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5 Jahre Internet Briefing Konferenz: Call for Speakers

von Reto Hartinger

 

Nächstes Jahr wird das Internet Briefing fünf Jahre alt. Wir kommen in den ersten Chindsgi oder im Internet-Zeitalter stehen wir wohl eher vor der Matura.
Ich möchte das Jubiläum mit zwei grossen Konferenzen begehen (die auch einen sozialen Teil mit Musik und Showeinlagen unserer Mitglieder beinhalten).
Die Konferenzen plane ich für März und September. Deshalb suche ich heute schon Speaker, künstlerische Taltente und Sponsoren. 
Call for speakers
Promotion: Social Media Marketing (wird ein Morgen gewidmet sein), Onlinemarketing, E-CRM, Mobilemarketing etc.
Trends: Userverhalten, Märkte, Businessmodelle, Technologien, E-Business, E-Commerce, Wisdom of the Crowds etc.
Best Cases: Suchmaschinenoptimierung, Usability, Web-Design, Markenführung, Mobile etc.
Mobile: iPhone & Android Trends, Businessmodelle, Ubiquitous Computing, Locationbased Konzepte etc.
Technologie: Cloud Computing, Collaboration, Virtualisierung, SaaS, Open Source, Pervasive Computing, 3D Web, HTML5 etc.
Development: Ajax, Automatisation, Webapplikationsdesign, P2P Architekturen, Agile Methoden, Model driven design, Computational Intelligence etc
und natürlich Deine eigene Idee eines Referates.
Keine Angst, sollte Dein Vorschlag an den Konferenzen nicht unterkommen – werde ich sie an normalen Briefings berücksichtigen können.

Socialmania: Wir werden alle Freunde – überall

von Reto Hartinger

Vor zwei drei Jahren war alles klar im Web 2.0. Es gibt die grossen Sozialen Netzwerke für Private wie MySpace und für Business LinkedIN und XING. Das Web 2.0 war verteilt und sein Sinn war erklärt. Dann kam Facebook. Nein es war nicht anders, es war auch ein Soziales Netzwerk und das hatten wir doch schon. Wie aber kann es sein dass es immer wieder eine neue Site gibt, welche den klaren Leader vom Thron stösst. Haben wir etwas nicht ganz begriffen? Wir sind daran gegangen und haben die Unterschiede analysiert und auch gefunden. Wir habens begriffen. Und just in diesem Moment kommt Google und macht aus seiner individuellen Homepage iGoogle ein Soziales Netzwerk. Hä? Damit nicht genug, auch iTunes soll Freunde-Features erhalten.  Wie sollen wir da noch die Uebersicht behalten wo wir mit wem verbunden sind? Macht das Sinn, werden die User das annehmen?

Ja sie werden. Wir müssen in einer neuen Kategorie denken. Das Web 2.0 ist anscheinend etwas mehr als – so sehe ich aus und das sein meine Freunde. Mir scheint, dass eine neue Qualität dazu kommt und die wird unser Leben und einige Geschäftsmodelle ziemlich durchrütteln.

Die Vernetzung mit Freunden oder durch Freunde bekommt die gleiche Bedeutung wie der Link an sich. Nachrichten und Produkte werden durch Freunde erst bekannt gemacht oder empfohlen.

Es wird zur Kunst, wie man empfohlen wird und Personen erhalten ihr spezifisches Gewicht (oder sowas ähnliches wie den Personenpagerank). Es wird etwas anderes sein, wenn eine gewichtige Person über etwas spricht und dies in seinen Sozialen Netzwerken sichtbar wird oder ob das jemand mit wenig Followern tut. Vielleicht kommt dies sogar einmal Gewicht im Rankingmechanismus von Suchmaschinen. Nur schon um herauszufinden, was gerade Trend ist – was für wie lange höher in die Suchmaschinen gehört.

Wir sind erst am Beginn der Sozialen Vernetzung und suchen noch nach den Geschäftsmodellen und wie wir mit Empfehlungen und dem Sozialen Buzz in Twitter, Facebook und allem was noch kommen wird, umgehen werden. Das wird das Netz nochmals umkrempeln. War das WWW zu Beginn ein nonprofit wir sind alle so lieb  Netz, wurde es zum Commerce-Netz, jetzt scheinen sich die persönliche und die kommerzielle Welt wieder zu vereinen, geradezu zu verschmelzen. Es wird ein neues Weberlebnis kommen.

