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Was das iPad verändern wird

von Reto Hartinger

Jaja möglich, dass das iPad die Verlagsbranche retten wird. Das TV-Geschäft neu aufmischt etc. Aber das sind Dinge die wir doch alle schon kennen. Wirklich neu wird etwas ganz anderes sein. Ich kann mich noch erinnern als Dial-up noch die gängige Verbindung ins Internet war. Man musste sich also entscheiden, wann man eMails lesen wollte. Bevor man sich einloggte, hatte man einen Plan was man tun wollte. Dann hat mir search.ch eine sage und schreibe tausendfränkige Standleitung gesponsert und ich war ständig im Internet. Ein ganz neues Erlebnis und Mails waren plötzlich da, wenn sie ankamen und so habe ich sie auch sofort beantwortet. Es gab auch keinen Grund mehr ins Internet zu gehen, ich war ja immer schon drin. Ich hatte einen schönen Garten und ein 20 Meter Kabel gekauft in der Annahme, dass ich im Garten arbeiten konnte. Denkste. Nicht mal ohne direktes Sonnenlicht konnte ich im Bildschirm etwas sehen. Aus sense, ich musste also im muffigen Haus arbeiten und das schöne Wetter schönes Wetter sein lassen.

Genau das wird das iPad ändern. Wir werden wirklich überall online sein – immer.  Die Applikationen und Daten werden in die Cloud verschwinden – ich kann also von überall her auf sie zugreifen und sie nutzen. Dass ich mit dem iPad auch noch Zeitunge, Bücher, TV etc konsumieren kann ist nett, für mich aber nicht matchentscheidend.

Das vorliegende iPad wird nicht der endgültige Wurf sein. Vieles kann das Teil noch nicht. So muss auch die Telcobranche erst noch die Frage beantworten, ob es einen Deviceunabhängigen Kommunikationszugang gibt. Denn wenn ich für mein iPhone, iPad und mein stationäres Internet einen Betrag bezahlen muss, dann haben wir doch ein Kostenproblem. Aber mit Tripple- und Quadrupleplay bewegen sie sich gedanklich schon in die richtige Richtung. Das wird kommen.

Es wird also ein Oekosystem rund um dieses neue allways on geben. Die ganze Software muss neu geschrieben werden. Das User Interface wird sich ändern. Wir werden unsere Computer mehr mit Gestures bedienen und diese werden nicht nur wie beim iPad auf einen Touchscreen stattfinden sondern der ganze Körper wird das Eingabegerät sein. Wir werden den Computer an mehreren Stellen unseres Körpers herumtragen und teilweise mittels Gedanken steuern. Jaja ich weiss das klingt verrückt. Wir sind aber nahe dran.

iPhone: Macht es Apple diesmal richtig?

von Reto Hartinger

Steve Jobs ist kein Fan von OEM-Produkten. Aber er lernt dazu. Die Strategie von Apple-Clones ist gründlich in die Hosen gegangen und hat Apple (unter Anderem) an den Rand des Ruins geführt. Welche Strategie Apple zu fahren hat, um den Markt zu dominieren, haben wir hier – auch im Schlagabtausch mit Dani Niklaus – öfters geführt. Zurecht meint Dani, dass “nur” eine offene Strategie zum Erfolg führen kann.

OEMs trieben Apple fast in den Ruin

Die Apple Clone Strategie ist von falschen Voraussetzungen ausgeganen. Apple bedient das Premium Segement, die Cloner sollten mit ihren Billigkisten das Tiefpreissegment ansprechen. Aber die OEMs haben keine minderwertigen Produkte verkauft, sie haben einfach auf eine 30%ige Marge verzichtet und günstige, gute Produkte auf den Markt gebracht. Das hat nicht nur den Apple-Absatz geschwächt, sondern auch die Marke.

Überholt Android das iPhone OS per Ende 2010?

Das iPhone hat seinen Marktanteil letztes Jahr von 8.2% im 2008 auf 14.4% im 2009 gesteigert, während Android von 0.5% im 2008 auf 3.9% im 2009 hochschnellte.

Wenn Google tatsächlich wie von Eric Schmidt verkündet, täglich 200 000 Android Telefone verkauft, wird Android das iPhone Ende Jahr überflügeln. Die Produktevielfalt wird es ausmachen. Ich bin zwar immer noch der Meinung, dass sich einige Hersteller wieder frustriet abwenden werden – das wird das Wachstum von Android aber kaum bremsen und Windows Mobil ist bis nächstes Jahr (welches Jahr wird nächstes Jahr sein?) nicht verfügbar sein.

Apple ist besser aufgestellt als in den 90ern

All das ist Steve Jobs nicht entgangen. Er braucht also das iPhone Betriebssystem auf mehreren Plattformen, iPhone, iPod und iPad reichen nicht.  Sie suchen jetzt einen Manager, der eine OEM Strategie umsetzt. Den gleichen Fehler wird Apple aber nicht mehr machen. Die Voraussetzungen habe sich auch verändert. Früher hat Apple alles nur aus zuzukaufenden Komponenten gemacht. Es war also gar nicht möglich, die OEMs wirklich zu kontrollieren.

OEMs nicht mehr direkte Konkurrenten

Jetzt besitzt Apple auch den Chip und kann damit eine Produktekategorie für OEMs bedienen, die ganz bestimmte Eigenschaften hat. Es ist sogar wahrscheinlicher, dass die iPhone OEMs gar keine iPhone Clones machen. Diese könnten z.B. Geräte für das Auto und Flugzeuge fertigen oder Chip und  iPhone Betriebssystem könnten TV-Geräte steuern. Es könnte gar sein, dass Apple alles Produziert, der OEM die Inhalte und das unter seiner Marke.

