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Call for Speakers ONE Konferenz

von Reto Hartinger
Ich freue mich, dass das Internet Briefing wieder die Konferenz an der ONE Messe ausrichtet. Jetzt bist Du als Referent gefragt. Bringe Deine Themen ein, präsentiere Dich einem fachkundigem Publikum das am Evaluieren neuer Lösungen und Partner ist:
Mit diesen neuen Themen will ich Akzente setzen:
Web of Things
3D Druck
Die technischen Themen wollen wir ganz in den Fokus des Redesign von Websites und Applikationen und zwar für
Redesign für Management
Redesign für Developer
und natürlich die Klassiker
Mobile
E-Commerce
Social Media
Online Marketing
Strategien
Technologien
Best Pratices
… und natürlich Deine Themen
Wie vorgehen?
bis zum 10 März mit einer Themenliste und Kurzabstracts per Mail an Insider@vtx.ch senden
und bis spätestens 22. März den call for speakers vollständig ausfüllen und zwar hier: http://internet-briefing.ch/call_for_speakers
Sollte ich Deinen Vorschlag nicht berücksichtigen können, werde ich ihn für die normalen Internet Briefings oder weitere Konferenzen in Betracht ziehen. Zögere also nicht, jetzt Deine Vorschläge einzureichen.
Moderator statt Referent
Möchtest Du keinen Vortrag halten aber zu einem Thema doch präsent sein, kannst Du Dich als Moderator melden
Track Sponsor
Mehr Sichtbarkeit an der Konferenz und in der Promotion? Für jeden Track nehme ich 2 Sponsoren an. Frag mich doch nach den Sponsor-Möglichkeiten

Ich freue mich, dass das Internet Briefing wieder die Konferenz an der ONE Messe am 15 und 16. Mai in der Messe Zürich ausrichtet. Der Call for Speakers ist eröffnet. Bringe Deine Themen ein, präsentiere Dich einem fachkundigem Publikum das am Evaluieren neuer Lösungen und Partner ist:

Mit diesen neuen Themen will ich Akzente setzen:

Web of Things

3D Druck

Die technischen Themen wollen wir ganz in den Fokus des Redesign von Websites und Applikationen und zwar für

Redesign für Management

Redesign für Developer

und natürlich die Klassiker

Mobile

E-Commerce

Social Media

Online Marketing

Strategien

Technologien

Best Pratices

… und natürlich Deine Themen

Wie vorgehen?

bis zum 10 März mit einer Themenliste und Kurzabstracts per Mail an insider@vtx.ch senden

und bis spätestens 22. März den call for speakers vollständig ausfüllen und zwar hier: http://internet-briefing.ch/call_for_speakers

Sollte ich Deinen Vorschlag nicht berücksichtigen können, werde ich ihn für die normalen Internet Briefings oder weitere Konferenzen in Betracht ziehen. Zögere also nicht, jetzt Deine Vorschläge einzureichen.

Moderator statt Referent

Möchtest Du keinen Vortrag halten aber zu einem Thema doch präsent sein, kannst Du Dich als Moderator melden

Track Sponsor

Mehr Sichtbarkeit an der Konferenz und in der Promotion? Für jeden Track nehme ich 2 Sponsoren an. Frag mich doch nach den Sponsor-Möglichkeiten

Alain Martinet: Wave ist eine weitere Kommunikationsmöglichkeit aber kein E-Mail Ersatz

von Reto Hartinger

Alain, gib uns Stichworte zu Deiner Personwebstyle_portraits_5

Gesprächsfreudiger, unkomplizierter und weltoffener Typ mit Vorliebe fürs Reisen und die Internet-Technologien, Hockey- und Rappi-Fan, in der glücklichen Lage, eines meiner Hobbies im Beruf durch meine Tätigkeit bei webstyle wieder zu finden. Jemand, der gerne interessanten Gesprächen zuhört und dabei am liebsten ein Glas Wein trinkt.

An was arbeitest Du gerade?

Am Marketingkonzept für das kommende Jahr. Und ein Geheimnis gebe ich hier zum ersten Mal preis: Ich arbeite auch am neuen Internet Auftritt unserer Firma.

Wer heute einen neuen Internet Auftritt plant, muss doch grundsätzlich
etwas Neues im Petto haben – was ist das in Eurem Fall?

Bei einer Corporate-Site nicht unbedingt, Deine Aussage trifft für mich
auf Kampagnenseiten zu. Ein Firmenauftritt muss Unterstützung bei der
schnelleren Abwicklungen im Daily-Business bieten. Und das wird auch bei
unserem Auftritt verbessert.

Welche Technologien behältst Du im Auge?

Grundsätzlich bin ich für die Marktentwicklungen zuständig, insbesondere im Bereich E-Mail (inkl. Groupware), Online Marketing Massnahmen, Cloud Computing, Server Betriebssysteme. Persönliche Vorlieben sind Social Media, Mac, mobile Geräte und Online Marketing.

Weiter beobachten wir als Infrastruktur-Anbieter die Technologieentwicklungen bei der Hardware (zum Beispiel SSD).

Was ist an SSD spannend?

Die Frage, ob sich die Technologie für den Einsatz in Rechenzentren durchsetzen kann. Erste Ansätze sind vielversprechend. Nachteile existieren derzeit noch. Server-Festplatten erzielen aufgrund der höheren
Rotationsgeschwindigkeit ein weitaus besseres Ergebnis in Bezug auf die eingehenden und ausgehenden Operationen. SSDs sind somit derzeit für den Einsatz in Web- oder Datenbank-Servern, welche viele Anfragen pro Sekunde verarbeiten müssen, nicht geeignet.

Wird die Cloud nicht ein Problem für euch kleine Hoster?

Nein. Der Gedanke der Cloud ist für Mail- und Webdienste überhaupt nicht neu, im Gegenteil. Web- und Mailservices werden schon lange mehrheitlich nicht im lokalen Rechenzentrum sondern in der Cloud, sprich im „Internet“, bezogen.

Im Bereich von Webapplikationen, seien diese mit PHP oder .NET realisiert, braucht es für deren Betrieb ein spezifisches System Know-how. Das wird auch mittelfristig so bleiben. Grosse Anbieter werden diese Nische aus Gründen der Rentabilität nicht abdecken wollen.

Was sind Eure grössten Herausforderungen in nächster Zeit?

Im Bereich E-Mail ist eine Verschiebung weg vom klassischen POP-Service zu verschiedenen Lösungen im Gang. Dazu zählt die Nutzung von Groupwarelösungen und da machen wir mit. Es gibt auch Projekte, welche E-Mail ganz grundsätzlich hinterfragen, da die Technologie sehr alt ist.

Meinst Du mit  hinterfragen der E-Mail Technologie Wave oder gibt es noch
andere Ansätze?

