dass sie von keinem physischen Punkt abhängig ist. Fällt die gesamt Infrastruktur in der Hauptstadt aus, bricht die Kommunikation nicht zusammen und alle nicht betroffenen Systeme können weiter arbeiten.

Mit ist der kalte Schauer über den Rücken gelaufen als ich Apples Datensilo aus der Vogelperspektive gesehen habe. Das Milliardending liegt irgendwo im Niemandsland der amerikanischen Provinz, ein Helikopter flog darüber und hat es gefilmt. Fabrikgebäude. Genauo sieht das bei Microsoft und Google aus. Es wäre ein Einfaches ein mit Sprengstoff beladenens Flugzeug hineinzuknallen.

Wenn alle sensiblen Daten in solchen offen gelegenen Fabrikhallen gespeichert sind, dann könnte ein gezielter Anschlag darauf die grösseren Konsequenzen haben als das Einstürzen der TwinTowers. Mit dem Virenangriff auf Bushehr ist der virtuelle Cyberkrieg ausgebrochen, dem dem Anschlag auf eines oder mehrer Datenzentren wäre der physische Cyberkrieg da.

Microsoft, Google, Apple und Co müssten eine Antwort auf die Frage haben, was passiert bei einem Totalausfall eines Datenzenters. Sie sind to big to fail. Welche Gedanken hat sich die amerikanische Regierung zu diesem Thema gemacht?

Microsoft hat einen alten Armeebunker in ein Datencenter umgebaut. Vielleicht sollten wir doch noch mit dem Rückbau der Bunker zuwarten. Der könnte von den neuen Betreibern übernommen werden.  Johann N. Schneider-Ammann, der neue Bundesrat für Wirtschaft könnte in dieser Sache aktiv werden (oder soll es gar der Ueli?).

Microsoft und das Nr. 2 Problem

von Daniel Niklaus

Microsoft war gefürchtet. Was der Software-Riese aus Redmond machte, konnte Schockwellen im Markt auslösen. Nachdem sie IBM vom Thron stürzten, regierte Microsoft die IT-Welt nach Belieben. Word Perfekt? Weggefegt. Netscape? Vom Markt ausradiert. Apple? Den lieben Leuten helfen wir mit einem Notgroschen. Microsoft diktierte den Hardwareherstellern die Preise, zeigte, wo es in der Softwareentwicklung lang geht und sie bauten eine unglaubliche Geldmaschine. Ein Tier das frass, was ihm ihn den Weg kam. Und heute? Microsoft verdient zwar massig Geld, aber Angst hat niemand mehr vor dem Riesen aus Redmond. Den Takt geben heute Apple, Google und Facebook an.

Was ist passiert? Microsoft fehlt ein Visionär.

Es gibt Branchen, in denen wollen wir keine Visionäre. Innovative Finanzprodukte machen Angst, Verwaltungen brauchen nicht alle zwei Jahre eine Reorganisation und im Detailhandel zählt die Optimierung bestehender Abläufe mehr, als der grosse Wurf. Aber in der IT-Welt braucht es Innovationen und da hat Microsoft ein echtes Problem. Weil Steve Ballmer eine klassische Nr. 2 ist, die man zur Nr. 1 beförderte.

Bevor ich weiter schreibe, zur Veranschaulichung zwei Grafiken. Im Jahr 2000 wurde Steve Ballmer zum CEO gekrönt und dies ist die Kursentwicklung der Microsoft-Aktie im Vergleich zu Apple und zu Google.