Bordunterhaltung

Das iPad eignet sich ideal für Bordunterhaltung in Flugzeugen und ist erst noch günstiger als herkömmliche Systeme. Wieso soll Apple diesen Markt alleine bedienen? Es ist günstiger einen OEM Manager einzustellen der einen Deal mit klassischen Onboard-Lieferanten aushandelt und Apple diese dann beliefert. Der Markt ist gigantisch.

Kindle Konkurrent mit iBookstore aber nicht von Apple

Es könnte Geräte geben, die nur als E-Reader fungieren. Dies zu einem super Preis und iBookstore. Apple würde mehr daran verdienen als diesen Markt selber zu bedienen. Man bedenke was passiert wenn die E-Paper-Hardware auf den Markt kommt. Dann muss der iBookstore positioniert sein sonst erwächst ihm ein unliebsamer Konkurrent der nicht zu schlagen wäre.

Für Apple kommt es darauf an, seine Marktplätze für elektronische Güter zu sichern. Wer bei den Inhalten vorne ist wird gewinnen. Deshalb ist das Billigsegment wichtig. Apple als Marke würde schaden nehmen, wenn Apple diese Märkte selber bedienen würde.

Fernsehgeräte mit iPhone Betriebssystem

Ich war immer der Meinung, dass Apple den TV-Markt entern sollte. Apple könnte unheimlich abräumen. Apple bliebe aber immer in einer Nische, in der es zwar viel Geld verdienen würde, die besser Strategie ist es aber, mit den herkömmlichen TV-Geräte-Herstellern zusammenzuarbeiten und nur das System d.h. den Chip, das Betriebssystem und den Store zu liefern. Die Verdienstmöglichkeiten wären noch grösser.

Chip als Kernstück

Der Chip bestimmt grösstenteils den Preis eines Computers und der Preis eines Chips hängt von seiner Stückzahl ab. Apple ist fast Konkurs gegangen, weil der von Motorola und IBM produziert PowerPC Chip nicht mehr genügend schnell weiter entwickelt werden konnte.  Zu gering waren die Stückzahlen. Produziert Apple mehr Chips für andere, vergünstigt dies seine eigenen Produkte.

Apple braucht Masse

Somit hat Apple zwei Komponenten, die Masse brauchen: Die Stores und den Chip. Mit beiden lässt sich sehr viel Geld verdienen und die Marge nochmals erhöhen. Apple sitzt auf sehr viel Cash und hat mit Abstand die grösste Marge der Branche. Beides könnte mit dieser Strategie nochmals explodieren.

iPad verlagert Kosten vom Verlag zum Konsumenten

von Reto Hartinger

Eigentlich müssten Zeitungen auf dem iPad 60 % günstiger sein. Die Kosten einer Tageszeitung lassen sich dritteln 33 % für Druck, 33 % für Distribution, 33 % für Inhalte und Administration. Beim iPad bezahlt der Leser die Distribution und den Druck. Selbstverständlich geht die Rechnung so nicht auf, denn zu Beginn sind die Doppelstrukturen noch teuer und die iPad Inhalte sind teurer zu produzieren, weil multimedialer und animierter. Das muss aber nicht so bleiben. Vielleicht werden iPad-Versionen nicht mehr auf einen Zeitpunkt hin produziert.

Der iPad hat noch entscheidendere Vorteile gegenüber dem Papier. Es gibt keine sprungfixen Kosten mehr. Heute sind die Druckereien auf eine Auflage ausgelegt. Es kann sein, dass ein Druckzentrum nicht mehr genügt aus Kapazitätsgründen oder weil es veraltet ist. Beim iPad ist die Auflage nicht starr und es spielt keine Rolle ob diese plötzlich um 20 % zunimmt. Die Modernisierungskosten übernimmt Apple und der Konsument bezahlt dafür. Die verlustreiche Distribution ins Ausland fällt als Erstes weg und kann spielend skaliert werden. Das wirft die Frage auf, wie lokal Zeitungen eigentlich noch sein werden. Sie können noch lokaler werden, weil es auch hier keine Rolle mehr spielt wie gross die Auflage für die rechte Zürichseeseite ist. Aber der Tagesanzeiger könnte plötzlich den Spiegel als grösseren Konkurrenten wahrnehmen. Der Spiegel bräuchte nur  zu einem Drittel tagesaktuell werden und seine regionalen Inhalte aufzumotzen. Plötzlich wird die Marke Spiegel für viel viel mehr Leser interessant.

Ein neuer Verteilkampf entsteht. Firstmover könnten sehr hohe Marktanteile auf dem iPad erlangen. Positionen werden wohl früh vergeben. Wie gut das für die Verlage ausgeht, hängt weitgehend von der Geschwindigkeit der iPad-Verbreitung ab. Es kann also durchaus sein, dass Verlage ein Interesse haben, die iPad-Version günstiger anzubieten.

Wie Journalisten eine Story wählen oder was passiert mit deinem PR

von Reto Hartinger

Gibt es schlechtere PR als die von IT-Firmen? Ich glaube kaum. Ich habe immer wieder Diskussionen mit Start-ups die ich unterstüzte, wie sie PR machen sollen. Vieles glaubten sie mir nicht und manches das sie mir glaubten, konnten sie kaum in die Praxis umsetzen, zu verkrustet sind die Ansichten, wie ein PR auszusehen hat. Was sie nicht können, was eine PR Agentur nicht kann, sind Stories erzählen. Sie können sich einfach nicht vorstellen, was ein Journalist will, was für ihne eine Story ist und wie er sie auswählt.

