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Gewonnen und zerronnen – Ringier stellt Vanilla ein

von Thomas Lang

Die Ringier Konzernleitung hatte gerade Mal knapp 8 Monate Geduld, die mobile Payment, Loyality und Couponing Lösung vanilla am Leben zu erhalten. Heute wurde diese Dienstleistung völlig überraschend eingestellt. 3 Wochen nach der Auszeichnung mit Gold in der Kategorie “Innovation” am Best of Swiss Web 2011.

Wir waren ja von Anfang an kritisch eingestellt gegenüber Vanilla, weil sie keinen klaren Fokus aufwies. Das Konzept war nicht zu Ende gedacht, der Business-Case war nicht schlüssig. Technologisch überzeugend umgesetzt war die Anwendung überladen, sie wollte zu viel. Weniger wäre mehr gewesen. Vor allem aber fehlt ihr eines; die Community!

Vanilla ist war eine “take it or leave it” Anwendung, oder wie es unlängst auch formuliert wurde; “buy or fuck off”. Ganz im Stil von; das ist das Angebot, bedien Dich. Aber sag uns auf keinen Fall, was Du magst, von was Du mehr möchtest und wo wir falsch liegen.

Völlig unverständlich ist das Aus zum jetzigen Zeitpunkt. Um uns herum boomen mobile Couponing Lösungen, Location Based Deals und vieles mehr. Unlängst haben wir an einer Konferenz die Frage aufgeworfen, ob die Groupon-Klone das mobile Rennen machen werden oder doch Facebook mit Deals und Places. Ersteres hat sich zwischenzeitlich konkretisiert, Groupon hat Whrrl übernommen.

Dass Ringier Vanilla den Stecker gezogen hat zeigt einmal mehr, dass man beim Medien Konzern das E-Business einfach nicht verstehen will oder kann. Mit Vanilla war man bzgl. mobile Lösung in der Poleposition, hätte die einmalige Chance gehabt, das Couponing-Geschäft aufzubauen und den Markt strategisch zu besetzen. Mit Ringier einen starken bekannten Partner im Hintergrund der für Vertrauen steht. Man hätte etwas mehr Geduld benötigt – Geduld, die man wohl bei der Lancierung eines Printproduktes gerne mal 3-5 Jahre walten lässt.

Vanilla wurde lanciert als “strategischen Stossrichtung zum Ausbau der Internet-Aktivitäten im Bereich transaktionsbasierter Plattformen”, so der Wortlaut aus der Medienmitteilung vom 15.9.2010. Das Ende nach 8 Monaten zeugt wenig von strategischer Stossrichtung oder vielmehr, dass es nach wie vor keine Strategie beim Medienhaus gibt. Geschenkidee.ch bleibt nach wie vor die einzige funktionierende Transaktionsplattform im Ringier-Portfolio die sich nicht um totes Holz dreht – notabene hat man den Geschenke E-Commerce Pionier für gutes Geld eingekauft. Auch dort muss man aufpassen, dass man den Zug nicht verpasst. Die Plattform mutet immer “Eins-Nulliger” an.

Schade, mit Vanilla vergibt man eine einmalige Chance und wirft eine technologische Innovation weg. Aber evtl. haben wir doch noch recht, und Vanilla wird mit SI-Style verschmolzen, dem Augmented Reality Shop-Finder aus dem selben Haus. Anfangs Oktober 2010 haben wir schon prognostiziert:

“Während die SI-App mehr auf die lokalen Stores und die Integration von Augmented Reality setzt, ergänzt Vanilla das Shopping-Vergnügen mit der mobilen Payment Anwendung. Gut möglich, dass diese Apps in naher Zukunft verschmelzen werden.”

(Crossposting)

SociallyPay sucht Developer

von Falk Wolsky

Auf der Zugfahrt zurück von Wien nach Einsiedeln streikt der Tomcat auf meinem Rechner. Ich kann stundenlang nichts programmieren. Mist. Das geht für mich eigentlich gar nicht. Also setze ich mich an ein anderes Thema was mir seit Wochen durch den Kopf geht und schaffe es, die gesamte Patent-Anmeldung für SociallyPay im Zug zu schreiben. Das ist knapp 3 Wochen her.

Inzwischen gibt es Website (www.sociallypay.com), Facebook-Page mit schon 100 Likes (www.facebook.com/SociallyPay) und Twitter (www.twitter.com/sociallypay) mit 550 Followern. Das spornt an. Irgendwie hat es diese Erfindung “eiliger” als meine anderen…

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Worum geht es eigentlich:

Ausgangspunkt war ein hochinteressantes Gespräch mit Frau Schneider, einer Verlagsleiterin in Bern (wieder im Zug…). Aus meiner Sicht müssen Verlage in Zukunft aufhören ausschließlich ganze Werke zu verkaufen. Verlage haben in Ihrer “Produktion” bereits Zugriff auf die thematischen Einzelteile. Also sollten sie diese Einzelteile für die kommenden jüngeren Zielgruppen ebenso zugänglich machen und die Zusammenstellung eigener Werke aus diesen “Snippets” für die Kunden möglich machen… Damit verbunden muss es aber eine einfache Möglichkeit geben, paid Content auch ohne Hürden bezahlen zu können. Und die jüngere Zielgruppe ist natürlich im Social Media Space zuhause. Womit die Idee schon gut umrissen ist…

SociallyPay ist ein Web-Button auf dem ein Preis steht, mit dem man sich an einem “Dienst” wie Facebook, Twitter, Google oder Yahoo anmeldet und genau mit dieser Anmeldung eine Zahlung autorisiert. Wenn man SociallyPay das erste mal benutzt, gibt man die Verbindung und einige Einstellungen zu einem Payment Provider wie PayPal oder Google Checkout an. Später können SociallyPay Benutzer einfach mit ihrem SocialNetwork Login bezahlen und müssen keine sensiblen Daten mehr eingeben. Da viele ohnehin den ganzen Tag eingeloggt bleiben, reduziert sich das bezahlen im Web im besten Fall auf einen einzigen Klick. Aus der Perspektive der eCommerce Betreiber oder Content Anbieter – die nur den Button integrieren müssen – eine geniale Kombination. Man vereinfacht die Zahlung für die Kunden und kann deren Social Media Profil erhalten, wenn die Kunden es “freigeben”. Damit erhält man eine direkte Bindung von Produkten und Social-Media Profilen!