Derzeit ist mir nur Wave bekannt, andere Ansätze sind zumindest nicht bis zu mir gedrungen. Man ist grundsätzlich nicht zufrieden. Ich persönlich finde Mails mit grossen Attachements eine Katastrophe.

Was hältst Du von Wave?

Eine weitere Kommunikationsmöglichkeit aber nicht ein E-Mail Ersatz. Aus meiner Sicht sollte man E-Mail soweit entwickeln, dass man die Technologie für verbindliche Kommunikation (Fax- und Brief-Ersatz) – und nur dafür –
genutzt kann. Für andere Arten von Dokumenten, die eine temporäre „Gültigkeitsdauer“ haben, müsste man andere Wege wählen, so wie es auch Wave in seinen Ansätzen sieht.

Wie wird sich der Markt entwickeln. E-Commerce, Investitionen, Innovationen, Start-UPs?

Man kann den technologischen Graben verwünschen oder begrüssen – er wird tiefer und tiefer. Wer in der Online-Welt lebt, wird dies verstärkt tun. Gerade im Bereich E-Commerce liegt ein grosses Potential brach. Kriegt man hier die Sicherheitsfrage (Verhinderung von Cyber-Kriminalität) geklärt, wird sich dieser Bereich stark entwickeln.

Innovationen werden nur noch durchsetzen, wenn sie sich auch durch hohe Professionalität auszeichnen. Den Einsatz von Technologien in Beta-Versionen kann man sich im hart umkämpften Markt kaum mehr leisten. Viele werden es versuchen, an Start-UPs wird es nicht fehlen, doch wie schon in der Vergangenheit werden die meisten wie eine Sternschnuppe irgendwann – eher über kurz als lang – erlöschen.



Roger Seeli: Neu Technologien brauchen neue Gewänder

von Reto Hartinger

Roger gib uns Stichworte zu Deiner Person:roger

Themenübergreifende Systeme wecken meine Neugier besonders. Mit diesem Mindset überlebe ich seit sechs Jahren als selbstständiger Ingenieur. Vorher habe ich sieben Jahre lang verschiedenste technologische und organisatorische Aufgaben bei der heutigen OC Oerlikon Corporation AG wahrgenommen. Kern der Aufgaben war die schnellstmögliche Umsetzung von Projekten. Ob Technologietransfer, Neuentwicklung von Produkten oder TurnAround einer BusinessUnit, stets stand für mich die Aufgabe im Zentrum, die richtigen Kompetenzen zu finden und einzusetzen. Da die Aufgabe, diese Kompetenzen zu finden, sehr umtriebig und (letztendlich) zu wenig erfolgreich war, habe ich mich entschieden, eine Internetplattform in diesem Tätigkeitsfeld aufzubauen. Privat geniesse ich gerne ein leckeres Essen in tollem Ambiente mit Freunden. Um doch noch ein wenig fit zu bleiben, rattere ich gerne mit den Blades um den Greifensee oder gehe im Fitnesscenter Hanteln-Schwingen oder ‘Body-Pumpen’. Design und die Schönen-Künste interessieren mich genauso wie das Erforschen von Neuem.

An was arbeitest Du gerade?

An einer Plattform, welche transdisziplinäres Wissen verbindet. Es handelt sich um eine Mischung aus Wikipedia, Xing und Google. Der User steht dabei im Mittelpunkt. Tönt spannend, kannst Du mehr darüber sagen?

Einer der USP’s der Plattform ist es, das Wissen und deren Inhaber zu finden. Dies geschieht, ohne dass dabei sensitive Informationen des Wissens-Anbieters freigegeben werden müssen. Des weiteren funktioniert das Matching von Suchbegriffen mit Wissens-Elemten mit evolutionären Algorithmen. Ich behaupte, Ameisen sind die besseren Schnüffler um etwas zu finden, als Hunde!

Wo sind die grössten Probleme bei der Umsetzung?

Darstellungen und Workflows, welche intuitiv klar sind.  Neue Technologien brauchen neue Gewänder. Die Erfahrung zeigt, dass User beim Besuch einer umfassenderen Website gleich wieder abhauen. Bei Offline-Lösungen ist diese Toleranzgrenze sehr viel höher. Dem User eine Online-Umgebung im Web schmackhaft zu machen, welche von der Usage her wirkt wie eine Offline-Lösung, ist derzeit eine unserer grossen Aufgaben. Wir versuchen, dies mit ausführlichen Hilfestellungen und Beispielen sowie mit einem stark integrierten Support Forum zu bewerkstelligen.

Macht ihr Usability Tests? Oder wie stellt ihr sicher, dass Eure Site auch verstanden wird?

Die Möglichkeiten mit Usability-Test im professionellen Sinne haben wir aus finanziellen Gründen vorerst nicht. Wir testen die Applikation mit unbedarften Benutzern und sehen ihnen über die Schulter, während wir ihnen Aufgaben stellen. Das ist zwar relativ primitiv, aber wir sind im Moment noch so weit von einem Optimum entfernt, dass dies zur Zeit genügt. Die Usability wird durch die Erfahrungen mit den Testbenutzern Stück um Stück optimiert.

Welche Technologien behält ihr im Auge?

AJAX Frameworks :: HTML5 * AJAX Frameworks: Ich selber verwende Mootools als JavaScript Framework. Die Tools Google GWT und GWT-Ext finde ich sehr spannend – allerdings noch ein wenig eingeschränkt. Da Google grosse Teile des SourceCodes, welchen sie für Gmail, Spreedsheet usw. verwendet haben, öffnet, erhoffe ich einen Innovations-Schub bei den JavaScript-FrameWorks. Interessieren würde mich, wie Google sein neues Angebot ‘Wave’ technologisch umgesetzt hat.

Welche Features von HTML5 findest Du am besten und wo gedenkst Du diese einzusetzen?

Für uns sind die Structural Tags in HTML5 interessant um den Suchmaschinen mehr Informationen über die Plattform und deren Struktur zu geben.

Was hältst Du von den neuen grafischen Möglichkeiten in HTML5 und was davon, dass man auf der Clientseite eine Datenbank zur Verfügung hat?

Dynamische Bilder (Canvas) verwenden wir in verschiedenen Applikationen vor allem zur Visualisierung von grafischen Schnellübersichten (Vorschau) oder für Bewertungen und zum Teil, um semantische Zusammenhänge darzustellen.

Clientseitige Datenbanken habe ich bisher nicht getestet.

Was sind Eure grössten Herausforderungen in nächster Zeit?

Starke und ansprechende Show-Cases für mindestens drei Zielgruppen zu finden. Eine Organisationsstruktur zu finden, welche es ermöglicht, eine Glaubwürdigkeit wie bei Wikipedia aufzubauen und trotzdem monetäre Interessen nicht auszuschliessen.

Suchst Du Betatester?