Ein anderes leidiges Thema. Ich habe immer behauptet man soll einen PR so schreiben, dass er druckfertig ist. Nein, die Journalisten möchten das selber machen – hiess die Antwort. Aha. Viele Redaktionen haben einfach keine Zeit um stundenlang über einen nichtssagenden Text zu brüten und ihn ins Lesbare umzuarbeiten. Bei vielen Tageszeitungen gibt es gar niemanden der IT oder Internetartikel schreiben könnte, ist etwas gut geschrieben und es interessiert, nehmen sie es aber 1zu1.

Im Blogpost Pe Är – oder wie ich die Presse richtig bediene habe ich meine Weisheiten zum Thema in einem 10-Punkte ToDos dargestellt. Naja langer Rede kurzer Sinn. Ich habe Thomas Benkö, Nachrichten-Chef von Blick am Abend, aufgeboten, uns seine Sicht der Dinge am Internet Briefing zu erläutern. Erfahren wir aus Erster Hand, was wir tun müssen, um gegen PR-Maschinen von Apple, Microsoft und Co an- und in die Medien hineinzukommen. Das wird sicher nachher auch noch eine gute Diskussion geben.

2.03 Wie schaffen es IT-Themen in die Medien

Irgendwie kommen immer nur die Anderen in die Zeitung und wieso hat gerade der Konkurrent ein ellenlanges Interview? Als kleine Firma haben wir gegen Microsoft und Apple eh keine Chance in die Medien zu kommen. H i l f e – wir sind klein und müssen bekannt werden. Kommt Euch das bekannt vor? Blick am Abend Nachrichten-Chef Thomas Benkö bespricht, wie und wieso eine Medienmitteilung in die Medien schafft oder nicht.

- IT-Themen in den Schweizer Medien : Umfang-Entwicklung in den letzten 10 Jahren

- Kleine (Schweizer) Firmen vs. internationale Brands

- Was macht ein (IT-)Journalist den ganzen Tag?

- Informationsflut aus Journalisten-Sicht (PR-Schwemme in der Inbox, Was schreiben die anderen?, Alles schon mal gesehen, gehört…)

- Was wollen Journalisten? vs. Was wollen IT-Firmen?

- Was ist die Meta-Ebene einer Story?

- Wieso wollen alle möglichst positiv an ein möglichst breites Publikum?

- Wie verpacke ich Produkte/Dienste in eine Geschichte und wie verkaufe ich sie den Medien?

- Gute und schlechte Beispiele

- Tipps zum Vorgehen

- Fachpublikum vs. breite Masse

- “Exklusiv” oder alle angehen?

- Wer spricht mit den Medien? Wer nicht.

- Tabuthemen?

- Option PK. Vor- und Nachteile.

- Was bewirken Agenturen, was nicht?

- Kontaktaufnahme. E-Mail vs. Telefon, bzw. Kombination. Persönlich vs. Generisch. – - Welche Infos müssen mit, was wäre Overkill?

- Welche Kontrolle habe ich darüber, was geschrieben wird? Rechte und Pflichten des Journis.

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Gratis Bücher verhelfen dem iPad zum Erfolg

von Reto Hartinger

Es ist ja schön, dass die grossen Verlage Apples iPad mit Inhalt bestücken, der iPad könnte aber das Youtube der Bücher werden. Wieso? Die Möglichkeiten das iPad erinnern mich an meine CD-ROM Zeit zurück. Der iPad kann doch alles was eine CD-ROM kann. Text, Animation, Video etc. Besser als beim CD-ROM – der iPad lehnt sich an das Buch an und hat deshalb ein standartisiertes Format bzw. Interface. Ich habe 5 CD-ROMs gemacht, vier davon veröffentlicht und konnte als Nowbody locker mit Burda, Holzbrink und Konsorten mithalten – auch was den Vertrieb und Absatzzahlen anging.

Die traditionellen Verlage werden weniger moderne Books herausgeben, Platz für neue E-Verleger

Mit dem iPad wird es noch einfacher. Ich bin ziemlich sicher, dass ich die besseren iPad-Bücher machen kann als die Buchverlage, denn ich kenne mich mit Technologie einfach besser aus. Beim Vertrieb hätten wir die gleich langen Spiesse – ich muss nicht mehr mit Distributoren verhandeln – Apple nimmt mir diesen Part ab. Ich kann auch immer noch entscheiden, ob ich das Buch verkaufen oder gar gratis anbieten will. Apple wird dafür sorgen, dass ich mein Buch über Werbung refinanzieren kann. Und wieder verdient Apple mit – die Distribution würde ja auch mitverdienen.

Selbstermarktung und neue technologiegetriebene Verlage entstehen

The Swiss Art CD habe ich für Fr. 25.- verkauft (und habe damit eine Revolution ausgelöst, weil CD-ROMs damals zwischen 250 und 650 Franken kosteten). Dem Buchhandel habe ich 55 % Marge und Distributoren an Grossverteiler (wie Manor, Mediamarkt, Kaufhoft etc.) 70 % abgegeben. Mit dem iPad gäbe ich nur 30 % ab. Für den Abverkaufdruck musste ich selber sorgen, da ich ja mein eigener Verlag war. Ich musste also PR, Inserate und Events machen. Das muss ich beim iPad sicher auch – dabei helfen mir heute aber die Social Media wie Facebook und Co. Einen Teil des Inhaltes kann ich als Teaser auf youtube.com veröffentlichen und ich kann ein Verkaufsvideo machen.