Microsoft/Apple
microsoft_apple

Microsoft/Google
microsoft_google_chart

Nr. 2 sind keine Visionäre

Provokativ schrieb ich vor Kurzem, dass Steve Jobs Software nicht versteht. Bei Ballmer muss ich sagen, er versteht die heutige IT-Welt nicht. Während Microsoft in seiner Ära den Tisch-PC präsentierte, erfand Apple das iPad. Während Ballmer das iPhone lächerlich machte, rollte dieses den Markt auf. Nicht genug. In derselben Zeit schnappte Google sich auf Kosten von Microsoft einen grossen Teil des Handymarkts. Und das mit einem Betriebssystem, notabene der Kernkompetenz von Microsoft. Google Docs hat bei ersten Firmen Excel ganz verdrängt und Word steht auch schon auf der Abschussliste. Microsoft wurde bei Hotmail überrundet und konnte den Vorsprung beim Messenger nicht nutzen. Der Messenger ist weder Facebook-Konkurrenz noch ein Skype Ersatz. Tolle Produkte fanden nie ihren Weg in den Markt. Von der Cloud reden sie zwar die ganze Zeit, aber es ist immer irgendwie: ein wenig Nass werden ja, aber nicht ganz. Und so werden sie von ihren Mitbewerbern abgetrocknet. Weil Steve Ballmer eine klassische Nr. 2 ohne Visionen ist.

IT-Firmen brauchen Visionäre an der Spitze

Die IT-Welt ist immer noch eine junge Branche, die sich in Sprüngen entwickelt. Wenn da keiner an der Spitze steht, der versteht, wohin die Reise geht, übernehmen die Mitbewerber das Zepter. Dabei muss man nicht immer allein an vorderster Stelle sein, aber wenigstens verstehen, wann es Zeit ist, einen Markt zu entern. Bill Gates wehrte sich anfangs gegen das Internet. Er wollte sein MSN durchsetzen. Als Microsoft dann aber merkte, dass das Internet die Zukunft ist, positionierten sie die NT-Server als Internetserver. Sie machten Netscape platt und brachten interessante Produkte. Heute mühen sie sich mit einer fehlgeschlagenen Yahoo! Übernahme ab, verschliefen den mobile Markt und sie können nicht einmal ein anständiges Pad präsentieren. Dies kommt einer Bankrotterklärung gleich.

Es war nicht dumm von Microsoft Ballmer an die Spitze zu stellen, aber es ist dumm von Microsoft, ihn so lange dort zu belassen. Denn es müsste auch dem Letzten aufgefallen sein, der Mann sieht nicht, wohin sich der Markt bewegt und wie er davon profitiert. Er ist ein Umsetzer, aber kein Visonär. Seine Leistung in der Vergangenheit ist offensichtlich. Ob er nun Entwickler motivierte, jedem ein Windows aufdrückte oder dafür sorgte, dass der Laden läuft, er war die richtige Ergänzung zu Bill Gates.

Solche Kombinationen sehen wir immer wieder bei erfolgreichen Firmen. Bei HP waren es zwei Gründer. Bei Dell war es Michael Dell und Kevin Rollins. Zuckerberg brauchte Sean Parker von Napster und eben Bill Gates mit Steve Ballmer. Aber nicht nur in Unternehmen finden wir solche Kombinationen. In der Schweiz (ich mache jetzt kein SVP-Bashing!) ist Christoph Blocher und Ueli Maurer ein solches Power-Duo. Blocher gab die grosse Linie vor, Maurer setzte sie im Detail um. Sobald Maurer aber zur Nummer 1 gemacht wurde, fehlte ihm die Vorstellung, wohin die Reise gehen soll. Umsetzer können keine Visionen entwickeln. Egal, ob sie Maurer oder Ballmer heissen.

Sind Visionäre so viel besser?

Nein. Ein Visionär ohne Umsetzer ist genauso verloren. Blocher ohne Maurer ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Ähnliches sehen wir bei Dell. Die Nummer 1 Michael Dell hatte mit Kevin Rollins als Nr. 2 den perfekten Umsetzer. Michael Dell hatte die Vision, Rollins den Verstand für die Umsetzung. Als man Rollins in den Chefsessel hob und Dell das Unternehmen verlies, stockte der Erfolgsmotor. Heute ist Michael Dell zurück, Rollins weg und es fehlt Michael Dell offensichtlich ein guter Umsetzer (oder Dell hat keine neuen Ideen mehr). Der Aktienvergleich zwischen Dell und HP zeigt, Dell erholte sich bis heute nicht von der Trennung des Erfolgsduos.

dell_hp_chart

Was heisst das für Microsoft?