Gerne. Ab dem Q2/10 sind BetaTester sehr willkommen. Wenn ich darf, komme ich diesbezüglich gerne auf Dich und die Community zurück.

Wie wird sich der Markt entwickeln. E-Commerce, Investitionen, Innovationen, Start-ups?

Ich hoffe, dass man sich wieder auf ‘geerdete’ Businessmodelle besinnt, also nicht primär im Businessplan mit grossen Zahlen jongliert sondern echte Werte schafft, welche vom User erkannt werden können, sodass dieser bereit ist, dafür Geld auszugeben.

Der Transfer im Web soll von Information zu Interaktion stattfinden. Das ist DIE Gretchenfrage im Hinblick auf die Wissensgesellschaft. Meiner Meinung nach gelingt dieser Sprung mit einem – im übertragenen Sinn – „Frage & Antwort Spiel“. Mit der Essenz aus diesem Interaktions-Spiel kann dem User eine deutlich bessere Information angeboten werden. Um dieses Interaktions-Spiel zu ermöglichen braucht es Vertrauen. Dieses Vertrauen wird meiner Ansicht nach einer der wichtigen Bestandteile für zukünftige Geschäftsmodelle im Web.

Patrick Comboeuf: Mobile wird mehr Umsatz generieren als der Online-Shop

von Reto Hartinger

Patrick gib uns Stichworte zu Deiner Person:comboeuf

Der Betriebswirtschafter Patrick Comboeuf (41) ist seit 2006 als Leiter E-Business verantwortlich für die elektronischen Vertriebsplattformen im Personenverkehr der SBB.

An was arbeitet Du gerade?

Im Bereich “Online” sind wir daran, Voraussetzungen zu schaffen, die Kunden neben Exklusivprodukten wie dem ausschliesslich über’s Internet vertriebenen kontingentierten Sparbillette-Sortiment auch mit anderen Anreizen zur vermehrten Nutzung unserer E-Commerce Shops zu animieren. Ein “Bahnhof im Internet” als Informations- und Inspirationsdrehscheibe, ein Promocode / Gutschein-System eine verbesserte durchgängige Usability mit schlankeren medienbruchfreien Prozessen sind nur einige der Ideen, welche wir derzeit in der Pipeline haben. “Mobile” werden wir die erfolgreiche Einführung von SBB Mobile auf dem iPhone nutzen, um über eine Sortimentsausweitung an Verbundbilletten (nach ZVV, Bernmobil und weitere zusätzlich auch A-Welle im Aargau, Passepartout in der Innerschweiz) rasch weitere Kunden für den Billettschalter für unterwegs zu gewinnen. Ferner könnte das Handy bzw. das iPhone bald auch Trägermedium für Abonnemente werden.

Das kontingentierte Sparbillette-Sortiment finde ich spannend und habe es selbst schon benutzt. Wie macht ihr das bekannt und wie intensiv wird es bereits benutzt?
Die Vermarktungsbudgets für dieses “Billigprodukt” sind leider nicht üppig. Deshab setzen wir hier neben kostenloser PR auf Guerilla- und Social Media Kampagnen (Beispiel Beam-Team, Facebook Fangruppe, Doodle etc.). Die Nutzung steigt kontinuierlich – seit einigen Wochen läuft die zweite Welle (noch ohne aktive Kommunikation). In der ersten Welle diesen Sommer war bereits jedes fünfte Online-Ticket ein Sparbillett. Wenn es so weiter geht, könnten Sparbillette per 2010 definitiv ins Sortiment aufgenommen werden.

Das kontingentierte Sparbillette-Sortiment finde ich spannend und habe es selbst schon benutzt. Wie macht ihr das bekannt und wie intensiv wird es bereits benutzt?

Die Vermarktungsbudgets für dieses “Billigprodukt” sind leider nicht üppig. Deshab setzen wir hier neben kostenloser PR auf Guerilla- und Social Media Kampagnen (Beispiel Beam-Team, Facebook Fangruppe, Doodle etc.). Die Nutzung steigt kontinuierlich – seit einigen Wochen läuft die zweite Welle (noch ohne aktive Kommunikation). In der ersten Welle diesen Sommer war bereits jedes fünfte Online-Ticket ein Sparbillett. Wenn es so weiter geht, könnten Sparbillette per 2010 definitiv ins Sortiment aufgenommen werden.

Wie muss man sich den “Bahnhof im Internet”  vorstellen?

Dies ist das Synomym für den Relaunch von www.sbb.ch – dabei überlegen wir uns zukunftsgerichtet die “reasons to come” und “reasons to stay” für unser Portal in den nächsten Jahren. User-Befragungen bestätigen unserer Startseite zwar eine hervorragende Übersichtlichkeit (“Reduced to the Max”), kritisieren aber auch die nicht sehr kundenfreundliche Informationsarchitektur auf den unteren Ebenen. Neu soll Information, Inspiration und Transaktion noch konsequenter im Sinne des Kunden bei der virtuellen SBB im Mittelpunkt stehen.

Wie gross ist der Mobile-Anteil bereits und wo ist die Motivation der SBB diesen Kanal überhaupt zu bedienen?
Mobile wächst überproportional und wird in wenigen Jahren mehr Umsatz generieren als der Online Ticket Shop. Neben der Ubiquität der Endgeräte ist der mobile Kanal für die SBB vor allem als Interaktions- und Informationsweg zentral. Verspätungsmeldungen, Lenkung durch Anzeige von höherer Sitzplatzverfügbarkeit in einem späteren Zug aber auch Realtime-Fahrplan Abfragen sind nur einige der kundenfreundlichen Features neben dem Ticketing. Als Mandatsträger für den gesamten öffentlichen Verkehr konnten wir zudem fast alle integralen Tarifverbunde der Schweiz für diesen Kanal begeistern. Die damit generierten Mehrerträge aus Vertriebskommissionen sind beachtlich. Ferner lässt sich SBB Mobile wesentlich kostengünstiger skalieren als zum Beispiel die Billettautomaten, welche pro Jahr mehrer 10’000 Franken TCO pro Gerät kosten. Wenn man bedenkt, dass der letzt-ausgerollte Automat in der Regel der Teuerste ist (Grenzkosten bei einem umsatzschwachen Bahnhof) wird Mobileticketing (u.U. auch in einer Einstiegsvariante mittels SMS) mittelfristig auch strategisch zu einem wichtigen Vertriebspfeiler.

Welche Technologien behälst Du im Auge?

Android und Windows Mobile 7.0 könnten mittelfristig eine interessante Alternative mit “Maintream”-Potential werden. Sobald die Adoptionrate hier gewisse Barrieren durchbricht, werden wir SBB Mobile wohl portieren.

Was sind Eure grössten Herausforderungen in nächster Zeit?