Kurze Rede, langer Sinn: Ich suche Entwickler, die sich mit Payment Provider APIs – natürlich am Anfang vor allem mit PayPal und Google Checkout auskennen. Bei Interesse bitte einfach eine Mail an falk.wolsky@sociallypay.com senden.

Und wie immer: Vielen Dank an Reto!

Zähneklappern im E-Commerce wegen Googles neuer Rankingkriterien

von Reto Hartinger

Wie bereits erwähnt, hat Google seine Code nochmals massiv geändert um guten vom schlechtem Content zu trennen. Waren früher Seiten betroffen, sind es jetzt die ganzen Websites. In den USA, wo die neuen Kriterien bereits angewandt werden, haben Sites bis zu 75 % des Traffics und damit auch des Umsatzes verloren. Andere haben massiv gewonnen, so meint der Präsident der Online Publishers Association Pam Horan, dass ihre Mitglieder 1 Milliarde Mehreinnahmen pro Jahr generieren werden.

Viel Text wird also massiv bevorzugt. Das kann bei E-Commerce Sites fatale folgen haben. Eine Shop mit kurzer Produktbeschreibung, Foto und Link, könnte um mehrer Plätze zurückfallen. Im schlimmsten Fall von der ersten Seite verschwinden. Aber schon ein Fall von Platz 1 auf 3 ist ein Umsatzkiller. Die Topplatzierung kann 30-50 % der Klicks für sich behaupten, Platz 3 dümpelt bereits bei ca 10 % vor sich hin.

Es wird für E-Commerce Websites noch wichtiger auf User Generated Content, GoodRelations Web 3.0 Produktbeschreibungen zu setzen und sich auf Google Shop Search vozurbereiten. Aber auch eine einwandfreie Technologie die Google hilft die Inhalte leicht und vollständig indexieren.

An der E-Commerce Konferenz greifen wir diese Theman auf. Wer nicht zu den Umsatzverlieren gehören will, muss nächste Woche dabei sein. Dieses Jahr könnte Deine Site die Differenz machen oder eben überrollt werden.

E-Commerce Trends

von Reto Hartinger

Am 15. März findet wieder die grosse Internet Briefing E-Commerce Konferenz statt. Neben praxisorientieren Referenten sitzen unter den Teilnehmern auch bekannte E-Shops und -Marken.

Auszug aus der Teilnehmerliste.

A. Vogel Verlag    ARP-Datacon AG    Athleticum Sportmarkets    Brack Electronics AG

Hewlett-Packard     Kaba    La Prairie Group JUVENA    Lindt & Sprüngli    Migros

Möbel Pfister     NAHRIN    neckermann.ch   NZZ Neue Zürcher Zeitung    PKZ

Pro Juventute    Schw. Mobiliar   Swiss Post Solutions   Swisscom   Zur Rose Retail

Bist Du bereits dabei? Hast Du Dein Umfeld auf die Konferenz aufmerksam gemacht? Als Mitglied dürfen

Deine Kontakte zu Mitgliederkonditionen dabei sein, wenn sie bei der Anmeldung Dein Name ins Bemerkungsfeld schreiben :

E-Commerce Konferenz 2011

15.3.2011 08.30-17.30

Kongresshaus Zürich

08.30-09.15 State of E-Commerce in Switzerland

09.15-09.55 Social Shopping und Facebook Commerce

09.55-10.40 Local Commerce – Wird der stationäre Handel wieder eine Chance verpassen?

11.00-11.30 E-Commerce über alle Kanäle

11.30-12.00 Formulare die verkaufen

12.00-12.30 5 Technische Erfolgsfaktoren für den erfolgreichen Shop

13.30-14.15 Multichannel Commerce: „Einkaufen aus der Hosentasche“

14.15-14.45 Mobile Plattformen – Nur eine weitere Plattform im Multi Channel Portfolio?

15.00-15.40 Möbel Pfister: iPhone, iPad und Augmented Reality

16.15-16.50 B2B-E-Commerce: Was gilt es zu beachten?

16.50-17.30 GoodRelations: Dank Semantik Produkte in Google besser darstellen und rangieren

Anmeldung und alle Abstracts

Dos and dont’s im Performance Marketing

von Beat Z'graggen

Noemi Alvarez fasste ihre zehnjährige Erfahrung, die sie unter anderem bei eBay und Kuoni mit allen online Marketing Kanälen (SEM, SEO, Display und Affiliates Marketing) gewonnen hat, in konkrete Tipps zusammen. Sie präsentierte die Dos and Dont’s des Performance Marketings.

Hier eine Zusammenfassung des Internet-Briefing Vortrages von Noemi Alvarez. Sie ist bei Kuoni für online Marketing zuständig und gab Ihre Erfahrungen mit Performance Marketing weiter.

Messen Sie alles und identifizieren Sie die besten Deals, damit Sie Ihr Budget optimal verteilen können
Zuerst muss sichergestellt werden, dass das Tracking funktioniert. Es gibt Deals mit vielen Konversionen und solche mit geringen Kosten pro Konversion. Wichtig ist es, den Erfolg zu messen.