Microsoft ist auf dem besten Weg dem IBM der frühen 90er zu folgen. IBM verdiente mit Grossrechnern noch massig Geld, obschon der PC längst zu seinem Siegeszug antrat. Jahr für Jahr ging es IBM aber schlechter. Zuerst nur unmerklich, aber dann kam es wie ein Hammer. Mitbewerber hatten auf einmal keine Angst mehr vor IBM. Ehemalige Kunden von IBM fragten sich, warum soll ich einen Grossrechner kaufen, wenn es ein PC auch tut? Und das Unvorstellbare passierte, IBM stand vor einem Scherbenhaufen.

Auch Microsoft verdient heute noch massig Geld mit Windows, Office und Servern. Doch längst hat niemand mehr Angst vor Microsoft. Kunden wechseln vom Exchange Server zu Gmail und von Office zu Google Docs. Apple gräbt am PC-Markt Marktanteile ab und Cloudanbieter dringen in die Domänen von Microsoft ein.

Steve Ballmer sollte sich die Aktienentwicklung von IBM ansehen und sich selbst fragen, was er am besten kann.

ibm_chart

Wichtig
Wer den Eindruck erhielt, dass ich Bill Gates für besser halte als Steve Ballmer oder Steve Ballmer gar ein schlechter Manager sein soll, der hat mich falsch verstanden. Microsoft hätte nie soweit kommen können, wenn das DUO Gates/Ballmer nicht so gut gewesen wäre. Der Wert eines Teams ist keine + Rechnung, sondern eine Multiplikationsrechnung. Und wie im Fussball gehören Abwehrspieler nicht in den Sturm und umgekehrt. Ich habe grössten Respekt vor der Leistung von Steve Ballmer.

Microsoft schlägt Google

von Reto Hartinger

Ich habe Hotmail immer gehasst. Es fühlte sich an wie ein Stück Holz. In letzter Zeit habe ich aber eine wundersame Wandlung gespührt. Hotmail ist elegant und schnell geworden. Die Menüs sind immer noch verwirrlich angebracht aber in einem Punkt schlägt Hotmail Gmail um Längen: Bei der Integration der Kontakte. Ha, endlich kommt die ganze Live Geschichte fast wie aus einem Guss (ok, man könnte es noch verbessern). Wieso? In Hotmail habe ich alle Kontakte aus Hotmail und MSN sofort aus Hotmail zugänglich. Ich kann mit einem Mausklick ein Ajax-Chat mit meinen MSN Kontakten machen. Bei den Kontakten kann ich durch einen Mausklick das Profil (die Live-Page) ansehen.

Gmail ist behäbiger. Es erscheinen nicht alle Kontakte um chatten zu können. Nirgends kann ich die Profile meiner Gmail-Kontakte ansehen. Gmail ist bei einigen Mailfunktionen noch deutlich besser. Ich traue es aber Microsoft zu, diese noch zu integrieren. Google hat irgendwie das Soziale Netz nicht im Griff. Ich kann aus Gmail Buzz-Messages ansehen. Gähn. Nö. Hotmail ist zu einem valablen Konkurrenten geworden. Das kann uns nur freuen.

Facebook und Apple

von Reto Hartinger

Eine der Spekulationen über eine mögliche Apple Firmenübernahme betrifft Facebook. Apple hätte die Kohle Facebook ganz zu übernehmen. Zuckerberg hat sich aber immer dagegen gewehrt. Microsoft hat mikrige 1,5 % an Facebook erhalten, damit es die Werbeplätze auf Facebook vermarkten darf. Facebook wird kaum 100% zu übernehmen sein. Oder doch?