Gratis oder kapitelweiser Verkauf wird das beliebteste Vertriebsmodell für die neuen Verleger und Selbstermarkter

Ich würde die ersten 3 Kapitel des Buches gratis abgeben, erst wer fertig lesen will muss bezahlen. Er könnte die Kapitel einzeln bezahlen. Das könnte ich so machen, dass man 1 Kapitel gratis lesen kann, dann könnte man sich entscheiden ob man jedes Kapitel einzeln bezahlt oder bis Kapitel 3  gratis weiter liest und dann das ganze Buch kauft oder nicht. Vielleicht enthalten die ersten 3 Kapitle Werbung und ich kann mich entscheiden, das Buch gleich zu kaufen und muss dann keine Werbung hinnehmen.

Enorm viele Gratisveröffentlichungen machen den iPad attraktiv für Autoren und User

In Deutsch werden pro Jahr 110 000 Bücher veröffentlicht (inklusive Uebersetzungen ausländischer Werke). Viel viel mehr finden aber nie einen Verlage. Es könnte also sein, dass der Markt der Gratis oder Billigbücher bzw direktvermarkteten Bücher auf dem iPad viel grösser sein wird als jener der Verlage. Es kann sein, dass ein Autor viel mehr an einem selbstvermarkteten Buch verdient, als über einen Verlag.

Beispiel: Andreas Fischers animierten Gedichte “Kutschenfahren”

Ich habe Andreas Fischers Posie CD-ROM “Kutschenfahren” verlegt. Als Buch hätte er keinen Velag gefunden und wenn, hätte er 200 Stück verkauft (bei einer Erstauflage von 300 Stück). Das sind seine Aussagen. Bei einem anderen CD-ROM Verlag, hätte er vielleicht keine 100 CDs verkaut, denn die wollten einen Enduser-Preis von mindesten 60 Franken. Ich habe “Kutschenfahren” für 28 Franken angeboten und ca 800 Stück verkauft. Andreas Fischer hat etwas dran verdient, den Buchverlag hätte er wahrscheinlich bezahlen müssen. Mit dem iPad hätte Andreas seine animierte Poesie selber vermarktet und wahrscheinlich gratis in den Shop gestellt. Es ging ihm ja nicht darum viel zu verdienen, sondern viel gelesen zu werden. Ich schätze, dass er so mehrere 1000 Downloads erreichen würde. Alle gewinnen dabei, obwohl kein Rappen Geld geflossen ist. Für Apple werden die gratis Bücher ein wichtiges Verkaufsargument, der Buchverlag hat keinen Verlust gemacht, Andreas Fischer hat allen seinen Kontakten einen Link auf sein Werk geschickt und wurde viel beachtet und der  Konsument hat gute animiert Poesie erhalten.

Das iPad macht Jörg Eugster wird zum viel gelesenen Experten auch in Deutschland und Oesterreich

Jörg Eugster gibt jährlich ein Buch über Online Marketing via Marketing & Kommunikation heraus. Als Autor verdient er dabei nichts. Ist ihm nicht wichtig. Das Buch ist für ihn ein gutes Marketinginstrument. Für M+K ist es eine Möglichkeit Inserate zu verkaufen. Das Buch hat zwar einen Verkaufspreis, wird aber gratis verteilt. Alle sind happy. Jörg wird sich in Zukunft überlegen, ob er sein Buch nicht über den iPad anbieten soll. Er ist ein guter Selbstvermarkter – deshalb schreibt er es ja. Mit dem iPad hätte Jörg sofort auch Oesterreich und Deutschland erschlossen und würde wahrscheinlich mehr Downloads erreichen. Er könnte sein Buch gratis oder für gerademal Fr. 1.- bis Fr. 3.- anbieten. Bei 10 000 Downloads verdiente er 7′000 Franken. Er wird die erste Version gratis anbieten und die nächste Version vielleicht kapitelweise verkaufen.

Achtung Verlage: Befreit von Einschränkungen, werden Bücher anders (multimedialer) daherkommen (müssen)!

Ja, Apple macht den Büchermarkt kaputt. Falsch, Apple macht den Verlagsmarkt kaputt. Schliesslich hat Apple auch nicht den Musikmarkt kaputt gemacht. Wir hören jetzt sicher mehr Musik als früher, gehen immer noch an Konzerte (vielleicht werden die auch einmal billiger) und ein Bandsterben haben wir auch keines erlebt.

Apple kann ganz neue Economics in diese Märkte einführen, denn Apple verdient an den Geräten gutes Geld. Jeder Hardwareanbieter kann das. Es wird für Apple nicht so einfach, diesen Markt zu dominieren. Aber Apple wird der einzige Hardware-Anbieter sein, der diesen Gratis-Markt  erschafft. Goolge wird das für die anderen Geräte übernehmen (wollen). Wetten dass der Google Markt kleiner sein wird als der Apple Book Store obwohl es mehr Reader auf Android oder Chrome Basis gibt? Chrome wird ziemlich sicher den App-Markt versieben – daran haben die Entwickler höchstwarscheinlich nicht gedacht.

Ich bin gespannt wie Du den Markt einschätzt. Diskutiere mit.

Ich überlege gerade, ob ich ein Konzept das ich für CD-ROMs hatte für iPads anbieten soll. Wenn Appentwickler Interesse haben eine gaaaanz cooole App zu entwickeln, bitte melden. Wer einen iPad Verlag aufziehen möchte, sollte sich auch melden und Autoren mit guter Idee sowieso.

