Suchen:

Medienhäuser statt Verlagshäuser

von Reto Hartinger

Zwischen Reda Philippe El Arbi und mir ist eine Diskussion über Journalismus ausgebrochen, auf einem Facebook-Beitrag von Vinzenz Wyss.Es ging um einen Beitrag auf TeleZ 

Die NZZ schaltet ihre Kommentarspalten ab und führt geführte Diskussionsdebatten ein.
Wird dadurch die Qualität der Rückmeldungen wirklich gesteigert oder kapituliert man vor dem Publikum?

Reda Philippe El Arbi Es bestand früher die genau gleiche Debattenkultur im Print wie auf Online.

Nur dass 99 Prozent der Teilnehmenden ignoriert wurden. Die Debatten fanden einfach nicht auf der Plattform statt.

Die Unfähigkeit der Journalisten, dem Leser auf Augenhöhe zu begegnen, ist ein Zeichen der Arroganz.

Gäbe man jedem Journalisten 2 Stunden pro Artikel, um sich um den Kommentarfeed zu kümmern und auch zu antworten, hätte man eine anständige Diskussion, ohne den Leser grundsätzlich als Idioten hinzustellen.

Jetzt, da die Wahl der zu diskutierenden Themen bei der Redaktion liegt, verliert die Redaktion die Möglichkeit, die restlichen Themen mitzugestalten. Die Diskussion wandert auf die Sozialen Medien ab.

Aber eben, der Entscheid wurde von Leuten getroffen, die eigentlich lieber wie im Printzeitalter ihre Inhalte als Papierflieger aus dem Elfenbeinturm werfen und den Leser grundsätzlich für unmündig halten.

Es sind die gleichen Journalisten, die sich zwar leidend die Klickzahlen anschauen, aber niemals auf die Idee kämen, sich die Verweildauer oder die Kommentare anzuschauen.

Reto Hartinger (meine verschiedenen Kommentare zusammengefasst) zu – der Zukunft der Medien

Aber die NZZ ist eine Marke und was Kommentartrolle anrichten können, sah man auf allen anderen Zeitungskommentaren. Ich hätte auch rausgeschmissen bzw nicht akzeptiert, was qualitativ nicht gut ist. Ich hätte aber auch früh wirklich gute Leute zum Kommentieren aufgefordert. Damit schon einmal ein Standard gesetzt ist. Denn wenn Kommentare nicht lesenswert sind, wieso hat man sie dann? Dann kann man das Feedback auf auf Like oder Regler reduzieren. Das hat mit Arroganz nichts zu tun sondern mit Qualität des Produktes

ich habe mal gebloggt (finde den Post nicht mehr), dass Medien einen Community-Manager, einen Themen-Manager und einen Kanal-Manager brauchen. Der Themenmanager bearbeitet die Themen egal für welchen Kanal, der Kanal-Manager bestimmt in welcher Form sie in die verschiedenen Kanäle kommen und der Community-Manager sorgt dafür, dass es brauchbares Feedback gibt und dieses auch wieder in die Kanäle wandert z.B. in den Print. Wäre es nicht klug, gute Kommentare im Print zu bringen? Ein Abo wäre auch nicht auf einen Kanal beschränkt sondern gälte auf allen. Die Kanäle hätten ihre Funktion in Geschwindigkeit und Tiefe.

Der Journalist schreibt, danach wird das in verschiedene Längen und Arten auf die verschiedenen Kanäle gebracht. Aber der Journalist muss neben Schreiben auch Audio und Video beherrschen und wissen wie man das anwendet. Aber die finale kanalgerechte Bearbeitung macht der Kanalchef. Es gibt ja auch Titelproduzenten etc. Ein Journi hat heute keine Macht mehr über den Titel, er kann nur was vorschlagen. Solche Arbeitsteilungen gibt es in meinem Konzept auch, aber einfach nicht mehr wie heute. Dann macht der Themencheft auch noch die Verknüpfung zu Archiv und anderen Artikel/Videos/Audios und Kommentaren. Und wer sagt, dass Kommentare nach Chronologie geordnet werden müssen – sie können gruppiert und nach Relevanz gelistet werden

Der Journalist muss begreifen, dass er sich in einem Dialog mit seinen Lesern befindet, dass diese ihm auf Augenhöhe antworten sollen. Wenn der Journalist früher ein Zitat eingeholt hat, sollte er zukünftig einen Kommentar einholen.

Das nur kurze Gedanken zum Thema Medienhäuser statt Verlagshäuser

 

Wieso uns Soziale Netzwerke immer unsozialer machen

von Reto Hartinger

Nein, jetzt kommt nicht so eine Schelte, dass wir wegen Sozialer Netzwerke immer weniger sozialer Kontakte haben. Das stimmt ganz sicher nicht. Wir haben mehr Kontakt online wie offline. Ueber unsere Kontakte wissen wir immer mehr. Wer hat früher schon die politischen Ansichten seiner Kunden gekannt oder gewusst wo der leitende Mitarbeiter eines Lieferanten in die Ferien geht und seine Frau und Kinder aussehen? Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich erfahren habe, dass ein Internet Briefing Speaker oft ins Sprüngli geht um dort Kuchen zu essen, viel Velo fährt. Bei so viel Privatem ist er mir auch als Mensch näher ans Herz gewachsen. Ich konnte ihn besser einschätzen und daher schätzen. Aber was passiert, wenn eine wichtige Kontaktperson anders abstimmt als ich, ja eine total beschissene Meinung hat? Was ihm ja umgekehrt auch so mit mir geht? Wir kennen das alle. Ich muss mir dann allergrösste Mühe geben, die Person immer noch so zu sehen wie vorher, ihr immer noch so positiv im Geschäftsleben zu begegnen wie vorher. Denn eigentlich ist ja nur das interessant und wichtig und nicht was er oder sie teilt.

Wir verkommen in Silos

Wir können uns Mühe geben wie wir wollen. Es wird nichts bringen. Facebook und Google beobachten uns bei allem was wir tun. Sie sind unsere Freunde und tun alles, damit wir uns besser fühlen. Sie achten darauf was uns interessiert und zeigen uns nur noch entsprechende Werbung, andere würde uns ja auch nerven (und hätte für die Werbetreibenden weniger Wirkung) und sie zeigen uns von unseren Freunden auch nur noch die Posts, in denen wir mit ihnen übereinstimmen. Ja sie zeigen uns immer mehr nur noch Posts von Leuten mit denen wir % gemeinsame Interessen haben. Und wer unsere Post nicht mehr anklickt, der wir früher oder später aussortiert, von dem bekommen wir nichts mehr mit. Thematisch teilt uns Facebook in zirka 5 Themen ein (ok, für Werbung kann es locker über 30 sein) für die wir uns zu interessieren scheinen. Facebook merkt, wie ich abstimmen werde und zeigt mir nur noch Posts mit meiner Meinung. Ich kann eine totale Minderheitenmeinung haben und bekomme so das Gefühl, dass die Welt so denkt wie ich. Ganz spannend sind Verschwörungstheorien. Du wirst zugekleistert mit den Verschwörungstheorien deren Inhalte du mal geliket oder geteilt hast. Durch diese ständige Wiederholungen werden sie für dich immer konkreter und immer wahrer. Wenn du während 3 Jahren jede Woche  Chemtrailposts gelesen hast, brauchst du immer mehr geistige Energie um es als Humbug abzutun.

