iTunes und der App Store haben zusammen 5 Mia Umsatz generiert (+23%). Im Vergleich: Adobe hat 3,5 Mia Umsatz gemacht. Wenn Apple den App Store für das MacOS bringt, könnte ein grosser Teil der Programme auch von Adobe, FileMaker und Microsoft über den AppStore verkauft werden und Apple schneidet sich davon wieder 30-40% ab. Der Vertrieb via konventionelle Wege ist nicht günstiger. Die Händler und Distributoren langen auch mächtig zu. Dazu kommen die Produktionskosten und das Werbematerial.
Segen für die Softwareindustrie
Aber vor allen kleinere Softwareschmieden werden den AppStore begrüssen. Durch den AppStore bekommen sie endlich Zugang zum Weltmarkt. Es ist extrem aufwändig und teuer, überhaupt eine Distribution in seinem Heimmarkt zu kriegen, geschweige denn in der ganzen Welt.
Microsoft war der Totengräber der Softwareindustrie, Apple ist ihr Retter
Microsoft hat mit Office die Softwareindustrie gekillt. Ich kann mich noch gut erinnern, wie jedes Jahr ein bis drei neue Software-Renner auf den Markt kamen. Die Softwareindustrie war innovativ. Microsoft hatte Word und Excel und den Rest wollten die Kunden nicht. Dabei waren nicht mal diese beiden die Bringer – Lotus 123 und Wordperfect waren nicht nur besser, sie verkauften sich besser. Richtig schrottig war Powerpoint – da gab es 5 Konkurrenten die allesamt um Längen besser waren. Doch Microsoft hat diese Programme zusammen auf eine CD gepackt und diese als Office verkauft. Siehe da, es wurde ein Renner. Immer dann wenn ein Microsoft Produkt zu schlecht war, um es zu verkaufen, wurde es schlussendlich in Office versenkt bzw. verschenkt. Siehe Access und Internet Explorer oder MSN.
Distribution ist das Hauptproblem von Software
Die Konkurrenz war sofort tot. Es gab auch keine Möglichkeit mehr Software zu entwickeln. Man hätte gar keine Distributoren gefunden, die gegen Microsoft angetreten wären. Zu teuer. Alle Konkurrenten sind gestorben und neue wurden nicht entwickelt. Nicht einmal neue Produktekategorieen. Adobe (bzw. alle Softwarehauser die in Adobe aufgingen) war eine der Einzigen Softwareschmiede die überlebte.
Innovation wird wieder kommen
Ich habe Ende 80er einige extrem gute französische Softwareschmieden kennen gelernt. Die hatten Sensationelle Produkte, eine erfolgreiche Distribution aufzubauen war aber fast ein Ding der Unmöglichkeit. Jetzt wird es sich wieder lohnen, Software zu entwickeln. Eine gute Software zu entwickeln ist nicht wieder für 5-Mann Betriebe oder gar Einzelmasken machbar geworden. Ich bin sicher, dass damit wieder gute Programme entstehen.
Die Cloud muss warten
Es könnte sogar sein, dass sich damit der Durchbruch des Cloudcomputings verzögert. Vielleicht laden wir die Programme aus dem Appstore auf die Maschinen runter, belassen die Daten in der Cloud aber die Programme laufen native. Ist vielleicht gar nicht einmal so schlecht.
Die grossen Programm bringen den Umsatz, die kleinen die User
Apple wird mit den grossen Programmen das Geld machen. Der LongTail wird wieder voll spielen. Es braucht viele kleine Programme um die Plattform als Ganzes interessant zu machen. Wegen der kleinen Programme werden die User ständig drauf gehen um zu sehen was es Neues gibt.
Software wird gratis
Wenn Software über den AppStore verkauft wird, wieso sollte es dann nicht möglich sein, die Software mit Werbung zu bespielen? Damit könnte Software gratis werden und Apple hält nochmals die Hand hin.