Es kann nicht jeder beliebig ein Soziales Netzwerk bauen oder solche Komponenten in seine Website einbauen. Am gescheiterten Beispiel youme.ch wird Marcel Meier am nächsten Berner Internet Briefing aus dem Nähkästchen plaudern. Wir analysieren, wieso es nicht geklappt hat eine in sich funktionierende Community aufzubauen und wie es hätte klappen können. Komm auch, diskutiere mit –  das wird spannend.

Hier ist das FBI, dürfen wir ihre Konten plündern?

von Reto Hartinger

Regierungen und deren Geheimdienste befassen sich mit weit mehr als uns lieb ist. Ihre Möglichkeiten in unser Privatspähre einzudringen ist fast unbeschränkt. China z.B. unterhält hunderte von Hackern, die Firmen in der ganzen Welt ausspionieren. Wie die New York Times berichtet, erwog das FBI 2003 alle Konten von Saddam Hussein zu blockieren und das Irakische Finanzsystem lahmzulegen. So hätte der Iraq keine Mittel um Nachschub zu kaufen oder seine Truppen zu bezahlen. Das ist doch saubere Kriegsführung.

Was dieses Verhalten zeigt ist, dass eine Regierung das machen wird was möglich ist, sofern der Nutzen grösser ist als der Schaden. In diesem Falle wurde es nicht gemacht, weil man den Zusammenbruch des globalen Finanzsystems hätte befürchten müssen. Das Telekommunikationssystem wurde aber trotzdem angegriffen.

Wer bitte kontrolliert den Staat?

Unter dem Deckmantel von 9/11 wird der Bürger per se zum Verdächtigen. Resultat: Biometrischer Pass und Vorratsbespitzelung. Wenn wir dem Staat so weitreichende Vollmachten geben, möchte ich wenigstens ein Gremium haben, welches diese Aktivitäten beaufsichtigt und mögliche Missbräuche aufdecken bzw. überprüfen könnte. Und zwar auch auf Vorrat, nicht erst wenn es zu spät ist. Der Staat muss einem Gremium Rechenschaft über seine Tätigkeit ablegen.

Google: Ein weiterer Schritt zum Betriebssystem

von Reto Hartinger

Langsam macht Google immer mehr Spass. Es wird immer mehr ersichtbarer wie sich die Google SaaS-Dienste dem zukünftigen Betriebssystem annähern.

Das grösste Problem die Google Applikationen wie Docs war und ist das FileSystem beziehungsweise wie orgnisiere ich meine Dateiein.Wer viele Dokumente in Google Docs abgelegt hat, bekundet doch einige Mühe diese wieder zu finden und zwischen den möglichen Versionen zu unterscheiden. Als Suchmaschine ist nur Google der Meinung, dass man alles über eine Suche finden kann und ein Filesystem bzw eine Hyrarchie oder gar im Filesystem browsen, nicht so wichtig ist. Über die Suche lässt sich alles bewerkstelligen.

Da hat Google immer noch eine weiten Weg zu gehen. Ob ich Google alle meine Daten anvertraue hat mit zwei Eltementen zu tun.

1. Komme ich an die Daten wieder heran? Da habe ich das Problem bereits geschildert. Was nützen mir Daten wenn ich auf sie nicht mehr zugreifen kann. Das ist der wichitgere Punkt also – Wo sind die Daten physisch abgelegt.

Jetzt hat Google wenigstens die  Suchfunktionen erweitert auf

- Exakte Übereinstimmung ”  ”

- Ausschliessen durch – Zeichen vor auszuschliessenden Begriffen

-  Oder Funktion mit or

- von “eMailadresse”

Das hilft schon gewaltig, löst aber das Problem noch nicht – z.B. das verschiedene Versionenproblem.

2. Die Vollständigkeit der Daten. Wenn ich in Google nicht alle Daten ablegen kann, nützt mir das ziemlich wenig. Heute verteilt Google die Daten über mehrere Dienste z.B. Fotos in Picasa, Googleeigne Dokumente und PDFs in Docs und E-Mails in Gmail. Wo bleibt der Rest? Wie führe ich sie wieder zusammen? Ein klassisches Betriebssystem erlaubt mir, eine Ordner anzulegen und alle Dateitypen darin abzulegen. Google nicht.

Das könnte sich ändern:

google-docs-generic-files

Wenn ich irgendwelche Dateien hochladen kann, kann ich sie zwar noch nicht gemeinsam bearbeiten aber wenigstens mit anderen Teilen. Dies ist der grosse Unterschied zu  den heutigen Betriebssystemen. Diese kennen zware den shared Ordner – aber das wird kaum benutzt und macht auch wenig Sinn. Google bringt die Collaboration auf das Niveau Dokument. Das macht Sinn, wirft aber auch gleich die Frage auf, wie die Beziehungen zu den Zugriffsberechtigungen verwaltet werden. Ich müsste z.B. sehen könne auf was hat Heinrich Himmelreich bei mir Zugriff.