Verzerrtes Weltbild

Wir laufen früher oder später mit immer verzerrteren Weltbildern herum. Es wird immer schwerer, dass sich SVPler und SPler verstehen können. Unsere Meinungen werden immer radikaler, unsere Thesen und Ausdrucksweise immer gewagter und giftiger. In allen Lagern. Je giftiger und radikaler desto mehr Klackeure haben wir. Follower werden zu Jüngern und verbreiten unser verzerrtes Weltbild bei Ihresgleichen.

Selbstexperiment

Versuche diese These einmal selber auszuprobieren. Ganz einfach, widerspreche einmal einem deiner Freund in einem seiner Posts. Der Freund wir dir nicht antworten aber Schimpf, Schlötterlinge und Häme wirst du von seinen Followern ernten. In so einem Fall hat mir einmal eine Person geschrieben, ob ich für Falschinformationen bezahlt werde. Das Buhrufe und die Schlötterlinge möchte ich nicht wiederholen. Ich mache das aber ab und zu. Ich werde nie jemanden entfreunden, weil er eine Gegenteilige Meinung hat und oft werde ich sogar seine Posts liken. Ganz einfach, weil ich sie sonst nicht mehr zu Gesicht bekomme.

.Schwerwiegende Konsequenzen für unsere Gesellschaft

Dieses Silodenken hat schwerwiegende Konsequenzen für unsere Gesellschaft. Die Ansichten werden immer extremer. Donald Trump ist nur ein solches Phänomen. In einer normalen Gesellschaft wäre es gar nicht möglich, dass er so viel Zustimmung erhält. Da er aber immer Teilaspekte adressiert und er tut es so radikal, dass er vielen Leuten in diesem Aspekt geradezu als Messias erscheint. Dabei spielt es gar keine Rolle, ob es stimmt was er sagt. Er darf unverhohlen lügen. Seine Anhänger werden für objektive Berichterstattung nicht zugänglich sein. Nicht umsonst gibt es den Begriff von Lügenpresse. Damit wird die Presse und ihre Berichterstattung einfach in eine Ecke gestellt.

Donald Trump und die PEGIDA werden nicht widerlegt werden können

Die Presse wir noch so viel und noch so aufklärerisch über Trump berichten können, sie werden die Leute nicht überzeugen können. Die Presse hat als Aufklärer und Meinungsmacher ausgedient. Die Presse wird nicht gegen Meinungs-Silos anschreiben können. Das ist ihr Niedergang und nicht Twitter % Co. Dem ist mit Qualität nicht beizukommen. Die Presse hat ihre Funktion verloren. Was übrig bleibt ist RTL2 und die Arena, der Club. Also entweder hirnlose Formate und Reality Shows oder Politshows die alle Silos bedienen ohne zu werten. Das brauche ich aber nicht zu bezahlen, das bekomme ich in meiner Timeline gratis. überleben werden auch Silomagazine wie Weltwoche, aber ob das wirklich wirtschaftlich zu betreiben ist?

Silodenken für die Werbung nutzen

Wenn wir diese Mechanismen erkennen, so können wir sie ür die Werbung bzw. für das Content Marketing nutzen.

  1. Identifizieren des Clusters die ein Produkt oder eine Idee hat
  2. Aufbauen des Produkts als Helden
  3. Gefahr, Widerstand für den Helden inszenieren
  4. Konflikt beim Personencluster bekannt machen
  5. Zur Handlung auffordern

Identifizieren des Clusters

Im CRM nachsehen, wer ein Produkt gekauft hat oder wer sich dafür interessiert hat. Die entsprechenden eMail-Adressen bei Facebook einlesen und mit den Identitäten verbinden. Den Cluster via Botschaften (im Werbetool) füttern.

Produkt als Held, Konfrontation mit einem Widersacher

Ein Held gibt es wenn er gefeiert wird. Zum wirklichen Helden wird er aber nur wenn er einen Feind hat. Nur die Auseinandersetzung und das Besiegen des Bösen macht Helden. Danach muss aber unbedingt zu einer Handlung aufgefordert werden, sonst bringt es ja auch nichts. Zum Helden wurde Erdogan erst durch den vereitelten Putsch. Danach wäre er auch ohne Säuberung kaum mehr angreifbar gewesen. Die Politik kennt das nur allzu gut. Margeret Thatcher wäre kaum ein zweites Mal gewählt worden ihre Zustimmung dümpelte um 30%. Dann gab es den Falklandkrieg und sie wurde triumphal wiedergewählt. Eine Taktik die später auch Ronald Reagan angewandt hatte. Kleiner als Grenada konnte es nicht sein, gewirkt hat es trotzdem.

 

 

Apple iTV kommt am 9. September

von Reto Hartinger

Die Anzeichen verdichten sich, dass Apple mit dem iTV ernst macht. Die Inhalte-Strategie und Partnerschaften stehen, die Displaytechnologie hat Fortschritte gemacht und Apple hat gleich mit 3 Firmen Produktionsverträge mit exklusiven Apple-Teams (denn alle Lieferanten sind auch gleichzeitig Konkurrenten und da soll nichts an die Mutterfirma geleakt werden). Und für den 9. September hat Apple ein 10x grösseren Raum reserviert als gewöhnlich für die Neuvorstellung der iPhones, welche zu diesem Zeitpunkt erwartet werden. Es ist also logisch, dass ein wirklich neues Produkt kommt.

Was ändert sich mit dem iTV?

Apple bringt kein Gerät auf den Markt, ohne dass es ein Gamechanger wird. Was also wird sich ändern, wenn Apple ins Wohnzimmer kommt?

Beginnen wir bei den weniger offensichtlichen Änderungen. Hast Du dich schon einmal gefragt, was passiert wenn auf Deinem Fernseher Dein iTunes Account verfügbar ist?

Du bist schon einmal  identifiziert mit all Deinen Soziodemografischen Daten, mit allem was Apple über Dich weiss und Deine Kreditkarte ist hinterlegt. Alle Apple-Geräte sind synchronisiert.

Ist ja toll, die auf im iPhone geschossenen Bilder auf dem Telefon zu sehen, aber ohne dass Du irgendetwas machst, sind sie auch auf dem extrem scharfen Bildschirm (es gibt eine Bildschirmtechnologie, welche HDTV-Auflösung alt aussehen lässt) in voller Grösse ansehen und bearbeiten kannst. Dasselbe natürlich mit den Videos.