Apples iSlate ist auch der Totengräber der Verlage

von Reto Hartinger

Heute jubeln die Verlage über das Apple Tablett noch und sie werden damit Geld verdienen. Das wird aber nicht so bleiben. Die Position der Buchverlage könnte sich ins “fast” Nichts auflösen. Heute braucht ein Autor einen Verleger um das Buch zu drucken und es zu verteilen. In Zukunft übernimmt das Apple und der App-Store. Für das Marketing, das der Verlag sowieso nicht macht, sorgt der Autor über Social Medias selber. Wird es ein Erfolg, wird es zum Selbstläufer (genau so wie bei den Büchern auch).

Pro Jahr erscheinen in Deutsch 110 000 Bücher – aber mehr als das zehnfache wird nie einen Verlag finden. Rollt durch das iSlate eine Lawiene auf uns zu? Möglich. Da helfen bei der Auswahl wieder nur Soziale Mechanismen wie Ratings, Empfehlung und Retweets.

Google: was der Suchmaschinengigant wirklich weiss

von Daniel Niklaus

Es geht um Geld, richtig viel Geld. Wer hält die Türe im Informationszeitalter offen und wer darf bei den Kunden kassieren? Vor 20 Jahren war die Informations-Welt noch in Ordnung. Aus dem Fernseher und dem Radio bekamen wir von den Öffentlich Rechtlichen „gratis“ Information, die durch Gebühren bezahlt wurde. Und Verleger erhielten durch den Zeitung und Zeitschriften Abo-Verkauf, Kleinanzeigen sowie durch Werbung für die Informationsverteilung Geld. Das Internet stellte die Regeln auf den Kopf. Heute fliesen die Kleinanzeigengelder zu Ricardo und Scout24. Werbung wandert zunehmend ins Internet, sprich zu Google ab und der Abo-Verkauf von Zeitungen wird immer schwieriger. Selbstverständlich suchen die Verlage einen Schuldigen und wollen an dessen Honigtöpfe. Google eignet sich besonders, setzt der Suchmaschinengigant doch über 20 Milliarden Dollar im Jahr um. Das meiste Geld davon mit Werbung.

Das wollen sich die Verlage nicht bieten lassen und blasen zum Kampf gegen Google. Die Argumente sind dabei oft dürftig und zeigen, wie wenig technischer Sachverstand hinter den Argumenten vorhanden ist. Im Gegenzug macht sich dafür “die deutsche Bloggerwelt” für Google stark. Etwas mehr Hintergrundwissen ist aber auch auf dieser Seite angebracht. Positiv fällt zum Beispiel carta.info auf. Dem möchte ich gerne technisches Hintergrundwissen anfügen. Dieser Beitrag soll kein Pro oder Kontra zu Google oder den Verlagen sein, sondern einzig ein technischer „Aufklärungsartikel“, damit die Diskussion mit mehr Substanz geführt werden kann.

Was weiss Google?
Ganz offensichtlich, nach was Sie suchen. Google versucht über diese Informationen Transparenz zu schaffen und bietet das Google Dashboard an. Damit erhalten Sie einen Überblick, welche Dienste Sie von Google nutzen und wie aktiv Sie auf diesen sind. Das Google Dashboard ist ein guter Start, um zu verstehen, wie Google Daten sammelt.

Was weiss Google, ohne das Sie etwas davon wissen?

Google Analytics
Google bietet für uns Website-Macher eine Vielzahl von tollen Diensten gratis an. So kaufte Google vor einigen Jahren Analytics, ein Statistiktool um Besucher und Seitenaufrufe zu zählen. Viele unserer Kunden wechselten schnell vom kostenpflichtigen E-Tracker oder Web-Trends zum gratis Dienst. Aber nicht allein wegen den Kosten. Nein, Google Analytics bietet heute einen riesigen Funktionsumfang. Ob Besuchersegmentierung, gezielte Verfolgung der Surfer auf der Webseite, um das Angebot zu verbessern oder anonyme Vergleiche mit Branchenwebseiten, machen Analytics zu einem hervorragenden Dienst.

Damit Google Analytics funktioniert, baut der Webseitenbetreiber ein Stück Code auf seiner Webseite ein. Jedes Mal wenn ein Besucher eine solch präparierte Webseite aufruft, wird ein Cookie platziert und Google erfährt, welche Website, von wem, wie oft im Internet aufgerufen wird. Von den viel genutzten Websites in der Schweiz setzen 20min, 123people, scout24, Tages-Anzeiger und die NZZ auf Google Analytics. Auch „deine Rotlicht“ Seite aus der Nachbarschaft setzt Google Analytics ein.

Sie möchten herausfinden, ob Ihre oft besuchte Website ebenfalls Analytics einsetzt? Im Browser klicken Sie dafür „Quelltext“ an und suchen in diesem nach dem Stichwort google-analytics.

Ad-Sense
Wer sich von Googles Werbekuchen ein Stück abschneiden will, setzt auf seiner Webseite Ad-Sense ein. Das bedeutet, Google streut Werbung auf der eigenen Website ein. Klickt ein Kunde darauf, erhält der Websitebetreiber einen Teil der Einnahmen. Mit jeder Ad-Sense Anzeige erfährt Google erneut, wer auf der Webseite ist und Google kann ein Cookie setzen. Ad-Sense Werbung ist oft deutlich gekennzeichnet und schnell erkennbar. Möchten Sie dennoch sicher gehen, ob eine Seite Ad-Sense einsetzt: Quelltext und nach google-ad suchen. Seiten wie blick.ch und search.ch verdienen auf diesem Weg zusätzlich Geld mit ihren Inhalten.