Interessant zu vermerken: Im Saal waren sich fast alle Anwesenden einig, dass die Suchmaschinenoptimierung am meisten Umsatz pro investiertem Franken bringt und die beste Performance aufweist.
Performance von Deals

Testen Sie alles bevor Sie Entscheidungen treffen
Sollen Sie Urlaub als Keyword für Ihre SEM Kampagne buchen?
Welches Landingpage generiert am meisten Buchungen?

  • Seite mit Angeboten
  • Möglichst viele Inhalte
  • Emotionale Seite mit Videos und Bildern

Welche Ihrer Produkte werden am besten online verkaufen?

Entdecken Sie Nachfrage und gewinnen Sie Kunden
Die Nachfrage sollte immer analysiert werden. So kann es sein, dass viele Suchende nach den Malediven am Schluss Mallorca buchen. Diese Erkenntnis kann genutzt werden, um mehr Besucher zu Kunden zu machen. Es ist auch wichtig zu erkennen, woher die hochpreisigen Buchungen kommen und nicht nur auf die Anzahl der Konversionen zu sehen.

Erkennen und vermeiden Sie die Doppelmessung von Konversionen
Die meisten Analysetools wie Google Analytics messen standardmässig nur den letzten Besuch, der zur Konversion geführt hat. Der Besucher war aber vorher zum Beispiel zuerst bei einem Affiliate, kam dann wieder über Google AdWords und buchte dann bei einem Besuch, wo er direkt über einen Bookmark auf das Angebot gekommen ist.
Erkennen und vermeiden Sie die Doppelmessung von Konversionen

Performance Marketing bedingt ein stetiges optimieren
Je nach Ressourcen und Volumen sollten alle Massnahmen im Performance Marketing ständig optimiert werden. Analysieren Sie die Suchmaschinenoptimierung mit den gleichen Kennzahlen wie die anderen bezahlten Kanäle. Zu optimierende Suchbegriffe anhand von Besucherzahlen zu definieren anstatt auf die daraus resultierenden Konversionen zu achten ist ein grosser Fehler.
Performance Marketing bedingt ein stetiges optimieren

Verhandeln Sie ständig und erarbeiten Sie sich gute Deals
Mit Google kann man zwar nicht verhandeln aber bei Affiliate-Systemen oder Portalen liegt je nach Verhandlungsmacht viel drin. So können die Provisionen von Affiliate-Systemen von 30 % bis auf 20 % heruntergehandelt werden. Dazu muss man aber sicherlich auch ein grösserer Kunde sein, der mindestens CHF 100’000 Umsatz pro Monat bringt.
Verhandeln Sie ständig und erarbeiten Sie sich gute Deals

Weitere Tipps im Performance Marketing

Schweizer Onlinehandel wächst 2010 auf 8.7 Milliarden Franken an

von Thomas Lang

Der Schweizer Onlinehandel legte zwischen 2008 und 2010 um satte 48% zu und erwirtschaftete im vergangenen Jahr knapp CHF 8.7 Mrd. Dies das Rekordergebnis der alle zwei Jahre durchgeführten Studie der Universität St. Gallen (HSG) gem. heutiger Medienmitteilung (PDF).

Damit wurde die zwei-jährliche Wachstumsrate deutlich gesteigert, nachdem diese 2008 noch mit 38% ausgewiesen wurde (Onlineumsatz 2008: CHF 5.87 Mrd.).

“Für die Studie wurden zum Jahresende 2010 zum siebten Mal in Folge über 1000 Passanten in dreizehn Schweizer Städten befragt. Besonders stark gewannen im Vergleich zu 2008 erneut Ferienreisen (+9.9 Prozent Online-Kunden) und Flugbuchungen (+9.3). Aber auch Software (+8.7), Tickets für Veranstaltungen (+7.2) und Musiktitel (+6.6) erfreuen sich nach wie vor steigernder Beliebtheit im Internet. Bei Produkten wie Bekleidung, Möbeln, Lebensmitteln, Büchern oder auch Second-Hand-Artikeln steht die kombinierte Nutzung von Ladengeschäft und Online-Shop im Vordergrund.”

Was wir im letzte Jahr als E-Commerce Trend “Multichannel Fulfilment” bezeichnet haben, hat nun auch Prof. Dr. Thomas Rudolph von der HSG mit seiner Studie belegt. Die Kombination von Internet- und Filialhandel ist gefragt.

“Immer mehr Kunden erwarten von Händlern ein konsistentes Angebot im Internet und im Filialhandel. Stationäre Händler, die kanalübergreifend ein ansprechendes Einkaufserlebnis bieten können, sind im Vorteil.”

Ebenfalls stieg der Anteil der Personen, die unterwegs mobil auf das Web zugreifen um 15% auf einen Anteil von 44%. Der mobile Absatzkanal wird auch gemäss der HSG-Studie weiter an beliebtheit gewinnen, zumindest in der Schweiz.

Weitere Details werden am St. Galler Internettag vorgestellt, der am 29. März 2011 stattfindet.

Zwei Wochen davor alles zur zukünftigen E-Commerce Entwicklung an der Internet-Briefing Konferenz.

(Crossposting)

Internet Briefing beginnt gleich mit einem Rekord!

von Reto Hartinger

Mehr als 2 Wochen vor dem nächsten Internet Briefing vom 1. Februar hat die Session

Formulare die besser verkaufen

bereits 65 Anmeldungen. Das ist Rekord. Über Mittag können wir maximal 80 Personen aufnehmen. Diese werden ganz sicher erreicht, wohl locker überschritten. Möchtest Du also unbedingt dabei sein, musst Du Dich sofort anmelden. Ich werde dieses Referat von Dani Niklaus in angepasster Form auch an der E-Commerce Konferenz bringen.