Du kannst wenn Du fern gesehen hast und weg musst, den Film an dem Ort auf dem Tablett unterwegs ansehen, an dem Du auf dem TV aufgehört hast.

Neues Einkaufserlebnis

Noch schicker ist aber, dass Du auf dem Fernseher schoppen kannst. Du hast im Büro die Reisen angesehen, die Du Deinem Partner am Abend auf dem Fernseher präsentierst und klick, bestellst. Du blätterst von einer Seite zur andern auf dem Handy oder gar der Uhr und siehst das gleiche Bild auf dem Fernseher. Du kannst Dir Notizen machen indem Du auf dem Tablett schreibst, alle das Resultat aber auf dem TV ansehen.

Wieso soll ich nicht auch das Telefongespräch auf den TV-Bildschirm werfen? Videoconferenceing ist da nur eine Anwendung. Es ist auch schön, wenn Grosi die ganze Familie sieht und mit ihr spricht.

Split/Screen

Mit dem iTV wird es möglich sein fern zu sehen und gleichzeitig Rodger Federer zu sehen, eine Präs zu machen und jemanden via Skype einzuspielen. Alles dank Splitscreen.

Siri auf dem Fernseher

Mit dem Fernseher kann man sprechen. Wenn es angenehm ist, mit der Uhr zu sprechen, ohne dass immer das Telefon herausrücken muss so ist es auch angenehm, dem Fernseher die Fragen zu stellen, die man sonst Siri auf dem Telefon stellt. Ich möchte heute Abend einen Spielfilm sehen. Siri weiss, was für Dich heute Abend bedeutet, weiss auch, dass Du am liebsten Actionfilme hast.

Gesten steuern den Fernseher

Der Fernseher wird durch Gesten gesteuert, etwa so wie das Microsoft schon lange mit dem Kinect macht. Das ist nicht nur für Gaming spannend. Du wischt mit der Hand in der Luft und der Kanal wird gewechselt. Mit den zwei Händen die auseinandergehen kannst du reinzoomen usw.

Die Apple Watch als Mutmacher

Apple musste zuerst mit der Uhr ausprobieren, ob es gefragt ist Geräte mit den Vorteilen andere Bildschirmgrösse vorzustellen und diese in das Ökosystem einzubetten. So wird ein Gerät erst im Zusammenspiel der Geräte im Ökosystem vollständig benutzbar. Wieso nicht die Daten, den Chip und den Speicherplatz des iPhones nutzen, um Dinge auf dem TV möglich zu machen? Und dies nicht nur von einer Person, sondern von allen Anwesenden. Wieso nicht auf dem Fernseher den Vergleich der Fitness-App mit allen Anwesenden machen? Wieso nicht das iPhone als Zwischenspeicher oder dessen Chip als Rechenpower nutzen? Nur so kann die iTV Hardware günstiger sein und das Ökosystem noch wichtiger werden.

Hätte sich die Apple Watch nicht gut verkäuft, niemals hätte es Apple gewagt, den Apple TV zu bringen. Aber die Apple Watch war proof of concept, dass man inskünftig nicht mehr Geräte anbieten muss, die alles können sondern im Verbund arbeiten.

Neue Dienste

Der Apple TV bringt nicht nur die Computerpower auf den Fernseher, er definiert auch Fernsehen neu. Apple bietet selber Chanels an, welche im Monatsabo gekauft werden können. Und Apple hat Exklusivverträge mit den Hollywood Studios für eigene Kanäle. Man hat alles auf allen iOS Geräten für eine monatliche Gebühr zur Verfügung.

Internet/Fernsehen/Telefonie-Abos werden es schwer haben

Swisscom und Cablecom werden es mit ihren Internet/Fernsehen/Telefonie-Abos schwer haben. Telefonieren kann man mit dem iTV sogar mit dem Bild des Gegenübers. Kostenlos natürlich. Apple kann die Fernseh- und Videokanäle viel günstiger und umfangreicher anbieten. Aber vor allem mit dem Interface auch tatsächlich nutzbar machen. Wer möchte schon durch 500 Fernsehkanäle zappen? Und live-TV wird immer in Konkurrenz zum Archiv stehen. Das macht es für Hollywood interessant, Apple seine Inhalte Exklusiv zu geben – vorerst. Hollywood rechnet damit, dass dadurch mehr ihrer Produktionen (Filme und Serien) angesehen werden.

Realtime Werbung

Apple kann ganz neue Werbeprodukte anbieten. Apple weiss, wieviele und welche Personen vor dem Bildschirm sitzen und weiss auch, wenn jemand eine Werbung am Fernseher sieht, aber auf dem Tablett dann das Produkt ansieht. Apple hat umfangreiche Profile und eine ganze Historie zu den Leuten vor dem Fernseher sitzen. Endlich wird auch am Fernseher ein genaues Targeting möglich und man muss auch nicht mehr auf den nächsten Tag warten bis eine Hochrechnung einer ausgewählten Gruppe angeboten wird. Apple erfasst alle tatsächlichen Geräte (ausser die, die mit einem Androide-Geräte herumsitzen). Es ist also möglich, nicht mehr Werbung einer Sendung zu vergeben sondern Zielgruppen zu buchen.

Packt Apple den Werbemarkt endlich?

Apple war eigentlich noch nie gut im Verkaufen von Werbung. Wird sich das ändern? Wird Apple zu einen Self-Service Werbesystem übergehen, wie es Facebook und Google hat? Es wäre zu hoffen.

 

 

 

Gerigate – ein sozialmediales Missverständnis (mit 2 Nachträgen)