Die wachsende Liste an Kundenanforderungen, eine massvolle Weiterentwicklung unserer Plattformen und unseren eigenen Anspruch an einen “constant stream of innovations” (CSI Worblaufen) bedingen erhebliche Finanzmittel, welche oft nicht im nötigen Umfang zur Verfügung stehen. Richtig abzuwägen und entsprechend zu priorisieren ist mit die grösste aktuelle Herausforderung für die SBB.

Wie wird sich der Markt entwickeln. E-Commerce, Investtionen, Innovationen, Start-ups?

Unsere eigenen zweistelligen Wachstumsraten in den letzten paar Jahren sind sicherlich repräsentativ für den gesamten Markt. Bei einem Grossunternehmen wie der SBB, das mehrere Milliarden Umsatz über das gut ausgebaute traditionelle Vertriebsnetz (Schalter / Automaten) erzielt, ist es für den E-Commerce Kanal alleine aufgrund dieser Ausgangslage schon eine grosse Leistung, einen zweistelligen Anteil zum Gesamtumsatz beisteuern zu können. Es ist unsere Überzeugung, dass wir mit dem strikten Fokus auf Synergien zwischen den einzelnen Kanälen, sowohl für Kunden als auch für’s Unternehmen den höchsten Mehrwert schaffen. Dementsprechend erwarten wir von der Industrie nachhaltige Kundeninnovationen wie ein einfaches Mobilepayment (über die Handyrechnung?) oder Location Based Services, welche zum Beispiel einem bereits weit ausgereiftem Konzept “GA-Komfort ohne GA” (GA=Generalabonnement) zum Durchbruch verhelfen könnte.

Wieso hat sich Mobilepayment bis jetzt nie durchgesetzt?

Aktuell sind die Paymentverfahren entweder für den Kunden zu kompliziert (Medienbruch!) oder für den Händler schlicht zu teuer (die Mobilfunkbetreiber wollten bisher einen Cut von min. 20% aufgrund des Delkredererisikos).

Wie gedenkt ihr Location Based Services einzusetzen?

Wenn es gelingt über Standardtechnologien (WLAN, 3G, GSM etc.) die Reiseroute eines Kunden systematisch zu erfassen und dem zeitlich/geografisch auf der selben Route fahrenden Verkehrsträger zuzuordnen, wird es in naher Zukunft möglich die hohe Komplexitität eines möglichen zukünftigen ÖV-Preissystems im Backoffice abzuwickeln, ohne dass das Kundenerlebnis beeinträchtigt wird. Als registrierter Kunde würdest Du z.B. beim Betreten eines Zuges erfasst und per Handymessage davon in Kenntnis gesetzt. Beim Um- oder Aussteigen würde wiederum über das Handy in Erfahrung gebracht, ob Du Deine Reise mit einem anderen Verkehrsträger fortsetzt (keine Aktion von Dir nötig) oder beendest (Taste 2 drücken oder automatisches Check-out nach z.B. 45 Minuten ohne gematchte Bewegung von Dir und dem Verkehrsmittel). Dies würde auch¨casual ÖV-Nutzern erlauben, mit GA-Komfort zu reisen ohne sich schon im voraus für ein Jahr ein entsprechendes Abo zu erwerben. Im Nahverkehr z.B. in London funktionieren ähnliche Modelle schon im Check-In / Check-out Modus auf Basis von Prepaid-Smartcards. Wenn Du an einem Tag 6 Einzelfahrten absolvierst, wird am Ende des Tages nur die billigere Tageskarte (+ eine 10% Systemgebühr) belastet.

Patrick Price: Wir generieren 85% de Traffics mit nicht-bezahlten Traffic-Quellen

von Reto Hartinger

Patrick, gib uns Stirchworte zu Deiner Personme_vergleiche
Amerikaner, Schlangen-Halter, Online- und Medien-Zauberer
An was arbeitet Du gerade?
Momentan arbeite ich an 3 Projekten: www.vergleiche.ch ist eine Consumer-orientierte Meta-Vergleichsplattform. Mit www.swissblog.ch stelle ich eine WordPress-basierte Blog-Plattform für rund 8’000 bloggende Schweizer zur Verfügung und mit www.flohmarkt24.ch betreibe ich einen kostenlosen Gratis Inserate Marktplatz.
Welche Technologien behälst Du im Auge?
Wir haben begonnen unsere Plattformen in die “Cloud” zu verlagern, um besser auf Wachstumspeaks eingehen zu können. Technologisch arbeiten wir mit dem PHP-cake Framework, das uns erlaubt mit verschiedenen Entwicklern weltweit zusammen zu arbeiten und eine einheitliche Entwicklungs-Struktur einzusetzen, anstelle einer proprietären. Darüber hinaus interessieren uns die Themen Data-Aggregation und Data-Collection.
Data-Aggregation und Data-Collection tönt spannend – wie setzt ihr das konkret ein?
Wir betreiben neben SwissBlog.ch auch www.blogverzeichnis.ch /.eu. /.at wobei wir via RSS-Feed die Blog-Beiträge aus etwas über 25’000 deutschsprachigen Blogs bei uns aggregieren. Innerhalb dieser Daten können wir thematische Feeds generieren, die wir in unserer Vergleichsplattform integrieren.
Was sind Eure grössten Herausforderungen in nächster Zeit?
Als Startup die nächste Finanzierungsrunde abzuschliessen … ;-)… Nein, ernsthaft, die Positionierung unserer Dienste bei den End-Konsumenten, sprich Usern. Da wir selbst über keine grossen Werbebudgets verfügen, arbeiten wir mit Social Media Kanälen und viralen Massnahmen um uns bekannt zu machen. Das ist sehr herausfordernd, macht aber auch jede Menge Spass.
Was waren Eure learnings beim Einsatz von Social Media Kanälen als Trafficbringer?
Wir generieren heute über 85% unseres Traffics mit nicht-bezahlten Traffic-Quellen. Unser Learning aus dem Einsatz mit Social Media-Kanälen ist noch nicht abgeschlossen… ;-)
Ich glaube es ist wichtig, dass man von Social Media nicht als “Instrument” oder “Tool” spricht und denkt, sondern dass man versucht Social Media als eine Denk-Haltung anzusehen. Wir öffnen uns dem direkten Dialog gegenüber unseren verschiedenen Stake-Holders. Wir nutzen Social Media als Kommunikations-Kanal in dem wir kanal-gerecht Informationen zur Verfügung stellen. Beispiel: YouTube als Social Media Kanal nutzen bedeutet nicht, dass man seine Werbespots auf YouTube lädt und dann meint, man habe jetzt auch YouTube eingesetzt. Kein Schwein interessiert sich für Deine Videospots, ausser dein Mitbewerber vielleicht. YouTube einsetzen würde bedeuten, in Videos aufzuzeigen, wie man Dein Produkt einsetzt, evtl. alternativ nutzen kann. Schulungsvideos dazu zu haben und die User zu ermutigen, zu zeigen, wie sie Dein Produkt nutzen, oder auch Ihre Probleme mit Deinem Produkt zu dokumentieren.
Twitter ist ebenfalls ein cooles Medium, doch wer nur einen RSS-Feed einsetzt um seine Headlines in Twitter zu stellen, hat Twitter ebenfalls nicht begriffen, da es sich um einen Zwei-Weg-Kommunikationskanal und nicht um einen Ein-Weg-Kanal handelt.
Nichts desto trotz generieren wir bereits einen interessanten Anteil unseres Traffics aus Social Media Kanälen und planen dies inskünftig weiter auszubauen oder weitere Tools wie unseren Link-Kürzer: www.krz.ch hierzu zur Verfügung zu stellen.
Wie wird sich der Markt entwickeln. E-Commerce, Investtionen, Innovationen, Start-ups?
Wir werden einen verstärkten Trend hin zu performance-basierten Werbemodellen erleben, wie Affiliate Marketing. Die Messbarkeit der Online-Werbung wird deren Werthaltigkeit an vielen Stellen kritisch hinterfragen und zu verstärktem Druck führen. Je länger der konjunkturelle Abschwung anhält, desto stärker wird der Druck auf die Marketing-Leiter traditioneller Unternehmen, mehr aus ihrem geringeren Budget rauszuholen. Reichweite ohne messbare Resultate wird an Wert verlieren, weshalb sich viele reichweitenstarke Player wie Verlags-Portale werden überlegen müssen, wie sie die Werthaltigkeit Ihrer angebotenen Werbeformen steigern können.
Wir haben in der Schweiz recht innovative Startups, wenn ich beispielsweise an Amazee oder Wuala denke, die beide sehr grosses Internationales Potential haben. Die Schweiz ist ein gutes Startup-Land, einzig auf Seiten der Finanzierung könnten wir etwas mehr Business Angels gebrauchen. Das Institut für Jungunternehmer macht hier schon viel Gutes und bietet diesbezüglich interessante Kontaktmöglichkeiten, dennoch glaube ich, dass in der Schweiz grundsätzlich mehr Kapital für Startups vorhanden wäre, als derzeit am Markt zirkuliert.
Bezüglich Innovationen werden wir in den nächsten 4-5 Jahren noch vieles erleben, das wir derzeit wohl noch als “mind-blowing” bezeichnen würden. Ich denke bspw, an die Verschmelzung von Smartphone, Beamer und laser-basierter Tastatur zu einem Gerät, das mir erlaubt in HD-Qualität an jede beliebige Fläche zu projezieren und via “touch-screen” darin zu blättern, zu schreiben und zu navigieren, womit ich beispielsweise auf einen Kindle oder andere e-book Reader verzichten kann. Anders gesagt, wir leben in einer sau-spannenden Zeit.