Es würde mich freuen, wenn Du Dich zu den weiteren Briefings auch bereits anmelden und vor allem, wenn Du die Konferenzen bei Deinen Kontakten bekannt machen würdest.

Hier das weitere Programm

1.02.2011 17.30-20.00 Dos and dont’s im Performance Marketing

2.02.2011 17.30-20.00  Working in the cloud – Wie arbeitet man im Netz

Konferenzen:
01.02.2011      Affiliate Marketing Konferenz

15.03.2011      E-Commerce Konferenz

24.03.2011      2. Social Media Marketing Konferenz
Zu den Konferenzen können Deine Kontakte zu Mitgliederkonditionen kommen, wenn sie ins Bemerkungsfeld “Gast von DeinName” schreiben. Es können auch unbegrenzt viele kommen. Du musst dazu bei einer Konferenz nicht selber anwesend sein. Zu den normalen Briefings kannst eine Person gratis mitnehmen, Du selber musst aber anwesend sein und es muss Platz haben.

Rückblick: Die E-Commerce Trends 2010

von Thomas Lang

Zu Beginn des sich nun zu Ende neigenden Jahres haben wir für uns die E-Commerce Trends 2010 definiert.

Hier ein kurzer Rückblick; was hat sich bewährt, was ist eingetreten und wo lagen wir so ziemlich daneben:

  1. Click & Collect / Multi-Channelling
    Wir nennen es zwischenzeitlich “Multichannel Fulfilment” um einer Verwechslung mit dem Multichannel-Marketing vorzubeugen. Vor allem bei den traditionellen Händlern, die noch über ein Verkausnetz verfügen, stand und steht die kanalübergreifende Bedienung immer noch weit oben auf der Agenda. 2010 konnte man beobachten, wie reine Onlinehändler sich auch im stationären Handel versuchten, stationäre Händler 2010 den Onlinevertrieb lancierten und wer schon in beiden Kanälen präsent war, sich auch den mobilen Kanal erschloss. Dieser Trend der ganzheitlichen Betrachtung und Pflege der Kundenbeziehung wird sich auch im neuen Jahr fortsetzen.
  2. Shop-Optimierungen; Conversion-Rate, Usability und Neuromarketing
    2010 war hoffentlich das Jahr in dem das Bewusstsein geschärft wurde, dass Shop-Optimierung kein Projekt ist, sondern ein ständiger Prozess. Das Definieren, Erheben, Analysieren und Massnahmen ableiten von KPIs in der gesamten Onlinevertriebs-Wertschöpfung ist eine zentrale Aufgabe jedes E-Commerce Managers. Aber nicht nur das; wer sich rein auf diese Kennzahlen konzentriert,wird neue Trends verpassen und Mehrwerte nicht beachten, die sich a-priori (noch) nicht rein über KPIs messen lassen (”kill the KPIs“).
  3. Augmented Reality und Location Based Services
    Einige lustige und spannende Ansätze im Bereich von Augmented Reality haben wir 2010 gesehen. Wir sind aber noch nicht über den Status der Spielerei hinausgekommen. Es scheint, als liesse sich diese – immer noch für viele – verblüffende Technologie erst sehr eingeschränkt kommerziell nutzen. Versuche unternommen haben beispielsweise die iApp von Atelier Pfister, die das Platzieren von Designermöbeln im eigenen Wohnraum ermöglicht. Auch die iPhone-Anwendung von SI-Style mit dem Shop-Finder ist vielversprechend.
  4. Shop-Suche: Suchen, Filtern, Finden, Kaufen
    Die Relevanz einer ausgeprägten und guten Shop-Suche haben die meisten E-Commerce Plattformen erkannt und teilweise auch schon umgesetzt. Funktionen wie Type-Ahead, Fehlertoleranz wie auch Facetten- und Filtersuchen sind bei den meisten Betreibern angekommen. Von den wirklich spannenden Disziplinen wie Guided-Navigation gab es auch im vergangenen Jahr ein paar gute Schweizer Beispiele wie Interhome, Alpha oder den Denner Wineshop. Bereits warten aber neue Herausforderungen auf die Shopbetreiber, denn Google erhöht mit neuen Features wie Instant, Preview oder auch die visuellen Suchen (z.B. boutiques.com) ständig die Benutzererwartung.
  5. Quo Vadis Social Commerce
    Das haben wir uns zu Beginn des 2010 auch gefragt. Wir sind der Meinung, dass Social Commerce kein Megatrend ist, sondern zu unserem ursprünglichsten Verhalten gehört. Die Herausforderung liegt darin, dieses Verhalten auf die neuen Medien- und vor allem Absatzkanäle transformieren zu können. Und das bleibt auch 2011 eine spannende Herausforderung, insbesondere im Zusammenhang mit dem nächsten Trend.
  6. Social Graph und Social Network Integrationen
    Allen voran Facebook aber auch Twitter haben einen regelrechten Siegeszug im nun zu Ende gehenden Jahr hingelegt. Im April lancierte Zuckerberg den Facebook “I Like” Button, der sich in Windeseile nebst Newssites v.a. auch in Shopping-Sites etablierte. Fortan wurden Artikel geliked, Sortimente in die Facebook-Timeline übernommen und in den Social-Media Kanälen weiter diskutiert. Klicke ich “I Like” bei einem Shopartikel, sehen das meine Freunde. Und wenn von denen auch nur wenige Prozente diesen auch mögen, verzeichnen die E-Commerce Plattformen einen unglaublichen Skalierungseffekt in der Verbreitung Ihrer Artikel in den Social Graphen – dem persönlichen Beziehungsnetz jedes einzelnen potentiellen Kunden. Der Jeans-Hersteller Levis war einer der ersten, der das Potential erkannte, und sich diese neue Funktion zu nutze machte. Weitere folgten. Fast jeder Player präsentiert seit diesem Jahr seine Produkte auch auf Facebook. Die meisten kommunizieren Sonderangebote und Schnäppchen. Andere wie der Schweizer Kontaktlinsen Spezialist Linsenmax verkauft bereits erfolgreich vollintegriert in Facebook.
  7. Videos: Präsentationen, Demonstrationen und Shoppingerlebnisse
    Dieser Trend hat sich noch nicht in dem erwarteten Masse durchgesetzt. Es gibt den einen oder anderen Shop, der mit Videos experimentiert, wie beispielsweise Weltbild Schweiz oder auch Brack, der auf Unboxing-Videos setzt. Bei den Schweizer Playern ist aber bei keinem eine echte Videostrategie zu erkennen noch hat man sich an Video-Verkaufskonzepte gewagt. Das Potential ist nach wie vor hoch, aber auch der Respekt vor den Produktionskosten.
  8. E-Commerce Currencies
    Eines der spannenden Themen auch im Jahr nach der Finanzkrise bleiben die Währungen.Facebook experimentierte bereits länger mit seiner eigenen Währung “Facebook Credits”, die bis anhin nur im Gaming-Bereich eingesetzt wird. Bereits sind die Facebook-Credits bei US-Grossverteilern in Form von Geschenkkarten physisch und stationär käuflich. Und obwohl es weiterhin von Facebook selber dementiert wird, gehen wir davon aus, dass diese Credits früher oder später auch für den Handel von Gütern genutzt werden können. Nicht zuletzt auch, weil kürzlich Facebook verlauten liess, nun auch intensiver auf den E-Commerce setzen zu wollen und entsprechende Kampagnen für die Credits bereits früher lancierte.
  9. Groupon – Gutscheine von und für die Community
    Man ist fast geneigt zu sagen, dass 2010 als Jahr des Grouponfiebers in die Geschichte eingehen wird. Gropon entpuppte sich als das am schnellsten wachsende Unternehmen überhaupt. Unzählige Klone buhlten um die Gunst der Käufer und deren Sales-Mitarbeiter klapperten die KMUs massenweise ab auf der Suche nach dem nächsten Deal. In der Schweiz sind mittlerweile drei Plattfomen aktiv: DeinDeal startete im März, wenig später folgte CityDeal das kurz darauf von Groupon selber übernommen wurde. Und seit einigen Wochen ist auch ein Schweizer Ableger von DailyDeal aktiv. Das Groupon-Fieber gipfelte darin, dass deren Gründer vor einigen Tagen gar ein Übernahmeangebot von Google über astronomische USD 6 Mrd. ausschlugen. Groupon dürfte sich aber mittelfristig zu Tode laufen, so dass dringend neue Verkaufskonzepte gefragt sind. Gut möglich, dass sich Groupon auch hierzulande zur Händlerplattform mausert für die KMU-Anbieter. In den USA laufen bereits einige Tests.
  10. Mobile Commerce and beyond – third, fourth and fifth Screen
    Der letzte prognostizierte Trend hat dann auch so richtig eingeschlagen. Zum einen ist – im Gegensatz zu Deutschland – der Mobile Commerce in der Schweiz stark im Aufwind aufgrund anderer Rahmenbedingungen (Smartphone Dichte, Flatrate-Angebote, Anzahl Telcos, die das iPhone 3 vertreiben konnten u.a.m.). Bereits sind zahlreiche Shopping-Apps verfügbar, einige davon auch mit dem erklärten Ziel, über den mobilen Kanal auch Frequenz in den stationären Handel zu bringen. M-Commerce verzeichnet denn auch den grössten Zuwachs an Neukunden im Kanalvergleich. Noch mehr Möglichkeiten für den Distanzhandel bieten die Tablet-PCs. Das iPad hat hier an Ostern 2010 für einen regelrechten Boom gesorgt und wird den E-Commerce verändern, oder zumindest bereichern und erweitern. Tablets können neue Käuferschichten erschliessen und ermöglichen die Produkt- und Sortimentspräsentation in neuen Situationen; nicht im Arbeitszimmer am Desktop sondern gemeinsam im Wohnzimmer auf dem Sofa. Man darf behaupten, das iPad wird den E-Commerce partiell revolutionieren, wenn es weiterhin so spannende Shopping-Apps wie diejenige von Net-a-Porter zu Tage fördert.

Ab Montag 3. Januar 2011 publizieren wir drübern die Carpathia E-Commerce Trends 2011 – bis dahin wünschen wir allen Lesern einen Guten Rutsch und einen erfolgreichen Start ins neue Jahr – “es herzlichs guets Nois“.

Vorankündigung: Mobile- und E-Commerce Konferenz am 15. März 2011

(Crossposting)

Suchmaschinen- und Facebookwerbung: Der Kuchen explodiert

von ChristophSeitz

Co-Autor: Peter Schiratzki

Das Internet Briefing am 10. November lädt zum Thema Suchmaschinen- und Facebookmarketing. Unter den Rednern sind Millionäre und Milliardäre. Verwalter von Millionen von Keywords und Firmen mit Milliarden von Pageviews. Die Redner plaudern aus dem Nähkästchen und bringen zahlreiche Beispiele aus der Praxis. Kombiniert mit Theorie und „Best Practices“ wird die Konferenz mit einem vermeintlich sehr spezifischen Thema zu einem unglaublich vielseitigen Erlebnis und Lehrgang.