von Reto Hartinger

Geri Müller hat etwas getan, was mit den neuen Kommunikationsmedien bzw, den Sozialen Medien öfters vorkommt. Er hat sich in eine Onlinebekanntschaft verliebt oder in etwas verstiegen, was ihn zu Dingen verleiten liess, die er im normalen Leben kaum gemacht hätte. Z.B. hat er Nacktselfies von sich gemacht und versandt. Verwerflich? Wenn die Cyberwelt realer werden soll, dann wird man dazu verleitet. Quasi wie ein Online-Shoppingerlebnis das wir herbeiführen wollen, damit wir online nicht verkümmern, ist ein Nackselfie oder Camsex ein probates Mittel. Wie gefährlich das ist, so solche Beziehungen asymmetrisch empfunden werden oder in die Brüche gehen, musste er selber erleben. Dann kommt schnell einmal die Drohung, dieses Material zu veröffentlichen. Was das für einen Politiker heisst, können wir der heute gezeigten Empörung ablesen. Deshalb tut auch ein Politiker, was bei Normalbürger bei Nötigung oder Erpressung auch tun würde. Er geht zur Polizei. Amtsmissbrauch wird da schnell geschriehen. Aber hallo? Jedem wird geraten sich bei Cyberkriminalität sofort an die Polizei zu wenden. Das darf und kann man einem Politiker nicht absprechen. Und die Empörung über die Nacktselfies kann ich auch nicht verstehen (aber nachvollziehen), der Geri ist Mann und Mensch. Dass Qualitätsmedien hier ein öffentliches Interesse sehen, kann ich auch nicht nachvollziehen aber bei dem Abwärtstrend in dem die Printmedien stecken, verstehen. Es werfe der erste einen Artikel, dem das nicht auch passieren könnte. Praktisch jede bzw. jeder kann in eine solche Situation kommen. Wehe denen, die an einen Betrüger geraten, der dies mit voller Absicht provoziert. Nicht umsonst sind genau diese Nachtbilder bei Jugendlichen das grösste Problem. Den Umgang mit den sozialen Medien/Kommunikationsmitteln muss erst gelernt sein. Der Geri hat nicht viel falsch gemacht, so lange diese Beziehung noch eine Symmetrie hatte. Das Desaster kommt mit dem Einzug der Realität in die Köpfe der Protagonisten.

Nachtrag

Ganz spannend ist, was persönlich.com gemacht hat. Sie hat alle Chefredaktoren der Schweiz befragt, wie sie die Sache beurteilen und ob sie die Story auch gebracht hätten. Nur der Blick hat die Geschichte abgelehnt! Sie wurde ihr bereits Mitte Jun zugespielt. Damit ist klar, dass Geri Müller erpresst wurde. Ihm wird jetzt ein Strick um den Hals gezogen, dass er die Frau nicht strafrechtlich belangt hat. Ich finde einfach peinlich, wie die “Qualitätsmedien” mit dem Fall umgehen. Aber lest die Begründung von

René Lüchinger, Chefredaktor “Blick”
Ich kann dazu folgendes sagen: Wir wissen detailliert von der Geschichte seit Wochen, exakt seit Mitte Juni. Wir haben aus zwei Gründen auf eine Publikation verzichtet:

– ohne in die Details zu gehen: Trotz Chats und Fotos war die Zeugen-Lage und das Verhältnis unter den Beteiligten nicht einwandfrei zu klären.
– es ist ein Grenzfall, was den Persönlichkeitsschutz anbelangt. In den Chats wurde zwar geschrieben, dass die Selfies aus dem Büro des Badener Stadtammanns geschossen wurden. Beweisbar war das aus dem vorhandenen Material nicht einwandfrei.

und natürlich hier noch was die anderen Chefredaktoren geantwortet haben.

Ein spannender Gedanke kommt von Bruno Bucher

Die WeWo via Baur versprach in einem Tweet: “zu gegebener Zeit darüber zu berichten, warum sie die Story nicht gebracht haben.” Bereits im Juni wurde über das Schicksal von Müller wie eine Ware gehandelt. Es gibt also einen Händler. Wie ist er zu dieser Ware gekommen? Hat er sie bestellt? Ich kenne Müller nicht. Aber ist er sexuell hyperaktiv, wie leicht ist es dann, ihn in eine Falle zu locken? War es so, dann ist es eine Social-Media-Geschichte am Ende…

Wenn Brunos Vermutungen richtig sind, dann wird auf GeriGate ein Mediengate und keiner wird sich entschuldigen, dass sie eine Karriere vernichtet haben. Eine andere Frage, ist jetzt nicht die Freundin erst recht suizidgefährdet, wenn alles aus dem Ruder läuft. Es nimmt vielleicht einen ähnlichen Verlauf wie beim Sarasin-Angestellten.

Einige Verleger sehen Geri als nicht mehr tragbar, weil er durch sein Verhalten erpressbar wurde. Hallo? Bei Altbundesrat Delamuraz selig war in allen Redaktionsstuben bekannt, dass er alles vögelt was möglich war. War er dadurch erpressbar? Nein, denn die Presse hat seine Privatsphäre geschützt. Dasselbe gilt für Mitterand – immerhin ein Staatschef mit Atombombenköfferchen. Erpressbar wird ein Politiker nur, wenn wir keine Qualitätspresse haben (ohne Anführungszeichen).

2. Nachtrag: Es geht gar nicht um Pimmel sondern um Politik doch auch unter der Gürtellinie

Bruno hatte voll ins Schwarze getroffen, wie der Tagi jetzt enthüllt

 Ein Spindoktor, der die Frau instruierte, welchen Medien sie ihr Material anbieten soll, ihr zeigte, wie man dabei vorgeht. Dies bestätigte die Frau nun gegenüber dem TA. Sie sei von «Leuten einer Organisation» gedrängt worden, ihnen das Material auszuhändigen. «Vor diesen Leuten hatte ich viel mehr Angst als vor Geri Müller. Sie haben mich stark unter Druck gesetzt.»

Sacha Wigdorovits soll mehrmals versucht haben, Chatprotokolle (an die Fotos ist er anscheinend nicht rangekommen), herumgebogen haben. Davon hat wahrscheinlich Geri Müller auch Wind bekommen.

Die Geschichte war dem «Blick», der «Weltwoche» und der «SonntagsZeitung» im Juli angeboten worden, sie publizierten sie aber nicht. Dann enthüllte die «Neue Zürcher Zeitung» die Affäre um die sogenannte Pornosekretärin in der Bundesverwaltung. Kurz darauf war das Chatprotokoll von Geri Müller wieder im Umlauf.

Dass er daraufhin alles versucht hat diese Veröffentlichungen zu verhindern ist verständlich auch wenn er das ungeschickt gemacht hat. Denn,

Die Zeitung «Schweiz am Sonntag» publizierte die Geschichte nach dem Polizeieinsatz vom 13. August, ohne eine ausführliche Stellungnahme Müllers abzuwarten. Die Chatpartnerin gibt an, dass sie zu dem Zeitpunkt nicht mehr an die Medien gelangen wollte, aber dazu gedrängt worden sei. Sie habe das Material – es handelte sich um Screenshots von Chatprotokollen – der «Schweiz am Sonntag» nicht direkt ausgehändigt.

also nachdem er Druck aufgesetzt hatte. Hätte er kühlen Kopf bewahrt, wäre vielleicht gar nix passiert. Aber was hat Sacha damit zu tun? Es geht nicht um Moral, Sacha zielt auf den Mann, nicht auf sein bestes Stück.

Wigdorovits sitzt im Stiftungsrat der Audiatur-Stiftung, die sich gemäss Darstellung auf ihrer Website «in der öffentlichen Debatte um Israel und den Nahostkonflikt als konstruktive Stimme» versteht. «Sie will im Interesse des Dialogs zu einer ausgewogenen Berichterstattung beitragen.»