Gregory Gerhardt: Schweiz wird Silicon Valley Europas

von Reto Hartinger
Gregory gib uns Stichworte zu Deiner Person:
Ich bin Mitgründer und Geschäftsführer der Amazee AG. Nebenbei arbeite ich als Projektleiter “e-society und e-democracy” an der Uni Lausanne und als Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Fribourg. Und wenn ich grad mal nicht arbeite, bin ich am windsurfen oder lesen.
An was arbeitet Du gerade?
An Amazee. Unsere Internetplattform ermöglicht es Personen und Organisationen, ihre Ideen und Vorhaben in öffentlichen Projekten zu initiieren, diese zu promoten und Gleichgesinnte zu finden. Beispiele für erfolgreiche Projekte bei Amazee sind der Aufbau eines Internet-Ausbildungszentrums in Sri Lanka, die Planung von Internet-Unternehmertreffen in Zürich – z.B. der Web Monday oder die Chuchi Serie – , oder die Sicherstellung einer lückenlosen Wasserversorgung in einem südafrikanischen Dorf. Amazee kann vielleicht am besten mit einem “produktiven Facebook” verglichen werden, bei dem nicht das Personen- , sondern das Projektprofil im Vordergrund steht.
Welche Technologien behälst Du im Auge?
Ich versuch den Markt im Auge zu behalten. Die Web-Technologien überlass ich unserem CTO Lucas Bally. Generell versuchen wir, so viel wie möglich mit quelloffenen Technologien zu arbeiten. So basiert etwa unsere Plattform auf dem Open-Source-Framework Drupal.
Was sind Eure grössten Herausforderungen in nächster Zeit?
Die Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit. Wir haben zwar schon ein gutes Niveau erreicht. Das reicht aber noch nicht, um im internationalen Markt zu einem führenden Social Collaboration-Anbieter zu werden. Mein Team wird in nächster Zeit also viel Zeit mit usability tests und Produktverbesserungen verbringen. Weiter sind wir auch einige spannende Partnerschaften eingegangen, die uns auf Trab halten.
Wie wird sich der Markt entwickeln. E-Commerce, Investtionen, Innovationen, Start-ups?
Es gibt auf dieser Welt schon bald 2 Milliarden Internet-Nutzer und bald keinen analogen Bereich, der nicht von einem online-Äquivalent gespiegelt wird: Einkaufen, Partner finden, studieren, amüsieren, politisieren – alles geht mittlerweile vor dem Bildschirm. Es tut sich also in allen Bereichen des Webs ein grosser Market auf. Ebay, Amazon, Google, Facebook, Twitter sind erst der Anfang einer rapiden Entwicklung, die unsere Gesellschaft noch stark beeinflussen und verändern wird. Entsprechend wird es im Internet noch viele Innovationen, Start-ups und Investitionen geben. Und zwar nicht nur im SiliconValley, sondern auch hier in der Schweiz. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir uns zum Silicon Valley von Europa mausern werden.

Gregory gib uns Stichworte zu Deiner Person:gregy

Ich bin Mitgründer und Geschäftsführer der Amazee AG. Nebenbei arbeite ich als Projektleiter “e-society und e-democracy” an der Uni Lausanne und als Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Fribourg. Und wenn ich grad mal nicht arbeite, bin ich am windsurfen oder lesen.

An was arbeitet Du gerade?

An Amazee. Unsere Internetplattform ermöglicht es Personen und Organisationen, ihre Ideen und Vorhaben in öffentlichen Projekten zu initiieren, diese zu promoten und Gleichgesinnte zu finden. Beispiele für erfolgreiche Projekte bei Amazee sind der Aufbau eines Internet-Ausbildungszentrums in Sri Lanka, die Planung von Internet-Unternehmertreffen in Zürich – z.B. der Web Monday oder die Chuchi Serie – , oder die Sicherstellung einer lückenlosen Wasserversorgung in einem südafrikanischen Dorf. Amazee kann vielleicht am besten mit einem “produktiven Facebook” verglichen werden, bei dem nicht das Personen- , sondern das Projektprofil im Vordergrund steht.