Man sinniert, dass Facebook und Apple ihre Produkte besser integrieren könnten. Wieso sollte man dafür die ganze Firma kaufen? Wieso sollte Facebook dieses Tafelsilber  - das Wissen über seine Kunden – nicht allen zu insgesamt noch mehr Kohle verscherbeln und damit seine Position als Single-Singn-On ins Internet noch verstärken? In diesem Punkt sind die übereinstimmenden Interessen der beiden Firmen zu schwach.

Mit dem Wissen über seine Kunden könnte Facebook aber noch mehr abschöpfen, wenn das konsequent in einer guten Werbeplattform umgesetzt wird. Da hat Facebook bzw. Microsoft versagt. Es ist das gleiche Trauerspiel wie bei Yahoo. Diese hätten mit einem Zusammengehen mit Google pro Search viel mehr verdient als das sie es selber oder mit einer Microsoft-Partnerschaft konnten. Facebook könnte mit einer guten Werbeplattform spielend 10x mehr einnehmen. Käme diese von Apples iAd, wäre ein Dominator geschaffen, der Facebook und Apple in neue Sphären katapultieren könnte. Apple würde Google ganz empflndlich treffen. Es gäbe endlich einen Onlinewerbeplattform, die es mit Google aufnehmen könnte. Die Kunden-Profile beider Firmen könnten zusammen genutzt werden. Das ganz grosse Asset von Facebook sind die Kundenprofile und das quasi Single-sign-on über das ganze Internet, das von Apple ist, dass sie von jedem Kunden die Kreditkarte hinterlegt haben und alles via ein Klick gekauft werden kann. Apple ist mobile der King – Facebook ist es im Internet. Facepple iAD schlösse schnell einmal zu Google auf. Die Werbewelt hätte eine Alternative.

Das ist Geld wert, viel Geld. Ist da für Zuckerberg genug drin? Vielleicht wird er Apple Firmenanteile wollen oder eben Facebook nicht zu 100% verkaufen

Sind sich die beiden einig, stellen sich die Fragen: Was passiert mit Microsoft? Wie lange dauert der Vertrag Facebook/Microsoft? Ist er nicht abgelaufen, wäre Microsoft mit einer Juniorpartner-Rolle zufrieden? Gibt es eine mögliche Allianz Microsoft-Apple gegen Google? Übernimmt Microsoft gar iAd in Windows 7 Mobile?

Micorsoft muss rasch eine Strategie finden um aus Mobile- und Online-Views Geld zu machen. Sonst geht nicht nur ihr Facebook und Yahoo Engagement schief, sonnst könnte auch ihre Cloud-Strategie in die Hosen gehen. An was erinnert mich das? An die IBM Microsoft OS2 Allianz. Das Kolloss IBM war nicht mehr in der Lage ein modernes Client-Betriebsstem zu entwickeln und hat sich Microsoft angelacht. Jetzt ist Microsoft in der gleichen Position. Wenn alles in die Cloud abwandert und Microsoft nichts hat um darin Geld zu verdienen, wird der letzte das Licht löschen müssen oder Microsoft zieht sich wie IBM in die Businesswelt zurück (und wird sogar irgendwann noch von IBM gekauft?).

Erkennt der andere Steve dies? Ja und beim Betriebssystem siehts selber ja nicht besser aus. Da stehen Apple und Microsoft unter Druck. Es ist Apple eher zuzutrauen, dass sie eine Cloudstrategie und ein Cloudbetriebssystem hinkriegen. Es deutet ja alles dahin, dass Apple die Hardware seiner Produkte zugunsten der Cloud abspeckt. Nur hat Apple eine Strategie, wie mit Diensten und Services aus der Cloud Geld verdienen kann. Im Gegensatz zu Microsoft hat Apple am Betriebssystem nie Geld verdient. Also ist Apple das Betriebssystem eigentlich egal ob es Cloudbasiert ist oder nicht. Die beiden Steves hätten doch einiges zu diskutieren.

Was ist Deine Meinung dazu?