Wigdorovits und Müller geraten nicht zum ersten Mal aneinander. In öffentlichen Diskussionssendungen um den Nahostkonflikt traten der Israel-Vertreter und der Palästinenser-Freund wiederholt als Kontrahenten an.

Es geht in Sachen Regionalpolitiker um Weltpolitik, um den Gaza nicht um einen Sexstreifen. Was ziehen wir für einen Schluss? Jeder versuchte für sich etwas herauszuholen und am Ende haben alle verloren. Alle haben sich lächerlich gemacht. Der intrigante kleinliche Strippenzieher, die “Qualitäts”-Medien haben sich wieder instrumentalisieren lassen statt sorgfältiger zu arbeiten.  Die Verleger, weil sie mit vorschnellen Verurteilungen ihre Kompetenz unter Beweis gestellt haben.

Gewonnen haben wir Leser. Endlich blieben wir eine Woche von Blocher und Israel verschont. Israel kommt aber doch wieder mit dieser Story in die Schlagzeilen und Blocher droht mit einem Nacktselfie nachzudoppeln sollten die Medien sich nicht wieder den Ausländernthemen zuwenden

 

 

 

Presse-Workshop für Startups

von Reto Hartinger

Es gibt kein stärkeres Mittel um ein Startup bekannt zu machen als Public Relations. Aber kleine Unternehmen haben viel um die Ohren und meist kein Flair für den Umgang mit Medien. Am  27.3., 9:00 – 18:00 Uhr organisiert Rollfeld eine Medien Workshop für Startups.

Anmeldung unter: http://www.amiando.com/rollfeld_pr_workshop.html
Wenn Du den Code InternetBriefing4Rollfeld angibst, bist du mit CHF 360 dabei, egal wie lange Deine Firme bereits besteht.
27.3. 2013 Rollfeld Medien Workshop
Blue Lion Inkubator
  • 9:00 – 9:30 Uhr: Welcome mit Kaffee und Gipfeli
  • 9:30  – 10:10 Uhr : Gastdozent Stefan Kyora, Startupticker: “Kommunikation beginnt an der Kaffee-Maschine.”
  • 10:15 – 12:30 Uhr mit Gast-Dozenten Dominik Grolimund, Gründer & CEO Wuala, Silp & Simon Zaugg, Redaktor Netzwoche
  • Als Startup das Potenzial von Medienarbeit verstehen: Dominik Grolimund, Silp (10:15 Uhr  – 10:45 Uhr)
  • Die Auswahlkriterien der Medien verstehen
  • Wissen, wie man Opinion Leader unter den für dein Unternehmen relevanten Medienschaffenden identifiziert
  • Wissen wie man eine Beziehung zu Medien aufbaut
  • Alternativen kennen für die organisatorische Einbindung der Medienarbeit (CEO Sache, Mediensprecher, Agentur)
  • Wissen, welche Instrumente der Medienarbeit es gibt (1:1 Meeting, Telefonat, Media Release, Mediengespräche, Medienkonferenz, Medienmappe, Themen-Monitoring, Social Media Marketing)
  • Was an einem Startup/KMU interessiert den Leser (Unternehmen, Person, Produkt)?
  • Bedürfnisse & Möglichkeiten eines Fachmediums: Simon Zaugg, Netzwoche (12:00 – 12:30 Uhr)

  • 12:30 bis 13:15 Uhr: Lunch Break
  • 13:15 – 14:15 Uhr: In 1 Std. einen wirkungsvollen Teasertext formulieren können, der das Interesse eines Medienschaffenden weckt (praktische Aufgabe, Take-home-Produkt)
  • 14:30 – 16:00 Uhr mit Gast-Dozentin Olga Steidl, CEO talkbits  & Mike Schwede, Cooa.la
  • Internationale Medienarbeit (Olga Steidl)
  • Einsatz bei Social Media am Beispiel (Mike Schwede)
    • Intro, wichtige Plattformen und Einsatzzwecke
    • Twitter für Influencer, PR und Service
    • Personal Account vs. Corporate
    • Die Rolle von Facebook
    • Blog
    • Social by design
    • Monitoring & Reporting
    • Staffing

16:00 – 16:30: Short Coffee Break

16:30 – 17:30 mit Gast-Dozent Stefan Betschon, Senior Editor Digitales, NZZ:

  • Do´s & Dont´s in PR
  • Aus dem Alltag eines Journalisten (Ansprache, Story Selling etc.)

17:30 – 18:30: Apéro

Hier meine Gedanken und Tipps zum Thema

Pe Är – oder wie ich die Presse richtig bediene

http://blog.internet-briefing.ch/2007/11/06/pe-aer-oder-wie-ich-die-presse-richtig-bediene/

und

Deshalb ist PR Chefsache

http://blog.internet-briefing.ch/2007/10/12/deshalb-ist-pr-chefsache/

Call for Speakers ONE Konferenz

von Reto Hartinger
Ich freue mich, dass das Internet Briefing wieder die Konferenz an der ONE Messe ausrichtet. Jetzt bist Du als Referent gefragt. Bringe Deine Themen ein, präsentiere Dich einem fachkundigem Publikum das am Evaluieren neuer Lösungen und Partner ist:
Mit diesen neuen Themen will ich Akzente setzen:
Web of Things
3D Druck
Die technischen Themen wollen wir ganz in den Fokus des Redesign von Websites und Applikationen und zwar für
Redesign für Management
Redesign für Developer
und natürlich die Klassiker
Mobile
E-Commerce
Social Media
Online Marketing
Strategien
Technologien
Best Pratices
… und natürlich Deine Themen
Wie vorgehen?
bis zum 10 März mit einer Themenliste und Kurzabstracts per Mail an Insider@vtx.ch senden
und bis spätestens 22. März den call for speakers vollständig ausfüllen und zwar hier: http://internet-briefing.ch/call_for_speakers
Sollte ich Deinen Vorschlag nicht berücksichtigen können, werde ich ihn für die normalen Internet Briefings oder weitere Konferenzen in Betracht ziehen. Zögere also nicht, jetzt Deine Vorschläge einzureichen.
Moderator statt Referent
Möchtest Du keinen Vortrag halten aber zu einem Thema doch präsent sein, kannst Du Dich als Moderator melden
Track Sponsor
Mehr Sichtbarkeit an der Konferenz und in der Promotion? Für jeden Track nehme ich 2 Sponsoren an. Frag mich doch nach den Sponsor-Möglichkeiten

Ich freue mich, dass das Internet Briefing wieder die Konferenz an der ONE Messe am 15 und 16. Mai in der Messe Zürich ausrichtet. Der Call for Speakers ist eröffnet. Bringe Deine Themen ein, präsentiere Dich einem fachkundigem Publikum das am Evaluieren neuer Lösungen und Partner ist:

Mit diesen neuen Themen will ich Akzente setzen:

Web of Things

3D Druck

Die technischen Themen wollen wir ganz in den Fokus des Redesign von Websites und Applikationen und zwar für

Redesign für Management

Redesign für Developer

und natürlich die Klassiker

Mobile

E-Commerce

Social Media

Online Marketing

Strategien

Technologien

Best Pratices

… und natürlich Deine Themen

Wie vorgehen?

bis zum 10 März mit einer Themenliste und Kurzabstracts per Mail an insider@vtx.ch senden

und bis spätestens 22. März den call for speakers vollständig ausfüllen und zwar hier: http://internet-briefing.ch/call_for_speakers

Sollte ich Deinen Vorschlag nicht berücksichtigen können, werde ich ihn für die normalen Internet Briefings oder weitere Konferenzen in Betracht ziehen. Zögere also nicht, jetzt Deine Vorschläge einzureichen.