Doubleclick die Werbemaschine
Google macht aber nicht nur in Ad-Words. Mit dem Kauf des Werbevermarkters Doubleclick dominiert Google auch den Markt mit Bannerwerbung. Bluewin setzt zum Beispiel Werbung von Doubleclick ein. Mit jedem Banner erfährt Google also, auf welcher Website Sie surfen und wenn Sie einen Werbebanner klicken, weiss Google dazu, für was Sie sich interessieren. Hier kann ich Ihnen keinen einfachen Weg zeigen, wie Sie erfahren, ob Ihre Lieblingswebsite Doublecklick einsetzt oder nicht. Sie können zwar im Quelltext nach doubleclick.net suchen. Aber moderne Ad-Server, Programme die Werbebanner ausliefern, beherrschen Tag in Tag. Das bedeutet, der Websitebetreiber nutzt womöglich den Opensource Ad-Server OASIS. Ein Werbekunde bucht über Doubleclick eine Werbung bei dieser Website. Diese Werbung wird über Tag in Tag angezeigt und Doubleclick/Google weiss: Aha, diese Person war auf jener Seite.

Google Suche auf der eigenen Homepage
Für uns Websitebetreiber gibt es keine schnellere Möglichkeit eine Suchmaschine in das eigene Angebot einzufügen, als mit Google website-suche. Die Suchmaschine ist mit wenigen Klicks eingebaut und sie bietet eine hervorragende Qualität. Selbstverständlich erfährt Google damit, was Sie auf einer fremden Website suchen. Zum Beispiel auf Bluewin.

Google verschnellert das Web
Je schneller das Web ist, desto besser für Google. Mit jedem Surfer mehr im Internet, mit jeder Stunde mehr, die ein Surfer im Internet verbringt, steigt die Chance, dass Google durch Werbung mit ihm Geld macht. Und weil Surfer Geschwindigkeit lieben, startet Google verschiedene Initiativen das Web zu verschnellern. Eine davon ist Google Code. Einige Webseiten setzen heute Javascript Frameworks wie jQuery ein. Das sind kleine Codeschnippsel, mit denen Bildergalerien, Menüs und Formulare „gepimpt“ werden. Kommt ein Surfer auf eine neue Webseite, muss jQuery zuerst geladen werden und das braucht Zeit. Die Idee von Google Code ist, dass ein Websitebetreiber jQuery nicht lokal auf seinem Server speichert, sondern der Surfer den Code zentral von Google abholt. Der Vorteil, die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass ein Surfer auf einer anderen Seite jQuery bei Google schon geladen hat und darum die Seite dank des Zwischenspeichers (Cach) schneller aufgebaut wird. Erneut haben wir ein Codeschnippsel, der versteckt auf einer Website gespeichert wird und Google erfährt so, dass Sie aktuell auf nzz.ch oder bei scout24.ch surfen.

local.ch setzt kein Analytics, kein Ad-Sense, kein Google Code ein
Trotzdem weiss Google ziemlich genau, nach was Sie soeben bei local.ch suchten. Zum Beispiel dank der Map zu Google Switzerland.

Apropos Map
Wenn Sie mit Ihrem iPhone Google Map nutzen, weiss Google, wo Sie aktuell stehen und wohin sie wollen. Und ob Sie dazu das Auto nehmen, den Zug besteigen oder zu Fuss gehen…

Kein Webbrowser, kein iPhone – nur noch Mailen
Ist ein netter Versuch, damit Google weniger von Ihnen erfährt. Aber, wenn Sie mir ein Mail an info@netlive.ch senden, weiss Google, dass wir miteinander mailen und was Sie und ich geschrieben haben. Wir setzten bei uns in der Firma Gmail ein, weil der Dienst gratis ist, gut ist und den besten Spamfilter hat, den ich kenne.

Wie Sie erkennen, ob jemand Gmail nutzt? Dazu sehen Sie sich den Quelltext der E-Mail an und wenn so etwas wie mail-ew0-f222.google.com steht, wissen Sie es bestimmt. Beinahe. Mailen Sie mit der UBS, Credit Suisse oder Vontobel, wird Ihr Mail zuerst von der US-Firma Postini auf Spam geprüft und das sehen Sie nicht. Postini ist eine Tochterfirma von Google.

Damit wir uns richtig verstehen
Ich will mit diesem Artikel keine Paranoia schüren. Ich will, dass Sie auch weiter im Internet surfen. Denn aus Googles Händen kommen Sie auch mit totaler Internetabstinenz nicht heraus. Dabei spreche ich nicht von Google Streetview. Ich spreche davon, weil Ihre Verwandten, Kollegen und Freunde dafür sorgen, dass Google mehr von Ihnen weiss.

Halten Sie mal ganz kurz den Atem an und schauen Sie sich dieses Video an

Ich hoffe, Sie nahmen meine Aufforderung, den Atem anzuhalten nicht allzu Ernst und liegen nicht blau angelaufen neben dem PC. Und Sie nehmen mir es auch nicht übel, dass Google jetzt weiss, dass Sie auf dieser Seite das Youtube-Video von Picasa Video angesehen haben. Sollten Sie demnächst auf einer anderen Website eine Ad-Word Werbung mit Picasa sehen, wissen Sie warum. Weil Google sich theoretisch merken kann, dass Sie sich für Picasa interessieren. Übrigens sehen Sie unter google.com/ads/preferences welche relevanten Themen Ad-Words Ihnen zuteilt.

Google Picassa ist ein Bildprogramm von Google. Offline installiert, bearbeiten Sie damit Fotos und speichern diese auf dem Google Server ab. Picasa erkennt auf jedem Ihrer Bilder die Gesichter und kann sie den richtigen Namen zuordnen. Wurde das Foto mit einer Kamera erstellt, die über Geo-tagging verfügt, weiss Google sogar, wann und wo das Foto gemacht wurde. Wenn Google dies in Picassa tun kann, was glauben Sie, wie einfach kann Google denselben Algorithmus auf die Bildersuche von Google anwenden? Das dürfte unser Datenschützer durchaus noch ins Schwitzen bringen. Denn Google weiss dank Fotos in Zukunft wann, wo und mit wem Sie zusammen waren. Allein durch das Foto-Crawlen im Internet – ohne Picasa.