MacOS App Store macht Software gratis und innovativ

von Reto Hartinger

iTunes und der App Store haben zusammen 5 Mia Umsatz generiert (+23%). Im Vergleich: Adobe hat 3,5 Mia Umsatz gemacht. Wenn Apple den App Store für das MacOS bringt, könnte ein grosser Teil der Programme auch von Adobe, FileMaker und Microsoft über den AppStore verkauft werden und Apple schneidet sich davon wieder 30-40% ab. Der Vertrieb via konventionelle Wege ist nicht günstiger. Die Händler und Distributoren langen auch mächtig zu.  Dazu kommen die Produktionskosten und das Werbematerial.

Segen für die Softwareindustrie

Aber vor allen kleinere Softwareschmieden werden den AppStore begrüssen. Durch den AppStore bekommen sie endlich Zugang zum Weltmarkt. Es ist extrem aufwändig und teuer, überhaupt eine Distribution in seinem Heimmarkt zu kriegen, geschweige denn in der ganzen Welt.

Microsoft war der Totengräber der Softwareindustrie, Apple ist ihr Retter

Microsoft hat mit Office die Softwareindustrie gekillt. Ich kann mich noch gut erinnern, wie jedes Jahr ein bis drei neue Software-Renner auf den Markt kamen. Die Softwareindustrie war innovativ. Microsoft hatte Word und Excel und den Rest wollten die Kunden nicht. Dabei waren nicht mal diese beiden die Bringer – Lotus 123 und Wordperfect waren nicht nur besser, sie verkauften sich besser. Richtig schrottig war Powerpoint – da gab es 5 Konkurrenten die allesamt um Längen besser waren. Doch Microsoft hat diese Programme zusammen auf eine CD gepackt und diese als Office verkauft. Siehe da, es wurde ein Renner. Immer dann wenn ein Microsoft Produkt zu schlecht war, um es zu verkaufen, wurde es schlussendlich in Office versenkt bzw. verschenkt. Siehe Access und Internet Explorer oder MSN.

Distribution ist das Hauptproblem von Software

Die Konkurrenz war sofort tot. Es gab auch keine Möglichkeit mehr Software zu entwickeln. Man hätte gar keine Distributoren gefunden, die gegen Microsoft angetreten wären. Zu teuer. Alle Konkurrenten sind gestorben und neue wurden nicht entwickelt. Nicht einmal neue Produktekategorieen. Adobe (bzw. alle Softwarehauser die in Adobe aufgingen) war eine der Einzigen Softwareschmiede die überlebte.

Innovation wird wieder kommen

Ich habe Ende 80er einige extrem gute französische Softwareschmieden kennen gelernt. Die hatten Sensationelle Produkte, eine erfolgreiche Distribution aufzubauen war aber fast ein Ding der Unmöglichkeit. Jetzt wird es sich wieder lohnen, Software zu entwickeln. Eine gute Software zu entwickeln ist nicht wieder für 5-Mann Betriebe oder gar Einzelmasken machbar geworden. Ich bin sicher, dass damit wieder gute Programme entstehen.

Die Cloud muss warten

Es könnte sogar sein, dass sich damit der Durchbruch des Cloudcomputings verzögert. Vielleicht laden wir die Programme aus dem Appstore auf die Maschinen runter, belassen die Daten in der Cloud aber die Programme laufen native. Ist vielleicht gar nicht einmal so schlecht.

Die grossen Programm bringen den Umsatz, die kleinen die User

Apple wird mit den grossen Programmen das Geld machen. Der LongTail wird wieder voll spielen. Es braucht viele kleine Programme um die Plattform als Ganzes interessant zu machen. Wegen der kleinen Programme werden die User ständig drauf gehen um zu sehen was es Neues gibt.

Software wird gratis

Wenn Software über den AppStore verkauft wird, wieso sollte es dann nicht möglich sein, die Software mit Werbung zu bespielen? Damit könnte Software gratis werden und Apple hält nochmals die Hand hin.