Moderator statt Referent

Möchtest Du keinen Vortrag halten aber zu einem Thema doch präsent sein, kannst Du Dich als Moderator melden

Track Sponsor

Mehr Sichtbarkeit an der Konferenz und in der Promotion? Für jeden Track nehme ich 2 Sponsoren an. Frag mich doch nach den Sponsor-Möglichkeiten

Google Analytics misst Mist

von Reto Hartinger
Google Analytics ist ein wundervolles Ding, gratis, übersichtlich, handlich und fast überall im Einsatz. Und erst noch von Google, was für Seriösität und Weiterentwicklung spricht. Toll. Jetzt erhalte ich von einnem Mitglied folgenden Kommentar:
Wir betreiben eine Adwords-Kampagne. Das Problem besteht nun darin, dass Google Adwords am Tag 133 Klicks ausweist (und verrechnet), in Google Analytics davon aber nur 15 gemessen werden. Beispiel ist der 27. August, Screens findest Du im Anhang. Was ist denn nun Sache? Adwords verwendet ausgefuchste Trackinglinks, die können jeden Klick minutiös messen, soviel steht fest. Aber warum tun Sie das denn nicht bzw. weisen das nicht aus? Filtert Analytics Klickbetrüger? Adwords aber nicht? Der Google-Support hat das Problem rasch erkannt: Sie müssen das Adwords- mit dem Analytics-Konto verbinden, was wir übers Telefon auch gemacht haben. Die Frage, warum denn Analytics nicht in der Lage sei, vergleichbare Zahlen zwischen Adwords und Analytics herzustellen, konnte und wollte sie mir nicht beantworten (für die Beantwortung dieser Frage wurde ich nicht geschult). Was wird da wo, wie und warum gefiltert bleibt im Dunkeln verborgen. Auf jeden Fall sollten die Konten nun miteinander verbunden sein, geändert hat sich am Problem aber nichts.
Ein weiteres Problem: die Verweildauer der Adwords-Klicks ist 0.00 Minuten, die Absprungrate ist 100%?!
Das selbe Problem mit Analytics haben wir als Sitebetreiber auch. Wir messen und weisen massiv mehr Werbeklicks aus als der Kunde mit Analytics misst. Und wenn man dann mit dem Kunden diskutiert, hat man gegen Analytics einfach schlechte Karten, weil das Tool heute sozusagen eine Währung darstellt und auf Kundenseite eine hohe Glaubwürdigkeit geniesst. Wegen solchen Diskrepanzen haben wir auch schon Werbekunden verloren, dieser Missstand wirkt sich geschäftsschädigend auf uns aus.

Und schon finden wir Adwords nicht mehr so toll und sind bestürzt, dass es so glaubwürdig und verbreitet ist. Wer kennt dieses Problem auch noch? Wer kennt eine Erklärung des Problems oder gar eine Lösung?

Internet Briefing wird sein Angebot mit Webinaren ergänzen – Call for Papers

von Reto Hartinger

Vor 2 Wochen habe ich die Idee lanciert, das Internet Briefing mit Webinaren zu ergänzen. Mir ist natürlich klar, dass das Internet Briefing vom persönlichen Kontakt und von der Diskussion nach dem Referat lebt und sich dadurch von manch anderer Veranstaltung abhebt. Für viele wird es aber immer schwieriger zu den Events anzureisen. Der zweite Grund für mich, und das ist der wichtigere, immer wieder finde ich in einem Vortrag Teilaspekte auf die man gründlicher eingehen sollte, sie aber für ein Internet Briefing zu speziell sind. Auch schon deshalb, weil es danach kaum eine Diskussion gäbe, weil es eher “Wie geht das eigentlich” bzw. “Wie macht man das konkret” Seminare wären. Genau damit könnte man die Internet Briefings ideal ergänzen.

Eine Umfrage bei den Mitgliedern hat ergeben, dass sie grösstenteils von der Idee begeistert sind. Ich habe mögliche Themen identifiziert und schon potenzielle Referenten angeschrieben.

– Google Adsens aufsetzen
– Banner-Kreation
– Social Media in WordPress integrieren
– Linkbuilding
– Flashpage zu HTML5 mitrieten
– Die optimale Navigation / Informationsarchitektur
– Social Recommendation Optimisation
– Social Media in WordPress integrieren
– Tatsachen hinter Öffnungsraten und Spamfilter
– Wie mache ich meinen Blog multimedial
– 5 der besten WordPress Tools
– Wie setze ich ein Wiki auf
– 5 Tools für Profitwitterer
– Webseiteninhalte in Facebook Page einbauen
– Facebook App bauen
– Yahoo Pipes
– Social Media Monitoring

Die Themenliste liesse sich beliebig fortsetzen. Was wichtig ist, dass man immer ganz konkret am Bildschirm zeigt, wie die Dinge genau funktionieren. Steht bei einem Vortrag das Slide im Mittelpunkt, so ist es hier die Demo am Objekt. Mit ist klar, dass das Webinar andere Anforderungen an die Referenten stellt. Nebenher läuft ja auch gerade noch der Chat auf welchen der Referent auch ab und an einen Blick werfen muss um auf die Fragen der Teilnehmenden eingehen zu können. Die Teilnehmenden können sich aber gegenseitig auch die Fragen beantworten.

Das schöne an den Webinaren ist, dass sie auch nachher noch als Video zur Verfügung stehen.

Möchtest Du als Webinar-Referent dabei sein? Welches sind Deine Themen? Muss ja nicht in der obgenannten Themenliste sein. Sende mir ein Mail an insider@vtx.ch. Ich freu mich.