Die 10 Gebote des Search Engine Marketings

Lucia Yapi von Yapi Web macht den Start und setzt gleich den Pace für den Tag: Die AdWords-Welt ist vielseitiger und komplexer, als viele vielleicht dachten. Da hiflt es, einige Grundregeln zu beachten. Zum Beispiel: Überlege, was du mit deiner Kampagne erreichen willst. Sind es Klicks, Impressions, Conversions? Und auch andere Themen wie “Versetze dich in den User” und das Relevanzdreieck aus Suchbegriff, Anzeigentext und Zielseite ziehen sich als rote Fäden durch den Tag. Relevanz senkt den Cost per Click (CPC) und ist Voraussetzung für das Erreichen der Zielwerte. Ist die Kampagne einmal vorbereitet und aufgegleist, solle man nicht knausern: „Denken Sie Flugzeug!“ Heisst: Genügend Saft geben und die Kampagne gleich auf Flughöhe bringen. Turbulenzen könne man nachher meistern.

SEM wird professionalisiert, auch in der Schweiz

Noemi Alvarez von Kuoni zeigt eindrücklich auf, weshalb aufgeweckte Firmen im neuen Jahrzehnt interne Search-Spezialisten-Teams haben: Suchmaschinen­marketing ist Hirn- UND Knochenarbeit. Bei (Hundert)Tausenden von Begriffen und Begriffskombinationen braucht es einen klare Optimierungsstrategie und dauernde Tests. „Wir buchen alles und testen alles“. Suchbegriffe mit Top-Performance werden gehegt, Mid Performers optimiert, Low Performers kompromisslos ausgemistet. Longtail Strategien lohnen sich und lassen sich auch gut dem Management verkaufen, wenn sie so konsequent und professionell durchgeführt werden wie bei Kuoni. Dazu werden auch A/B – Tests mit Zielseiten eingesetzt, wobei Video besonders gut abschneidet– engagetheuseremotionally! Mit diesen Optimierungen auf allen Ebenen wird fast doppelt so viel Umsatz ausgelöst.

Offline-Werbung ist tot. Es lebe die Offline-Werbung!

Tim Riepenhausen führt ebenfalls vor, dass die Search-Maschine nur richtig läuft, wenn alle Rädchen aufeinander ausgerichtet sind – vor, während und nach dem eigentlichen Klick. Fernsehwerbung z.B. befruchtet SEM und umgekehrt. Im präsentierten Beispiel steigerte SEM + TV die ungestützte Markenbekanntheit um fast 50% gegenüber TV allein. Dabei sei es wichtig, dem Konkurrenten immer einen Schritt voraus zu sein. Was aber nicht heisst, dass das Suchwort immer auf Platz 1 angezeigt werden muss. Position 4 bringt meist bessere Klicks mit mehr Conversions. Dafür ist die Reichweite sehr viel kleiner. Ausserdem ist er ein Vertreter von Bidmanagement Tools und gibt einen Eindruck, wie eine direkte Anbindung an einen Shop die Just-In-Time Verkäufe auf die nächste Ebene bringen kann.

SEM ist wie Autofahren – alle können es, die wenigsten gut

Suchmaschinenwerbung räumt mit Zielgruppen auf. Es sind nicht die Werber, die sagen, wer was sehen soll. Sowohl bei den Suchtexten als auch auf der Website gilt es, die Sprache der Konsumenten zu sprechen. Es gibt keine absoluten Grössen wie gut oder schlecht, sondern nur verstandene, sprich geklickte, und nicht verstandene Messages. Tom Hanan von Webrepublic lässt die Konferenzteilnehmer darüber abstimmen, welche Textvariante zu mehr Klicks führe. 90% im Raum liegen falsch. Es wird sonnenklar, dass man von sich nicht auf die Kunden schliessen darf. Wiederum gilt, was alle Redner empfehlen, generische und spezifische Suchbegriffe gleichzeitig einzusetzen, Varianten von Anzeigetexten und Zielseiten gegeneinander zu testen. Auch gilt es die User Entscheidungsprozesse digital abzubilden und möglichst zu antizipieren, was “hinter der nächsten Kurve liegt” – z.B. Entwicklungen im Mobile-Bereich. Optimierungsmöglichkeiten sieht Hanan vor allem auch nach dem Klick. Zumindest die wichtigen und teueren Keywords verdienen massgeschneiderte Anzeigetexte und Unterseiten, wo zum Teil kleine Farbunterschiede die Conversion positiv oder negativ beeinflussen können.

Thefutureisbright, thefutureis mobile

Als nächster betritt Beat Buehlmann von Google die Bühne. Er hat ein Heimspiel: 90% der Konferenz befasst sich mit Google, 10% mit Facebook und anderen Suchmaschinen. Zumindest in der Schweiz widerspiegelt das die Realität. Was besonders imponiert: Google nimmt Mobile ernst. Anzeigen mit Click to Download, Click to Call, Vouchers etc. zeigen das enorme Potential auf, das die mobile Textwerbung birgt. Ein weiteres pikantes Detail: 60% aller Käufe werden online recherchiert, aber nur 8% des Werbe-Etats für Online-Werbung eingesetzt. Dabei macht das Internet rund einen Viertel der Mediennutzung aus. Internetwerbung in der Schweiz wird nach wie vor nicht genügend Gewicht gegeben – obwohl die Schweizer bei der Nutzung von Mobile, Smart Phone und Internet vorne mit dabei sind. Es gibt aber keinen Zweifel: Das Stück vom Werbekuchen wird grösser werden, und der Kuchen insgesamt auch.