Steve Jobs versteht Software nicht

von Daniel Niklaus

Ich habe grösste Hochachtung vor der Lebensleistung von Steve Jobs. Was er alles auf die Beine stellte und welchen Technologien er zum Durchbruch verhalf, ist bemerkenswert. Er ist ein Genie, was Gesamtkonzepte anbelangt. Während Steve Balmer ein iPhone ansieht und sagt: „bringt nichts“, sieht Jobs, wohin die Reise gehen wird. Er ist der Hardware-Guru, er ist der Meister der Gesamtkonzepte. Wie aber Software funktioniert, davon hat er seit eh und je wenig Ahnung (wahrscheinlich, weil sie ihn nie gross faszinierte).

Eine der grossen Apple-Mythen ist, dass Apple Computer so viel einfacher zu bedienen sind. Es mag wohl einfacher als DOS gewesen sein, aber schon zu Mac Zeiten gab es GEM oder RiscOS. Betriebssysteme, die mehr als ebenbürtig waren. Und manch einer, der von Windows auf Mac umstieg, kehrt heute reumütig zurück, weil Windows 7 mindestens so gut ist.

Apple-Apps sind eine vorübergehende Zeiterscheinung

Steve Jobs verkündet wieder einmal einen grossen Wurf. Dieses Mal mit seinem Betriebssystem. Nächsten Sommer sollen wir den AppStore auf seinem Betriebssystem erhalten. Wow – da kann ich nur laut gähnen. Apps sind tote Pferde, die nur eine vorübergehende Erscheinung sind. Warum soll ich mich als Entwickler in Zukunft auf wenig Marktanteil beschränken, wenn ich den gesamten Markt haben kann?

Cloud, HTML5 und ein Browser

Mehr braucht es nicht. Ich kann tatsächlich einzig für Apple entwickeln. Aber es macht in Zukunft schlicht keinen Sinn mehr. In Zukunft schreibe ich meine Applikation einmal für alle Browser. Dann läuft die Software auf allen Apple, Android, Windows 7, Windows Mobile 7 Geräten und was sonst noch kommt. Mozilla Labs hat dazu einen offensichtlichen Architektur-Entwurf lanciert.

Apples iPhone Marktanteil wird zurückgehen

Auch auf die Gefahr hin, dass man mich auslacht, Apples Marktanteil wird wieder zurückgehen und es fängt beim iPhone an. Sobald eine Geräteklasse oder eine Software den Mindeststandard erreicht hat, zählt nicht mehr die Innovation, sondern es zählen andere Faktoren wie Marketingpower, Verfügbarkeit und der Preis. Apple mag viel Geld in der Kasse haben, aber gegen die gesamte Marketingpower von Microsoft, HTC, Samsung, Nokia & Co. werden sie nichts anrichten können. Diese werden ihre Geräte beim Kunden platzieren. Apple kann dabei nicht mehr mit Innovationen auftrumpfen, es scheint, als ob beim iPhone der „Mindeststandard“ erreicht ist. An was man dies erkennt? Wenn ein Hersteller nur noch „more of the same“ bringt. Das iPhone4 hat einen schnelleren Prozessor, einen besseren Bildschirm, aber nichts, dass es für den Kunden massgeblich vom Vorgänger abhebt (Facetime scheint nicht der Bringer zu sein). Also kaufen die Kunden das günstigere Galaxy oder sonst eine Alternative. Für die meisten Leute genügt dies.

Was bedeutet dies für mich als Entwickler?

Wenn Apples Marktanteil zurückgeht, verliert der AppStore an Attraktivität. Da baue ich meine Applikationen lieber mit HTML5.

Aber da war doch noch was…

Steve Jobs verspricht Mac-Nutzern nichts weniger als iPad-Feeling auf ihrem stationären Rechner. Das könnte ein Grund sein, einen Apple zu kaufen. Weil hier geht es wieder um ein Gesamtkonzept und da kann ich mir fantastisches Vorstellen. Der AppStore ist es aber bestimmt nicht.

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