Internet Briefings im Juli und September

von Reto Hartinger

Nächsten Dienstag und Mittwoch sind wieder Internet Briefing und ich hoffe, Du hast Dich bereits angemeldet zu:

3.7.2012 11.30-14.00
Falcone Konferenzsaal, Birmensdorferstrasse 150, Zürich


3.7.2012 17.30-20.00
Falcone Konferenzsaal, Birmensdorferstrasse 150, Zürich
Mehr Infos und Anmeldung: http://internet-briefing.ch/adsem

Wie macht man aus einer klassischen Werbekampagne eine crossmediale
4.7.2012 17.30-20.00
Berner Fachhochschule Wirtschaft Morgartenstrasse 2c 3000 Bern 22
Mehr Infos: http://internet-briefing.ch/werbe
Sehr spannende Briefings finden auch im September statt, melde Dich doch bereits an:
HolidayCheck: Wie manage ich eine Community
4.9.2012 17.30-20.00
Falcone Konferenzsall, Birmensdorferstrasse 155, Zürich
Mehr Infos: http://internet-briefing.ch/HolidayCheck

3D Printing: Die nächste Revoltution?
04.09.2012 11.30-14.00
Falcone Konferenzsall, Birmensdorferstrasse 155, Zürich
Mehr Infos: http://internet-briefing.ch/3dprinting

Google+ für Firmen: Was bringts? – Best Practicies
05.09.2012 17.30-20.00
Berner Fachhochschule Wirtschaft Morgartenstrasse 2c 3000 Bern 22
Mehr Infos: http://internet-briefing.ch/googleplus

Im August finden keine Briefings statt.

Für die Medienwelt wirds brutal

von Reto Hartinger

Jetzt üben wir schon mehr als 10 Jahre und es ist noch keine vernünftige Antwort auf den schleichenen Tod des Papiers in der Medienwelt herausgekommen. Haben das die Verlage überhaupt nötig? Sie melden Rekordgewinne. Ist die Chefetage bei dieser Ausgangslage überhaupt noch nervös genug, um radikale Veränderungen anzugehen? Der Kleinanzeigenmarkt war ein Schlachtfeld das viel Geld gekostet und praktisch nichts eingebracht hat. Es ist zu erwarten, dass dasselbe bei den durch Tablet und iTV ausgelösten Veränderungen der Medien wieder passieren wird. Welches Konzept auch immer – es wird um Geschwindigkeit und Interaktivität gehen. Aus Abonennten werden Communities. Verlage müssen lernen dass es keine Kundenbindung Medien zu Konsument mehr geben wird sondern eine Konsument zu Konsument auf der Plattform des bzw der Medien. Diese Community muss sich über alle Devices auf der Plattform austauschen können. Der Redakteur wird zum Dompteur – Joiz macht es vor. Das Medium an sich gibt es auch nicht mehr, das Medium generiert zur Marke das sich über verschiedene Kanäle an seine Community richtet. Radio, TV, Print, Internet verschmelzen zu einer einzigen Marke über Transportkanäle. Eine Zeitung wird auch am TV gelesen und enthält Videos und es ist fast nicht mehr zu unterscheiden ist das jetzt ein TV-Kanal oder Internet oder weiss Gott was. Zugegriffen wird via Handy, Tablet, PC und TV – ja und es gibt ein Abo für alles. Die Medium-Marke, nennen wir sie mal Blick,  wird 24 Stunden News haben – auf allen Kanälen. Sie werden irgendwann einfach als Print (gratis am Abend für alle, für Abonennten eine Version am Morgen, am Donnerstag als Magazin mit mehr Hintergründen und Community Beiträgen und eine Version am Sonntag) zusammengefasst und ebenso als Nachrichten-Sendung auf de TV. Jedes Ressort wird ständig auf allen Kanälen präsent sein. Man kann Beiträge immer ansehen – auch wenn sie vor zwei Monaten gemacht wurden. Das ergibt neue Berufsbilder:

Der Themen-Manager

Weil der Blick nicht mehr einfach ein Durchlauferhitzer ist, gibt es für jedes Ressort Themen-Manager. Diese stellen Dossiers zusammen die Bestand haben und jederzeit aus jedem Medium abgerufen werden können. Schalte ich den Fernseher ein und gehe ich auf den Blick Kanal – sehe ich sowas wie die Frontpage. Das heisst das was gerade live läuft und ich habe Menüpunkte zu anderen Ressorts. Es kann sein, dass diese auch gerade live etwas im Programm haben, sonst kommt eine Konserve oder zum Beispiel nur grade aktueller Text. Fernsehen heisst inskünftig nicht nur bewegte Bilder sehen. Der Themenmanager bereitet Dossier aus Video, Audio und Print so auf, dass immer etwas spannendes zu sehen ist. Zu allem was läuft kann man auch zu Dossiers springen, während oder nach der Sendung. Der Themenmanager gibt Journalisten den Auftrag kurz eine Stellungnahme von einem Spezialisten via Skype zu machen und speist dieses in die Kanäle ein.

Der Community Redaktor

Er lässt Versionen von guten Kommentaren aus dem Live-Chat oder Kommentarfeld (wie bei Blogs) in die verschiedenen Kanäle einfliessen. Er bereitet diese Kanalgerecht auf. So erscheinen Live-Statements von Zuschauern im TV oder im Donnerstag-Magazin kommen grössere Kommentare oder deren Zusammenfassungen kommen in die Print und Internet/Tablet Versionen. Er ist dafür zuständig, dass nichtssagende Kommentare keine Bedeutung erhalten. Überwacht die Likes und gibt Ranglisten aus und macht Umfragen, deren Resultat er den TV Moderatoren oder Themenmanagern weiter gibt. Der Community Manager ist auch besorgt, dass die Sozialen Medien mit Inhalten befeuert werden und so Traffic auf die einzelnen Themen locken.

Die Leser

Der Leser baut eine Bindung zur Marke auf. Blick begleitet ihn über den ganzen Tag. Er kann sich sein Medienkonsum und die Inhalte individualisieren. Das Medium Blick könnte stärker werden als ein TV-Sender oder eine Tageszeitung. Das Packet wird er abonnieren wollen oder Einzelteile daraus.

Der Webemarkt

Für den Werbemarkt heisst das, ganz ganz genau dort sein, wo das Publikum affin ist. Blöd, jetzt wird auch TV Werbung aufwändig zu buchen und es gibt plötzlich präzise Einschalt und Aktivitätsquoten. Es müssen auch für Auftraggeber Abos her. Key-Account-Manager können im besten Sinne des Werbeauftraggebers auf den verschiedenen Medien Werbung platzieren. Schliesslich entsteht laufend neuer Content, der Werbefläche beinhaltet. Er ist befugt verschiedene Werbemittel ohne Rücksprache mit dem Werbeauftraggeber austesten.

Das Geschäftsmodell

Einnahmequellen sind Abos über alle Kanäle und einzeln, Einzelverkäufe von Beiträgen (eventuell über alle Kanäle aber mit x Artikel, Video gratis – danach bezahlt), Werbung, Werbeadministration, Contentpartnerschaften. Richtig gemacht, könnten TVs in arge Schwierigkeiten geraten, gegen eine solche Marke Blick konkurrenzieren zu können. Wie dramatisch sich das Business-Modell in den USA verändert hat, zeigt diese Grafik.