Ist das alles?
Nein. Mit Google Toolbar senden Sie bei “richtiger” Einstellung jede URL zu Google. Google Checkout weiss was Sie wem bezahlen oder von wem Sie Geld erhalten und dank Google Docs kennt Google schon bald Ihre Geschäftsstrategie, Ihre Firmenkalkulation und was Sie für Dateien speichern.

Was andere über Sie und was Sie veröffentlichen
Weiss Google selbstverständlich ebenfalls. Wenn Google das Angebot von moneyhouse durchsucht, kennt Google Ihre Firmenbeteiligungen. Wenn Sie an einem Sportturnier teilnehmen und der Veranstalter die Rangliste veröffentlicht, kennt Google Ihre Platzierung, und wenn Sie einen Blogbeitrag über Google schreiben, ist der Inhalt schon am nächsten Tag im Google Index zu finden.

Wie gesagt, dieser Artikel soll keine Paranoia schüren, sondern nur zeigen, was Google heute schon von Ihnen weiss.

Internet Briefing 2010

von Reto Hartinger

Irgendwie bin ich optimistisch, dass das 2010 innhaltlich das beste Internet Briefing Jahr wird. Zum fünfährigen Bestehen des Internet Briefings habe ich eine Konferenzreihe vorgesehen, die mit 3 Konferenzen im März und April zu den Themen E- und Mobile-Commerce, den wichtigsten Developper-Themen und Social Media beginnen. Im Herbst folgen voraussichtlich wieder 3 Konferenz. Mindestens eine davon in Bern.

Es könnte sein, dass wir im April wieder einen Geschäftsleitungsmitglied eines renomierten amerikanischen Webunternehmens bei einem Internet Briefing begrüssen dürfen. Ich sehe sowieso mehr englische Briefings vor, damit sich die englischsprachigen Internetler mit uns besser vermischen.

Wenn Du weisst, dass irgendeine Persönlichkeit aus den USA in die Schweiz kommt, teile es mir doch bitte mit. Ich werde mich bemühen, dass diese vor dem Internet Briefing spricht.

Melde Dich jetzt zu den zu den nächsten Veranstaltungen an:


2.02.2010 11.30-14.00 Internationales Email Marketing
Email Marketing ist auch international d a s Tool um effizient Märkte zu bearbeiten sowie Kunden zu informieren. Aber wie erreichen wir unsere Branding-Ziele und bringen Promotions über verschiedene Sprachen, Kulturen, Zeitzonen an den Mann? Milko van Rijn von Mettler-Toledo International geht der Frage nach, wie man ein Internationales Email Marketing 

2.02.2010 17.30-20.00 User Experience and Application Design at Google
Usability is key in web applications. Simon Raess works as UX Designer at Google Docs in New York. He shares his views on how to create genuine user experiences for the web.

Dieses Event ist auf Englisch – wer es auf Deutsch haben will, geht nach Bern:

3.02.2010 17.30-20.00 User Experience und Application Design bei Google (Deutsch)
Bern: Ristorante La Gioia, Bärenplatz 7 map
Benutzerfreundlichkeit ist der Schlüssel zum Erfolg von Web-Applikationen. Simon Raess arbeitet als UX Designer im Google Docs Team in New York. Er spricht über die Gestaltung von Benutzer-Erlebnissen im Web.

Es warten spannende Konferenz auf Dich – melde Dich jetzt an zu:

15.03.2010 08.30-17.30 Konferenz:

E-Commerce & Mobile Commerce

E-Commerce Trens: Liveshopping, clubshopping, masscustomizing, crowdsourcing

Moderne Produktepräsentatin: Videos, Konfiguratioren, Augmented Reality

Social Commerce: Geld verdienen mit Facebook, Youtube, Twitter & Co, Social Media Kampagnen

Mobile Commerce: M-Commerce Möglichkeiten und Beispiele, Preisvergleiche,

… und mehr Themen


6.4.2010 08.30-17.30 Konferenz:

Social Media Marketing Summit

Kommunikationsstrategien: Facebook, Twitter, Youtube Kampagnen

Inhalte verbreiten:  Webapps, Page, Gruppe und Facebookinhalte auf eigener Page

Twitter: Twitter in Business, Virale Twitter-Applicationen

Mobile: Möglichkeiten und Aussichten

Social Media managen : Aktivitäten monitoren und auslösen, Social Media und CRM


Provisorisches Programm:
- Neue Kommunikationsstrategien mit Botschaften und Botschafter
- Social Media Aktivitäten monitoren und aktivieren
- Webapps, Page, Gruppe: Inhalt er eigenen Website auf Facebook publizieren
- Werbung in Sozialen Netzwerken
- Facebook Gruppe, Facebook Fanpage
- Virale Twitter-Applicationen: Wie man in 4 Wochen 600′000 Benutzer gewinnt
- Social Media goes mobile
- Twitter für Business: selbstreferenzielle Spielerei oder “the next big thing”
- Vom Dialog zum Lead – Social Media Marketing und CRM im Zusammenspiel

7.4.2010 08.30-17.30 Entwickler-Konferenz

Developer Summit

Entwicklen für/von: Twitterapplikationen, Facebook , iPhone und iSlate

Single Sing on mit Facebook, Twitter, und Google-ID

Web & Cloud verschnellern: Skalierbare Applikationen, Atomisierung von Komplexen Systemen