Chrome OS muss ja alle Dateien unterstützen und richtig verwalten können. Und auch die Zugriffsberechtigungen. Ich bin gespannt.

Chrome wird nicht gratis sein, denn das würde bedeuten, dass Google unendlicher Speicherplatz zur Verfügung stellt. Google wird sein Geld mit Speicherplatz verdienen. Clever. Und mit Adwords.

Der Bund möchte Schweizer in Echtzeit bespitzeln

von Reto Hartinger
Internet-Providerwaren bass erstaunt, als ihnen Vernehmlassungspapiere mit dem Vermerk “vertraulich” ins Haus flatterten. Zu beantworten innherhabl von gerademal 3 Wochen.
Der ‘Wochenzeitung’ (WOZ) liegen diese Papiere vor, die zeigen, dass der Bund eine “Echtzeit-Überwachung der kompletten Kommunikation des Breitband-Internetanschlusses” von verdächtigen Personen plant. Habe ich heute in inside-it gelesen.
Ende Juni 2010 soll der Staat direkt auf das Surfverhalten von Internet-Nutzern zugreifen können E-Mails mitlesen, besuchte Seiten aufzeichnen, verschickte Dateien und Dokumente einsehen oder Videochats aufzeichnen.

Ich frage mich, was nun der ganz dringliche Anlass sein soll 9/11 ist doch schon seit Jahren vorbei – wo ist die dringliche Bedrohungslage? Und wieso dies Geheimnisskrämerei?
Auch der Katalog der Straftaten verrät mir den Grund der Dringleichkeit noch der Geheimhaltung:
Straftaten, bei welchen der Internetverkehr einer Person überwacht werden darf sind Entführung, Erpressung, Kinderpornografie, Drohung gegen Beamte, Landfriedensbruch

Bezahlt soll die Ueberwachungsdienst von den Providern werden. Wollte man einfach austesten, ob die Provider das auch bezahlen oder überhaupt können?
Gerne möchte ich Deine Meinung einholen:

Sollen solche Real Time Ueberwachungen erlaubt werden?

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E-Mail Kapriolen

von Reto Hartinger

 

Heute erreicht mich diese E-Mail:

Datum: 30. September 2008 10:00:38 GMT+02:00

An: insider@vtx.ch

I am out of the office until 10.10.2008.

Sehr geehrte Absenderin
sehr geehrter Absender

Ich bin im Urlaub und werde Ihre Nachricht bis zum 10. Oktober leider nicht
beantworten können. In meiner Abwesenheit erreichen Sie unsere Zentrale
telefonisch unter +41

 

Ich verstehe E-Mail immer weniger. Meineserachtens funktioniert E-Mail als System immer weniger. Man weiss nicht wer Messages überhaupt bekommt, wie man Personen erreichen soll. So ist die Kommunikation via XING für mich immer wichtiger. Aber auch dort weiss ich nicht, wer das überhaupt liest. Ergeht es Euch auch so?

Google phishing

von Reto Hartinger

Schon lange beachte ich keine Mail mehr von Paypal – zuviele phising Mails haben mir den Spass verdorben. Also benutze ich Paypal auch nicht (mehr). Jetzt geht dasselbe auch für Google Adwords los. Ein ziemlich gutes Mail erreicht mich:

Dear Advertiser,

We were unable to process your payment.
Your ads will be suspended soon unless we can process your payment.
To prevent your ads from being suspended, please update your payment information.

Please sign in
to your account at http://adwords.google.com/select/login,
and update your payment information.

We look forward to providing you with the most effective advertising available.
Thank you for advertising with Google AdWords.
————————————————-
The Google AdWords Team

Gerade der Link macht einen guten Eindruck – doch der Absender:

Von: adwords-noreply@google.com
Betreff: Please Re-activate your account.
Datum: 20. Juni 2008 02:11:38 GMT+02:00
An: (meine eMailadresse)
Antwort an: firaskas@yahoo.com

verrät das phishing. Wieso sollte man Google an eine yahoo Adresse antworten können? Vor allem wenn oben noch adwords-noreply im Absender steht.