422001_10100171131268363_205733_41557079_506625005_n

Realisierbar?

Alles viel zu teuer, alles viel zu weit in die Zukunft gedacht. Ich weiss. Aber wie lange werden die Verlage für solche Konzepte brauchen? Ich beschreibe die Medien 3.0. Wer Strategien will, die heute umsetzbar sind, der besucht:

09.05.2012 – 13.00 – 15.45 , Messe Zürich

Medien 2.0 – ONE Kongress

http://internet-briefing.ch/onemedien

13.00-13.40 Strategien der Verlage im digitalen Zeitalter
Dr. Marcus Garbe, Geschäftsführer, Transaction Consulting GmbH
13.40-14.30 Zwischen Retweet und Dislike: Herausforderungen für die neuen alten Medien
Jacqueline Badran, Geschäftsführerin Zeix AG Andrea Rosenbusch, Partner Zeix AG
14.30.15.20 Individuelle Tageszeitung: von der Projektidee zum Markttest
Roger Wernli, Head Innovation & Business Development, Previon
15.20-16.00 Round Table

Für Internet Briefing Mitglieder und Gäste Fr. 220.-, Nichtmitglieder Fr. 295.-

Anmeldung

Strategien der Verlage im digitalen Zeitalter
Dr. Marcus Garbe, Geschäftsführer, Transaction Consulting GmbH
Durch die fortschreitende Digitalisierung und der immer höheren Reichweite von Smartphones und Tablet-PCs sei – vergleichbar mit der Entwicklung in USA – ein großes Titelsterben zu erwarten.  
Die Generation der über 40-jährigen bleibt den Kernpublikationen der Verlage (insbesondere den Tageszeitungen) treu – und hinter dieser Lesergruppe verbirgt sich bei den meisten Tageszeitungen mehr als 80 Prozent der Auflage. Im Gegensatz dazu ist die Bindung der jungen Zielgruppen an die Printprodukte nicht gelungen. Die Hoffnung, dass die Jugend „später“ zu den Printprodukten findet, hat sich als Illusion erwiesen. Das Ertrags- problem einer „aussterbenden“ Leserschaft wird bei den Verlagen über Vertriebspreiserhöhungen kompensiert.
Bei den Anzeigenmärkten scheint die Lage leider noch hoffnungsloser: Die Print-Rubrikenmärkte sind weitestgehend verloren. Auch die nationalen Werbebudgets schrumpfen und wandern in Richtung Online-Media. Das größte Risiko für die Verlage liegt bei den Einzelhändlern, die verstärkt Alternativen zur Print-Anzeige testen. Dies liegt zum Einen an neuen digitalen Geschäftsmodellen (z.B. Couponing, Rabattaktionen), aber auch verstärkt an dem Aufbau von eigenen e-Commerce Plattformen, bei denen nun performanceorientierte Online Werbung geschaltet wird, um die Kunden auf die Portale zu locken und zum Kauf auf der Plattform zu bewegen. Marcus bespricht mögliche Lösungsansätze:

  • Kerngeschäft: „More of the same – digitally“
  • (Warum die Einführung von Paid Content so schwierig ist)
  • Hybride Geschäftsmodelle: „Less of the same – digitally “
  • (Medien und Live-Entertainment – eine spannende Kombination für Anzeigenkunden und Leser)
  • Neue Geschäftsmodelle: „Something really new – digitally“
  • (Warum nicht Betten vermieten oder Hundefutter verkaufen?)

Zwischen Retweet und Dislike: Herausforderungen für die neuen alten Medien
Jacqueline Badran, Geschäftsführerin Zeix AG Andrea Rosenbusch, Partner Zeix AG
Unser Informationsverhalten verändert sich rasant mit der explosiven Ausbreitung von Social Media und mobilen Lesegeräten. Wie aber verhalten sich junge Mediennutzer heute tatsächlich? Haben die klassischen Medienhäuser noch eine Chance bei ihnen? Und wie werden der Medienkonsum und die Medieninhalte in Zukunft aussehen? Antworten darauf geben die Referentinnen u.a. anhand einer qualitativen Studie, in der Zeix junge Leute über ihren Medienkonsum befragt hat.
Gestützt auf das Userverhalten wird erläutert, inwiefern klassische Medien in den Dialog eintreten und ihre Themenführerschaft bewahren können. Müssen sich Medienhäuser dazu zu IT- Unternehmen wandeln? Jacqueline und  Andrea bieten eine Auslegeordnung für Handlungsbedarf und – spielraum und zeigen auf, welche Konsequenzen die neuen Kanäle für die Inhalte, Datenhaltung und die Interfacegestaltung der klassischen Medien haben. Anhand konkreter Beispiele gewinnt das Publikum einen Eindruck von Trends und Best Practices. Der Vortrag richtet sich an Medienverantwortliche aller Branchen.

  • Die neuen Medienkonsumenten
  • Welche Strategievarianten stehen Medien offen?
  • Was bedeutet dies für die (Web-)Geschäftsmodelle?
  • Wodurch wird eine gute User Experience erreicht, wenn Medien die Kontrolle über die Kanäle abgeben (müssen)?

Individuelle Tageszeitung: von der Projektidee zum Markttest
Roger Wernli, Head Innovation & Business Development, Previon
Die Medienindustrie befindet sich in einer doppelten Krise. Zum einen in einer wirtschaftlichen, weil das klassische Businessmodell der Werbe- und Anzeigenfinanzierung wegbricht und zum andern in einer strukturellen Krise aufgrund des verändernden Mediennutzungsverhaltens.

Oft kann im klassischen Kerngeschäft keine ausreichende Wertschöpfung mehr generiert werden, was neue Geschäftsmodelle verlangt. Durch die rasante Entwicklung der Digitalisierung und dem Aufschwung von neuen Technologien entstehen neue Marktchancen und die Herausforderung diese neue Technik mit Bestehendem zu verknüpfen.

In diesem Referat werden die Rahmenbedingungen dieses Wandels aufgezeigt und die Beschaffung und Nutzung von Informationsquellen untersucht. Die grund­legenden Eigenschaften von personalisierbaren Mediensystemen werden aufgezeigt.

Es werden Aspekte betrachtet, welche im heutigen Medien­nutzungs­verhalten berücksichtigt werden müssen:

  • Individualisierung
  • Personalisierung
  • Targeting
  • Im Geschäftsmodell der individualisierten Tageszeitung wird auf diese Aspekte und Veränderungen eingegangen.

Round Table

Die verschiedenen angesprochenen Thesen werden mit den Teilnehmern diskutiert.

Anmeldung


Recent Artikel

Recent Kommentare

Letzte Trackbacks