Produktives Facebook gefällt mir. Kannst Du uns Zahlen sagen?

Wir haben zurzeit etwa 11’000 registrierte Benutzer mit einem Zuwachs von 50 bis 100 Benutzern pro Woche. Unique Visits variieren zwischen 500 und 1000 pro Tag. Am meisten Traffic erhalten wir aus Deutschland, der Schweiz und den USA.

 Welche Technologien behälst Du im Auge?

Ich versuch den Markt im Auge zu behalten. Die Web-Technologien überlass ich unserem CTO Lucas Bally. Generell versuchen wir, so viel wie möglich mit quelloffenen Technologien zu arbeiten. So basiert etwa unsere Plattform auf dem Open-Source-Framework Drupal.

Was sind Eure grössten Herausforderungen in nächster Zeit?

Die Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit. Wir haben zwar schon ein gutes Niveau erreicht. Das reicht aber noch nicht, um im internationalen Markt zu einem führenden Social Collaboration-Anbieter zu werden. Mein Team wird in nächster Zeit also viel Zeit mit usability tests und Produktverbesserungen verbringen. Weiter sind wir auch einige spannende Partnerschaften eingegangen, die uns auf Trab halten.

Wo siehst Du die grössten Usability-Herausforderungen?

Die grosse Usability-Herausforderungen liegt darin, aus einem “early-adopter”-Produkt ein “early majority”-Produkt zu machen. Der erste Schritt ist dabei die Reduktion auf das Wesentliche. Weiter befinden uns in einem relativ jungen Markt. Was “Social Networking” ist, weiss mittlerweile jeder, nicht aber was “Social Collaboration” ist. Somit kommt unserer Startpage eine zentrale Rolle zu. Diese muss innert Sekunden erklären, für was Amazee steht, wer Amazee  benutzt und warum gerade Amazee die beste Plattform für öffentliche Projekte ist. Weiter werden wir ganz grundlegende Prozesse und Navigationsformen überarbeiten: z.B. den Projekt-Setup Prozess, oder das Entdecken von neuen Projekten, Personen etc. Bei der Vielfalt der Entwicklungsmöglichkeiten ist somit auch die richtige Priorisierung und die effiziente Koordination der Verbesserungen eine kleine Herausforderung.

Wie organisierst Du die Usability-Tests? Wie geht ihr vor?

Zunächst entwickeln wir neue Wireframes. Diese werden dann mit einer Gruppe von 6-10 externen Benutzern getestet und besprochen. Auf dieser Basis konsolidieren wir die Wireframes zu einem “Ideal”, schreiben die Spezifikationen und entwickeln den Prototypen auf dem Testserver. Dann folgt die zweite Runde, bei der eine Testgruppe von 10-20 Leuten den Prototypen “live” durchtestet. Auf dieser Basis werden dann die Spezifikationen angepasst, die finale Grafik entworfen und die Plattform neu geschrieben. Nebst diesem formalisierten Prozess erhalten wir auch tagtäglich Feedback von unseren Usern.
   

Wie wird sich der Markt entwickeln. E-Commerce, Investtionen, Innovationen, Start-ups?

Es gibt auf dieser Welt schon bald 2 Milliarden Internet-Nutzer und bald keinen analogen Bereich, der nicht von einem online-Äquivalent gespiegelt wird: Einkaufen, Partner finden, studieren, amüsieren, politisieren – alles geht mittlerweile vor dem Bildschirm. Es tut sich also in allen Bereichen des Webs ein grosser Market auf. Ebay, Amazon, Google, Facebook, Twitter sind erst der Anfang einer rapiden Entwicklung, die unsere Gesellschaft noch stark beeinflussen und verändern wird. Entsprechend wird es im Internet noch viele Innovationen, Start-ups und Investitionen geben. Und zwar nicht nur im SiliconValley, sondern auch hier in der Schweiz. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir uns zum Silicon Valley von Europa mausern werden.

Dr. Michael Marth: No SQL please

von Reto Hartinger

Dr. Michael Marth, ich arbeite als freiberuflich als Software Architekt und technischer Projektleiter (marth.software.services, www.marth.ch). Vorher habe ich in diversen kleinen Software Firmen und Startups Development Teams geleitet. Private verfolge ich das Projekt, alle Simpsons Folgen gesehen zu haben und dilletiere in Badminton.

An was arbeitet Du gerade?

Momentan erstelle ich einen Software Store ala iTunes Store für einen weltweit aktiven Schweizer Software-Hersteller. Kunden und Partner werden dort Applikationen, Packages und Komponenten austauschen und später auch verkaufen können. Ich bin als Business Owner und Delivery Manager für Konzeption und Entwicklung verantwortlich.

Welche Technologien behälst Du im Auge?

Spannend finde ich zur Zeit im Datenbank-Bereich die Entwicklung von Alternativen zum relationellen Modell, die sich den Namen “NoSQL” gegeben hat. Dies sind zum Beispiel Modelle wie Key/Value oder Dokumenten-basiert. Hohe Skalierbarkeit ist auch ein Thema in diesem Zusammenhang. Mittelfristig kann NoSQL dazu führen, dass die Infrastruktur, auf der wir all unsere Applikationen bauen, sich sehr von der heutigen unterscheidet.

Ein zweites Thema dass mich interessiert ist das Thema Concurrency in Programmiersprachen. Nach dem Push der dynamischen Sprachen wie Ruby und Python der letzten 3-4 Jahre werden derzeit Sprachen diskutiert, in denen sich Parallelität gut abbilden lässt (z.B. Erlang, Clojure oder Scala). Die Verwendung solcher Sprachen könnte eine Möglichkeit sein, Multicore Prozessoren vernünftig zu nutzen, wenn wir erst mal bei 10, 50 oder 100 Cores angelangt sind.

Gewissermassen als Hobby beschäftige ich mich mit natural language processing, also Techniken, als natürlicher Sprache Informationen zu extrahieren. Automatisches Tagging von Texten ist eine Anwendung dafür. Ich benutze das auf meinen Sideproject minimeme.org .

NoSQL tönt spannend. Kannst Du dessen Vorteile noch genauer
spezifizieren und wo man das einsetzen könnte?

NoSQL ist ja ein Überbegriff, der verschiedenste Technologien umfasst. Aber typisch ist, dass die Data Stores kein oder kein sehr starres Schema haben. Das hat in agiler Softwareentwicklung Vorteile, weil DB Migrationen hinfällig werden. Man meint ja zu Beginn einer Softwareentwicklung gelegentlich, man habe die Requirements jetzt voll verstanden und im Griff. Das ist aber nie so. Schemafreie Datenstrukturen stehen einem dann nicht mehr im Weg, wenn man die Applikation anpassen will.