“Peter likes Hackbraten” und “Chris follows @Vanillecrème”

Vor dem Mittagessen wird noch eine alte Frage geklärt: Es lohnt sich auch, Textanzeigen auf die eigene Brand zu buchen. Mit einem guten Angebot und einem Call to Action in der Textanzeige lässt sich auch bei optimaler SEO mehr Wirkung erzielen. Ausserdem können aktuelle Angebote rasch kommuniziert Brand Hijacking vermieden werden. Dann ist es Zeit, bei Hackbraten und exquisitem Dessertbuffet, die von RetoHartinger gefordeten 4 Kontakte zu knüpfen. In dieser Kombination ein Vergnügen. Einziger Wehrmutstropfen: Das zuvor vorgestellte Tool Google Goggles liefertmir kein Rezept für den Vanille-Dessert. So weit sind wir doch noch nicht.

Trichtersicht statt Tunnelblick

Nach dem Essen geht es mit Vollgas weiter. Lukas Stuber illustriert das Bonmot „Wer misst, misst Mist“ am Beispiel des Keyword-Funnels. Oft beachtet man für die Erfolgsmessung nur das Keyword, welches zum letzten Klick führt. Dabei wird völlig übersehen, dass es Teamplayer braucht, die den Ball mit einem Tackling erobern und Assists leisten. Die Analogie mit dem spanischen Weltmeisterteam ist ein weiteres Highlight des Tages: Hätte Iniesta das Tor ohne seine Mitspieler erzielt? Und wäre aus dem fleissigen Helfer Iniesta je ein Torschütze geworden, wenn ihn der Coach vorher ausgesondert hätte? Anscheinend verursachen Suchbegriffe mit vielen Assists über die Zeit auch mehr Last Clicks.

Aber lassen sich Fussball und der Trichter von Suchbegriffen direkt miteinander vergleichen? Der aufmerksame Moderator Patrick Price wendet ein, dass es doch eher unwahrscheinlich sei, dass der Suchbegriff „Staubsauger“ zum Kauf eines „Pizzaofens“ führe. Auch dann nicht, wenn sie im gleichen Keyword-Funnel stecken. Die Antwort darauf: Wenn Suchbegriffe immer wieder miteinander in Funnels auftreten, kann durchaus ein Zusammenhang bestehen. Eine weitere Analyse, die es zu beachten gilt.

Ohne Markenbekanntheit muss man auf Tutti gehen

Unisono wird vor einer „Siloisierung“ der Suchmaschinenwerbung gewarnt. Bis der Neukunde eine Bestellung auslöst, sieht er Plakatwerbung, TV-Werbung, Zeitunginserate und versucht verschiedene Suchbegriffe, Homepages, Unterseiten… Unbestritten ist, dass eine starke Brand den ganzen Prozess unterstützt. Aber braucht es zwingend eine starke Brand? Stefano Santinelli startet mit der provokanten These, dass es auch ohne geht. 95% seiner Werbeausgaben hat er für Google reserviert. Diese werden in grossen Wellen eingesetzt, um im Wellental vom „Free Traffic“ zu profitieren. Tutti.ch hat bereits einen grösseren Konkurrenten überholt, die Strategie scheint aufzugehen. Bei Bidding-Optimierungstools ist Santinelli hingegen vorsichtig. Im konkreten Beispiel stiegen die Conversions zwar um einen zweistelligen Prozentsatz, der Durchschnittspreis aller (!) Conversions erhöhte sich aber um 11%. Heisst im Klartext: Die zusätzlichen Conversions wurden sehr, sehr teuer erkauft.

Um den Konferenzteilnehmern etwas Greifbares auf den Weg zu geben, präsentiert Santinelli die „Super-Formel“, mit der sich CPCs optimieren liessen. Als auch noch die Tagestemperatur ins Spiel kommt, fliegt der Witz natürlich auf. Diese hat zwar einen Einfluss, lässt sich aber fast so schwierig vorhersagen wie das Verhalten der Internetbenutzer.

Die ganze Welt ist von Google beherrscht – die ganze Welt?

Viel Stoff zum Schmunzeln bringt auch Corinne von Ballmoos von Plakativ. Sie versucht im Auftrag des EDA, die Webseite swissworld und damit auch die Schweiz in der Welt bekannt zu machen. In China, Japan und Russland scheint das nicht ganz trivial zu sein. Um Klischees (Messer, Züge, Sugus) käme man nicht herum (obwohl Sugus offenbar in Polen erfunden wurde, wie aus Echtzeit-Tweet-Stream unter dem Hashtag #ibsem entnommen werden kann). Sogar der Begriff „Schweden“ wurde gebucht, um die Schweiz attraktiv zu positionieren. Die Zusammenarbeit mit dem russischen Suchportal Yandex sei motivierend, mit dem chinesischen Baidu bürokratisch, und mit Yahoo Japan „lost in translation“. Ihr Fazit: „Wer nichts bezahlt, bekommt nichts. Wer bezahlt, bekommt viel mehr“. Da in diesen Ländern Google nicht sehr stark sei, lohne sich eine Zusammenarbeit.

Facebook ist der kleine Bruder von Google. Noch.