Die Seite sieht dann absolut professionell und von Google gemacht aus. Url: http://www.adwords.google.com.sesson1ws.cn/select/Login/
Da kann ich ja auch nichts Böses vermuten. Firefox 3.0 macht mich allerdings aufmerksam:

Vermuteter Web-Betrug
Diese Website ist gemeldet als Seite, die erstellt wurde, um Anwender dazu zu brinen, persönliche bzw. finanzielle Daten preiszugeben. Falls Sie hier persönliche Daten eingeben, müssen Sie mit Identitätsdiebstahl oder sonstigem Betrug rechnen.

User-Feedback oder die kollektive Intelligent helfen. Bravo! Dennoch, solche Mails untergraben den Markenwert.

Single Sign on über das ganze Internet

von Reto Hartinger

Registrierung und Passwörter sind ein sicherheitsproblem. Selber habe ich sicher über 50 Registartionen im Internet. Oft benutze ich solche selten – sehr selten. Manchmal vergibt mir die Site ein Passwort. Aha – wo bewahre ich das auf? Wenn nicht, welches soll ich verwenden? Die einen verlagen 6 Buchstaben – andere zwingend noch Zahlen dazu. Noch schlimer sind die Seiten die jeden Monat wieder das Passwort abfragen oder sogar verlangen, ein neues zu kreieren. Der User tendiert also ein möglichst einfaches Passwort zu verwenden und überall dasselbe. Ein Sicherheitsproblem. Auch für Sitebetreiber. Gibt es eine Lösung?

OpenID ist ein Standard, mit dem ein Benutzer sich auf mehreren Websites authentifizieren kann und mit dem sich auch Registrierungsinformationen einmalig speichern und dann automatisch übertragen lassen. Dabei behält der Benutzer grundsätzlich die Kontrolle über seine Identitätsdaten. Es erleichtert dem Benutzer also den Umgang, weil er die Zahl von Identitäten und Registrierungen im Internet reduzieren kann.

Die Traumlösung? Setzt sich das durch? Mit der Ankündigung von Yahoo, OpenID für alle Benutzer zu unterstützen, ist die Zahl der OpenID-Accounts schlagartig auf inzwischen rund 350 Millionen gestiegen. IBM, Microsoft und andere arbeiten aktiv bei der Weiterentwicklung von OpenID mit. Hat OpenID damit den Durchbruch geschafft? Damit beschäftigen wir uns in unserem nächsten Internet Briefing Treffen. Martin Kuppinger bespricht wo, in Verbindung mit welchen anderen Technologien und Standards, wird OpenID zukünftig welche Rolle spielen wird.

OpenID – Single Sign on im ganzen Internet

- OpenID: Was ist es, welche Versionen gibt es, wer unterstützt es?
- Wer muss OpenID wann auf seiner Website unterstützen?
- OpenID und CardSpace/InfoCards: Konkurrenz oder Synergie?
- Wer muss und wer kann Identity Provider werden?
- Wer muss OpenID wann auf seiner Website unterstützen?
- Business-Modelle rund um OpenID
Anmeldung hier

Was ist Deine Meinung zum Thema? Ich würde das gerne bereits vorab diskutieren. Wie gehst Du mir Registrierung und Passwort als Person um, wie macht ihr das mit der Website? Welche Chance gibst Du OpenId und anderen Methoden?

Mord in Facebook

von Reto Hartinger

Wer bist Du? Das sagt Dir eine Suche in Google mit Deinem Namen oder Dein Profil in XING, Linkedin oder auch immer mehr in Facebook. Nein das sind keine Spielerein mehr. Für viele Nutzer von Sozialen Netzwerken geht es um mehr als nur ein Datenfriedhof – es ist die Selbstdarstellung um zu einem neuen Job oder einem Auftragzu kommen. Es geht darum das private und geschäftliche Beziehungsnetz zu pflegen. Man ist was das Profil hergibt – Punkt. Profile sind elektronische Persönlichkeiten – von real existierenden Menchen.

Was sind sie für den Betreiber von Sozialen Netzwerken? Ein ausgefülltes Formular. Eine monatliche Einnahmequelle. Usergenerierter Content etc. Sie sind aber auch Gefahrenquellen. Profile können missbraucht oder bespammt werden. Sie haben vor allem eines nicht: einen persönlichen Wert – sie gehören zu einem Algorithmus z.B. um profilbasierte Werbungen einzublenden oder um Spam herauszufiltern. Weil sich die SPAM und anderen Angriffe immer wieder ändern, ändern sich auch die Spielregeln immer wieder – ohne dass dies bemerkt wird. So wichtig ein Profil für den Einzelnen ist, so unwichtig ist das einzelne Profil für den Betreiber.