Was sind Eure grössten Herausforderungen in nächster Zeit?

Die nächste Zeit erwarte ich, dass die IT und Software Welt eher heterogener werden, statt sich zu konsolidieren. Die Herausforderung besteht darin, den Überblick zu behalten und auf die richtigen Pferde zu setzen.

Inwiefern wird die IT und Software Welt eher heterogener? Welches
sind die Winner und Looser?

Die Plattformen werden diversifizierter, es gibt weniger allumfassende Platzhirsche. Bisher waren dies Java, .net und PHP bei den Application Servern. Bei DBs waren es Oracle und MySQL und bei Mobile Devices war es Nokia. Dann tauchten Rails und Python (Django) auf, nun kommen die NoSQL DBs dazu, bei den Mobile Devices Android, iPhone und neue Devices wie der Kindle. Dies sind nur Beispiele. Ich glaube, der Softwareentwicklungsbereich ist in dieser Hinsicht in einer explorativen Phase. Die nächsten Gewinner stehen noch nicht fest.

Wie wird sich der Markt entwickeln. E-Commerce, Investtionen, Innovationen, Start-ups?

Die kurzfristig interessanteste Entwicklung sehe ich in Amazons Cloud Computing, die einen Teil dazu beiträgt, die initialen Kosten für ein Startup gegen Null zu drücken.

Mittelfristig ist Mobile Computing eine Riesensache. Mit dem iPhone ist das Internet endlich wirklich mobil geworden. Diese Entwicklung steht noch am Anfang. Neue Devices werden neue Use Cases erschliessen. Man denke nur an den Kindle.

Als langfristigen Mega-Trend im Internet Bereich sehe ich, dass alle Business- und Consumer-Applikationen als SaaS ins Web wandern. In 10-15 Jahren werden nur noch sehr grosse Firmen Business Software lokal installieren wollen. Dies wird die gesamte Markt-Mechnik im Software-Business ändern.

Ist SaaS schon bei den Kunden angekommen?

Sieh Dir an, wie Google Docs und GMail in Unternehmen verwendet wird. Ich meine, SaaS ist hat einen Brückenkopf zu den Kunden errichtet. Dies ist ein sehr langfristiger Trend, man darf sich hier nicht von kurzfristigen Schwankungen ablenken lassen.

Arthur Hefti – Welcome Google Docs

von Reto Hartinger

Arthur gib uns Stichworte zu Deiner Person: 7c518e11f.3498059_s3
– Software Entwickler in etwa seit es PCs gibt
– Eigene kleine Softwarefirma seit 1996
– ETH Abschluss in Betriebs- und Produktionswissenschaften

An was arbeitet Du gerade?
Wir erstellen massgeschneiderte Lösungen für KMUs, machen Migrationen / Erweiterungen Client/Server Richtung Web und Google Desktop Gadgets zwischendurch

Welche Desktop Gadgets habt ihr bereits entwickelt?
– Gadget zur Verwaltung der Tasks auf www.rememberthemilk.com.
– Gadget zum Abspielen der eigenen Songs aus www.mp3tunes.com.
– RSS Reader für Secure Feeds inkl. Login auf eigener URL.
– Gadget als Schnellstartleiste für Programme
Alle Gadgets sind in JavaScript geschrieben und Open Source. Details unter: http://desktop.google.com/plugins/i/RTMTasksbyCATsoft.html

Welche Technologien behälst Du im Auge?
– Nächste Version Visual Studio
– Silverlight
– F# (funktionale Programmiersprache von Microsoft)
– iPhone Entwicklung

Was hälst Du von Silverlight?
-Es lassen sich relativ einfach browserunabhängige Web Applikationen entwickeln. Das GUI hat mehr Möglichkeiten als HTML. Das Problem ist die geringe Verbreitung, kann aber bei firmeninternen Programmen gelöst werden.

Wieso Silverlight und nicht Flash?
– Wir haben OpenLaszlo/Flex/Flash angeschaut, doch da wir mehrheitlich in der .NET Welt tätig sind, liegt uns Silverlight mehr

Funktionale Programmiersprache tönt spannend, was muss ich mir darunter verstehen?
Eine funktionale Programmiersprache basiert primär auf Funktionen. Ist der Wert einer Variabeln einmal bestimmt, kann dieser nicht mehr geändert werden (mit Ausnahmen). Funktionale Programmiersprachen sind relativ einfach parallelisierbar. Prinzipien dieser Sprachen sind z.B. auch in C# eingeflossen
Viel mehr Details: http://de.wikipedia.org/wiki/Funktionale_Programmierung

Habt ihr schon etwas fürs iPhone entwickelt?
Bis jetzt nicht.  Unser Ziel ist nicht eine Killer-Applikation im Appstore sondern Zusatzfunktionen für bestehende Kundenlösungen

Was sind Eure grössten Herausforderungen in nächster Zeit?
– Kostengünstige, webbasierte, massgeschneiderte Lösungen für kleine Firmen
– Bei der (für die Lösung) “richtigen” Technologie dabei sein

Wie wird sich der Markt entwickeln. E-Commerce, Investtionen, Innovationen, Start-ups?
– Riesige Flut an Informationen: Was ist wichtig für die Firma?
– Web basiert: Dank Google Apps und CVSDude betreiben wir keine eigenen Server.
– Ideen: Wie (Personen/Technologien) setze ich die Ideen um?

Habt ihr Microsoft Office zugunsten von Google Docs rausgeschmissen?
So weit wie möglich. Dokumente, die formatiert in Word abgegeben werden müssen, werden einfacher direkt in Word geschrieben. Google Docs mit der Möglichkeit gleichzeitig und verteilt am gleichen Dokument zu arbeiten ist genial.

Was hälst Du von SaaS ist das Konzept bei den Kunden schon angekommen?
Erste kleine Schritte sind gemacht. Z.T. spielt Citrix dabei eine Rolle

Dorian Selz: High Toon

von Reto Hartinger

Dorian gib uns Stichworte zu Deiner Person:  dorian_selz_Bild

Dr. Dorian Selz, 38, verheiratet, Vater einer Tochter, interessiert an zeitgenössischer Kunst – unsere Famile betreibt im Jura eine Galerie (www.selz.ch), Eisenbahnliebhaber (Weltrekord 1989)

Aktuell Mitgründer und CEO der Nektoon AG in Zürich.

Vormals Mitgründer und CEO der local.ch AG und Partner der namics ag.

Noch vormaliger: Studien in St.Gallen, Genf und Aberdeen.


An was arbeitet Du gerade?

Zur Zeit sind wir ca. 2 Wochen vor Beta-Release unseres ersten Products – memonic. Mit memonic kann sich jede und jeder auf einfachste Weise (digitale) Informationen und (digitales) Wissen merken und diese Wissenschnipsel anschliessend weiterverwenden und mit andern teilen.