Zum Schluss kommt es doch noch: Das Social Network. Facebook. Um es gleich vorwegzunehmen: Google ist immer noch ungleich mächtiger, aber Facebook-Kampagnen können sich lohnen. Das zeigt Thomas Besmer von den CSS Versicherungen auf. Facebook hat für die Krankenkasse verschiedene Vorteile. Die Zielgruppe lasse sich sehr genau definieren (soziodemographisches Targeting, nicht atomisiert wie bei Google). Wenn man ihr schon im Advert erkläre, was man verkaufen wolle, lassen sich ansprechende Klickzahlen und kostengünstige Leads erzielen. Voraussetzung wie immer: Die Zielseite muss kampagnenspezifisch gestaltet sein und einfach zu einem Abschluss führen. Mit dieser Strategie erzielt die CSS mitunter eine Cost per Conversion, die 350% unter Google liegen. Im brutalen Konkurrenzkampf unter den Krankenkassen sind Google-Textanzeigen entsprechend teuer geworden. Da lohnt es sich, andere Kanäle zu erschliessen. Wenn das schiere Volumen an Conversions nicht ausschlaggebend ist, bietet sich Facebook in solchen Fällen an. Es hat natürlich auch andere Stärken, vor allem im Branding-Bereich. Ein Bild sagt manchmal mehr als Worte, und Impressions gibt es auf Facebook immer noch günstig zu haben. Es ist auch interessant, die Facebook-User über eine Page direkt einzubeziehen und zum Beispiel den Kundenservice über Facebook laufen zu lassen (wie das www.mudah.my macht).

Ende gut, alles gut

Nach rund 9 Stunden ist die Suchmaschinen- und Facebookmarketing Konferenz zu Ende. Es gibt wohl nicht viele Teilnehmer, denen nicht der Kopf dröhnt. Im guten Sinne, allerdings: Die Qualität der Referate war sensationell. Reto Hartinger ist für die Zusammenstellung des Programms ein Kränzchen zu winden. Eines hat sich klar gezeigt: Suchmaschinen-Marketing ist viel mehr als Werbung auf Suchmaschinen. Es ist ein Business im Business. Es erfordert Forschung, Marketing, Finanzen, Verkauf und viel, viel Verständnis des eigenen Unternehmens und der Bedürfnisse der Kunden.

It’s just been a perfect day. Herzlichen Dank an alle Involvierten.

(Die Autoren dieses Artikels können über Google gefunden werden oder direkt unter www.spontacts.ch und @Spontacts für Christoph Seitz und www.zweii.ch und @peter_zweii für Peter Schiratzki)

Immer erfolgreichere Schweizer Internet Firmen

von Reto Hartinger

Jetzt wurde bekannt, dass die  Zürcher Softwareschmide für mobile Bankapplikationen Vipera von Ricmore Capital übernommen wird und in London an die Börse kommt. Vipera war im Besitz der Gründer und wird mit 8,8 Millionen Pfund bewertet. Ich gratuliere Silvano Maffeis zum erfolgreichen Verkauf.

Das Offert-Portal GRYPS wurde vor sechs Monaten gegründet und hat bereits  2 Mio Auftragsvolumen vermittelt. Thomas Brändle war mit Runmyaccounts von Anfang an mit einem Angebot bei GRYPS dabei und meint “Ich habe von GRYPS schon ein paar Leads erhalten, welche alle sehr gut qualifiziert waren. Nicht ganz jeder Lead hat schliesslich zum Erfolg geführt – aber das ist ja normal. Ich bin von GRYPS überzeugt und werde weiterhin Leads entgegennehmen wie auch Offerten über das Portal einholen.”  Umgekehrt ist es  David Hablützel vom HardwareShop Ernst ergangen: “ganz so überzeugt bin ich davon nicht…. (nach eigener Erfahrung)- na ja, vieleicht bin ich hald nur ein Pechvogel und muss mich weiterhin auf meinen bisherigen Weg konzentrieren. Je nachdem in welcher Sparte man sich befindet, hat man mehr oder weniger “Glück”.

 

GRYPS halte ich für einen sehr gelungenen Start. Das Konezpt ist zwar nicht bahnbrechend oder neu, es zeigt aber, dass der Schweizer Markt durchaus gross genug ist, um erfolgreich ausländische Konzepte zu lancieren. Ein noch fulminanteren Start hat DeinDeal, ein Groupon Clone, hingelegt. Innerhalb von wenigen Monaten haben sie  tausende von Kunden und Partnern glücklich gemacht. Wie und ob sie es selber auch sind, zeigen sie uns in diesem Referat.

Von Groupon ist bekannt, dass sie mit einer extrem hohen Marge operieren.

 

Wir präsentieren DeinDeal am nächsten Internet Briefing:

 

7.9. 17.30-20.00 DeinDeal: Wie man erfolgreich ein Schweizer Webdienst launcht

  

 DeinDeal.ch ist der Marktführer des Groupbuying Konzeptes in der Schweiz. Der erfahrene Internetunternehmer weiss dass die Entwicklung der Website nicht das Massgebende ist. Die grosse Herausforderung sind User, Umsätze, Kunden und Partnerschaften. Zwei der Mitgründer, Amir Suissa (CEO) und Flavio Rump (Head of Client Relations) zeigen in diesem Vortrag wie sie es mit bescheidenen Mitteln geschafft haben innerhalb von wenigen Monaten über 10′000 Käufer und mehr als 100 Partner-Unternehmen von diesem neuartigen Konzept zu überzeugen. Konkret erzählen sie über die ersten Stunden der Idee, wie Sie das Team aussuchten, Partnerschaften akquirierten, Strukturen und Prozesse aufsetzten und auch im Sales richtig Gas gaben. Bei schnellem Wachstum laufen auch ein paar Dinge schief – spannende Learnings sind die Folge.
Das sind aber nur die ersten Schritte – von da an muss viel weiteres in Angriff genommen werden: Prozesse optimieren, Wachstumsmanagement betreiben, Investorengespräche führen, strategische Kooperationen uvm.
 

Sei dabei, lerne aus den Erfahrungen dieser Serial Entrepreneurs, wie man ein erfolgreiches Internet Venture in der Schweiz aufzieht. Übrigens habe ich erfahren, dass sich die Investoren um eine Beteiligung an DeinDeal gestritten haben, wie mir ein unterlegener Venture Capitalist erzählt hat. Bravo! So soll es sein.

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