So lese ich eines Morgens beim Besuch meines Facebook Profils:

Your account has been disabled by an administrator. If you have any questions or concerns, you can visit our FAQ page here.

Hä? Gegen welche Regel habe ich verstossen? Zugegeben, ich habe nie irgendeine Allgemeinen Nutzungs-Bedingung gelesen – wie wohl 99 % der anderen Facebook Nutzer auch. Mich trifft es nicht so hart wie es meinen Sohn treffen würde. Jetzt werde ich einfach nicht mehr zu, mir zwar sehr ans Herz gewachsenen, Parties eingeladen. Ich sehe das persönliche Befinden einiger Freunde nicht mehr. Mein Sohn hat alle seine über die ganze Welt verteilten Schulfreunde wieder gefunden, spricht mit ihnen via Facebook und hat regen Kontakt zu vielen Personen. Ich habe weniger Zeit investiert – hatte wohl knapp 100 Kontakte. Schlimmer wäre es, wenn mein Profil auf XING verschwände. Ja man kann es Mord nennen, wenn seine Identität – wenn das elektronische Leben – ausgelöscht wird.

Gibt es ein Recht auf Existenz im Internet? Ich habe in mein Profil in XING wahrscheinlich mehr als 1000 Stunden investiert und wohl noch mehr Zeit auf XING verbracht. Damit habe ich XING oder Facebook oder wie sie immer heissen sollen, Werte generiert. Jetzt hat mich der Facebook Algorithmus getötet. Wann folgt der XING Tod? Rechtlich habe ich keine Chance – ich bin einen Vertrag eingegangen. Mit meiner Geburt bin ich kein Vertragsverhältnis zum Staat eingegangen, aber per Gesetz habe ich Rechte und Pflichten erhalten. Meine Integrität und meine Persönlichkeit werden geschützt. Facebook verwehrt mir das – mit einer simplen Mitteilung. Durchsage der Leitstelle quasi – persönlich – für mich.

Was meint ihr über das Recht auf Existenz im Internet? Wenn sich das Leben immer mehr ins Internet verschiebt, braucht es vielleicht mehr als nur ein schwammiges Vertragsrecht. Identitätsklau wird immer härter bestraft – wie steht es mit dem Identitätsverlust? Es gibt kein Anspruch auf “Existenz” im Internet – oder doch?

Vendor Relationship Management

von Martin Kuppinger

Eines der interessantesten Themen, auf das ich in letzter Zeit gestoßen bin, ist VRM (Vendor Relationship Management, siehe auch hier und hier). Es ist das Gegenstück zum bekannten Thema CRM und hat viel mit dem zu tun, was schon auf der European Identity Conference 2007 (EIC 2007) unter dem Titel “You can’t take it with you” diskutiert wurde, unter anderem mit Peter Helfenstein von Collanos – und was sicher auch auf der EIC 2008 ein wichtiges Thema sein wird.
Um was geht es dabei: Eigentlich recht einfach die Frage, wie man seine Beziehungen zu Unternehmen organisiert. Das Ziel ist, dass Benutzer ihre Beziehungen zu Unternehmen deutlich flexibler gestalten können und mehr die Kontrolle darüber gewinnen. Damit ist es eine konsequente Anwendung und Erweiterung der Konzepte des user-centric Identity Managements, die ja schon länger diskutiert werden und das Potenzial bieten, das Handeln von Benutzern im Internet einfacher zu machen und ihnen gleichzeitig mehr Kontrolle über ihre Identitätsdaten – angefangen bei der Adresse – zu geben.
Das Konzept ist aber auch im Kontext der sozialen Netzwerke interessant. Denn bisher sind die Informationen dort nicht transportabel. Und wer, der bei Xing und LinkedIn registriert hat, hat sich nicht schon einmal darüber geärgert, dass er alle Kontakte doppelt pflegen muss? Und wer vom Studenten-Netzwerk ins Berufs-Netzwerk und später ins Rentner-Netzwerk wechselt, sieht sich mit dem gleichen Problem konfrontiert.
Ein Blick auf die Konzepte des VRMs lohnt sich daher sicher – und zwar für den Kunden ebenso wie den Anbieter. Denn wie beim user-centric Identity Management gilt auch hier, dass es zwar noch ein bisschen dauern wird, bis sich diese Konzepte durchsetzen. Dann aber wird die Unterstützung zu einem Unterscheidungsmerkmal im Wettbewerb werden. Und ganz sicher wird diese Idee früher oder später auch die Geschäftsmodelle der Social Networks heutiger Prägung massiv beeinflussen, weil es entgegen dem Trend zu geschlossenen Plattformen wirkt.

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