Seit Januar sind wir am Aufbau der Firma und der Umsetzung unserer Produktidee. Wieder heisst es bei Null beginnen und der neuen Firma Kontur und Inhalt geben. Wie bei den vormaligen Startups eine spannende und herausforderungsreiche Zeit.

Jetzt so kurz vor Beta-Launch sind wir natürlich gespannt auf die Reaktionen der ersten Nutzer.


Was war die grösste Herausforderung bei der Entwicklung memonic?

Die Idee von memonic ist einfach: Das Wesentliche behalten. Mittels memonic kann eine Wissensarbeiterin sich einfach digitale Wissensschnipsel merken und in einem persönlichen digitalen Notizbuch ablegen.

Die grösste Herausforderung ist zweifach: Erstens, wie kann eine Wissensarbeitern so einfach wie möglich in beliebigen digitalen Programmen Informationen markieren und wie können wir das einfach und effizient ablegen. Zweitens, wie muss ein Organisationsinterface aussehen, dass jede und jeder sofort verstehen, was damit gemacht werden kann.

Wir haben einige Probleme gelöst, haben aber noch einen langen Weg vor uns.


Wo seit ihr technologisch angestossen und warum?

Wir haben bei der Umsetzung von memonic sehr von den Erfahrungen beim Aufbau von local.ch profitiert. Wir haben auf der grünen Wiese beginnen können und uns von Beginn weg darauf konzentriert, eine sehr gut skalierbare Platform zu bauen.

Wie in verschiedenen Beiträgen auf unserem Blog dokumentiert, setzen wir stark auf Automation und Virtualisierung (blog.nektoon.net). Wir setzen voll auf Cloud-Computing. Für uns als Startup eine sehr mächtige Option, um ohne kostspielige Server Investitionen an den Start gehen zu können.

Hier haben wir aber auch Grenzen gesehen: Zum einen gabs in den letzten Monaten einige grössere Pannen bei verschiedenen Cloud-Computing Anbietern, zum andern missfällt uns die einseitige Abhängigkeit. Wir haben deshalb die Platform so ausgelegt, dass wir verschiedene Cloud-Anbieter einsetzen können.

Was sind Eure grössten Herausforderungen in nächster Zeit?

Natürlich unser Beta-Launch!


Welche Technologien behälst Du im Auge?

Technolgien, die für uns direkt relevant sind: Cloud-Computing in vielerlei Facetten, Objective-C (Apple iPhone) und andere mobile Frameworks, Python, Entwicklungstools wie Puppet, Hudson, Selenium und andere. Ein bisschen vorausgeschaut: HTML5.

Wie relevant findest du Html5 für die Entwicklrgemeinde?

Insgesamt: Viele der Elemente die HTML5 bringt, sind heute mit Drittapplikationen meist recht ordentlich gelöst. Aus Nutzersicht ist nicht zu erkennen ob ein Video native im Browser abgespielt wird, oder mittels universell verfügbarem Flash-Player. D.h. es ist nicht notwendig hier einen Upgrade zu fahren, was automatisch die Adoptionskurve weit in die Zukunft streckt.

Andererseits ist zum Beispiel die Möglichkeit einen kompletten Offline Storage anzulegen für uns sehr spannend. Vereinfacht gesagt: Wir müssen unsere Software einmal schreiben und können trotzdem Desktop-Applikationen auf verschiedenen Zielsystemen anbieten.


Wie wird sich der Markt entwickeln. E-Commerce, Investitionen, Innovationen, Start-ups?

Wir stehen mitten in einem raschen Wandel. Der etwas in die Jahre gekommene Slogan der „Attention Economy“ – die Ökonomie der Aufmerksamkeit – trifft voll zu. Täglich sind wir einem schier unendlichen Strom von Informationen auf verschiedensten Kanälen ausgesetzt: (Gratis-)Zeitungen, Fernsehen, Internet in verschiedensten Formen (Videos, Blogs, News-Websites, RSS-Feeds, Twitter, Facebook, Xing, etc.). Kaum bewältigbar. Der Trend wird vorläufig so weitergehen. D.h. eine nächste digitale Innovationswelle wird sich mit der Organisation dieser schier unendlichen Informationsmengen befassen.

Zu hoffen ist, dass es weiterhin mutige Leute gibt, die trotz Krise ein Startup gründen. Uns als Beispiel, gehts im Moment hervorragend. Wir arbeiten mit viel Freiraum an einer echten Herausforderung, wir haben ein spannendes Produkt und wir haben Spass.


Sind wir schon am Ende von web 2.0 oder wie siehst du die weitere Entwicklung?

Der Begriff wurde damals von Tim O’Reilly entwickelt mit der Idee die rasche Entwicklung im Netz zu veranschaulichen. Heute wird er meist synonym mit dem Begriff des „Mitmach-Webs“ verwendet. Es ist verlockend wie bei Software, die Versionnummer raufzuzählen und das Web 3.0 auszurufen.

Ich denke eher, das Internet wird sich in eine andere Richtung entwickeln. Heute konsumieren wir das Internet in der Regel über Bildschirme. Sei es bei PC-, Notebook, oder Mobilbildschirm. Das Internet wird sich aus dieser Zwangsjacke befreien und weitere Teile unseres täglichen Lebens und unseres alltäglichen Raums vereinnahmen.


Pascal Geronimi: looking at the big picture

von Reto Hartinger

Hier nochmals ein Interview mit einem Internet Briefing Mitglied: Pascal Geronimi. Pascal hat unsere Fragen in Enlisch beantwortet.

Pascal gib uns Stichworte zu Deiner Person:

– Started tweaking Websites in year 2000.
– Software Engineer since 2004, passionately learning about User
Experience, Interface Design, Guerilla Usability.
– @ Puzzle ITC since 2008 as User Experience Consultant.

An was arbeitet Du gerade?

– User Interface redesign for a big legacy app, sketching, brainstorming, interviewing users, convincing customers..

Wo sind die grössten Probleme dabei

– Difficult to convince the client that usability is important, that listening to the users will ultimately let them spare costs.

– Feature creep: App that tries to do everything for everyone, without
vision.

– Bad development process, code at once without thinking

Welche Technologien behälst Du im Auge?

– Rails + REE, already very Mainstream but I like it

– Scala + Lift, the next cool functional language and its pending rails-inspired web framework: http://liftweb.net/

– Compass, a css framework based on Sass: http://compass-style.org/

Was sind Eure grössten Herausforderungen in nächster Zeit?

– to fix bad development processes

Wie wird sich der Markt entwickeln. E-Commerce, Investtionen, Innovationen, Start-ups?

More wishes than predictions:

– Web 2.0 coming in Switzerland

– Small, innovative, transparent and customer-friendly ‘niche’ startups gain power

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