Trends: NoSQL , One Web, Web of Things

Projektmanagement: Boosting Requirements Analysis, Better Software Estimation

Real-Time Web: Standards und Herausforderungen,  Software-Architekturen für die Web-2.0-Welt

Melde Dich bereits jetzt an

Rückblick 2009: Twitter, Zeitungssterben und eine überforderte Contentindustrie

von Michael Gisiger

Für mich ist Twitter der ganz klare Gewinner und Aufsteiger des vergangenen Jahres: Weder die alten noch die neuen Medien kamen 2009 um den Mikroblogging-Dienst herum. Es fand sich kaum mehr ein Medium, welches nicht in irgendeiner Weise Bezug nahm auf Twitter. Ein eigener Account wurde zudem zu einem must have für (fast) alle. Gleichzeitig beschleunigte sich die Flurbereinigung bei den traditionellen Medien.

Twitter, Echtzeitsuche und die Opposition im Iran

Die Verbreitung von Information hat durch den Mikroblogging-Trend extrem an Geschwindigkeit zugelegt. Kein journalistischer Artikel kann so schnell geschrieben und publiziert werden, wie eine 140-Zeichen-Botschaft ihren Weg ins Netz findet und sich dort ausbreitet. Twitter hat vieles auf den Kopf gestellt. Dass es an Twitter derzeit kein Vorbeikommen gibt, zeigt unter anderem auch das gewachsene Interesse seitens grosser Internetkonzerne an dem Service. Der Begriff “Echtzeitsuche” entwickelte sich in Windeseile zum viel strapazierten buzzword, nachdem sowohl Google als auch Microsofts Bing bekannt gegeben hatten, künftig Informationen von Twitter zu indizieren.

Ein bemerkenswertes Beispiel für den Nutzen von Twitter und Social Media lieferten in diesem Jahr die Proteste im Nachgang zu den Präsidentschaftswahlen im Iran. Bilder und Nachrichten über den Verlauf der Proteste und die Übergriffe durch den staatlichen Unterdrückungsapparat des Regimes verbreiteten sich in Windeseile um den Globus. Die Rolle, die einst von Agitatoren im Zuge von Revolutionen und Demonstrationen eingenommen wurde, wird zunehmend durch eine “basisdemokratische” Vernetzung über Social Media ersetzt.

Der langsame Tod von Print

Die rasanten Entwicklungen im Web, das neben der Dominanz von grossen Playern wie Google, Microsoft und Co. auch zunehmend von nutzergenerierten Inhalten beherrscht wird, lässt auch die Zeitungsverlage weiterhin recht ratlos zurück. Während Printauflagen weiterhin sinken, die von den USA ausgehende Zeitungskrise – verschärft durch das eingebrochene Anzeigengeschäft – auch hierzulande noch stärker spürbar zu werden droht, wird das Internet als Informationsquelle immer wichtiger.

Doch auch wenn die Zugriffe auf Zeitungswebseiten wachsen, so verdienen die Verlage damit bis dato wenig bis kein Geld – nach wie vor fehlt es an Geschäftsmodellen. Fatal ist nun, dass alle nach “Paid Content” schreien und zumindest teilweise auf Bezahlinhalte im Netz umsteigen wollen oder diesen Umstieg bereits vollzogen haben. Mein Rückblick 2010 wird dieses Thema sicherlich wieder streifen (müssen) …

Contentindustrie noch immer ohne Plan

Die Überforderung klassischer mit den neuen Medien liess sich auch 2009 wieder an heftigen Urheberrechtsdiskussionen und dem damit verknüpften Online-Piraterieproblem ablesen. Das mittlerweile schon traditionsreiche Konfliktthema Copyrights gipfelte in diesem Jahr in der Verurteilung der schwedischen Pirate-Bay-Betreiber. Was folgte, waren weitere Prozesse, Verbote der Torrentseite in einzelnen Ländern sowie die (de facto gescheiterte) Stilllegung von Pirate Bay.

(Crosspost von www.wortgefecht.net)

Printmedien: 20 Prozent Auflagenschwund

von Michael Gisiger

Die Zeitungsbranche steht am Ende des schlechtesten Jahrzehnts innerhalb der vergangenen 60 Jahre. Über die Dekade hinweg sind die Verkaufszahlen kontinuierlich und dramatisch gesunken. Im November 2000 beispielsweise kamen die zehn nationalen britischen Tageszeitungen gemeinsam auf über 12.5 Mio. verkaufte Exemplare. Neun Jahre später liegt die Zahl bei nur noch 10 Mio. Stück, berichtet der “Guardian”. Damit musste die Branche innerhalb eines Jahrzehnts ein Minus von knapp 20 Prozent verkraften.

Die überwiegende Mehrheit der Journalisten machte in den vergangenen Jahren in erster Linie das Internet dafür verantwortlich, dass es den gedruckten Zeitungen zunehmend schlecht geht. Wir kennen die Litanei zur Genüge. Doch letztlich müssen die Ursachen anderswo gesucht werden. Schliesslich begann der Auflagenschwund noch bevor sich das Web durch die Breitbandverbreitung auf ein Massenpublikum ausgeweitet hatte.

Immer das Internet

Ein einzelner, einfacher Grund für die Krise der traditionellen Medien lässt sich nicht festmachen – so gerne das die Branche auch hätte. Klar, das in letzter Zeit eingebrochene Werbegeschäft tut sein Übriges, aber die Ursachen für das nachgelassene Kaufinteresse liegen tiefer: kulturelle Veränderungen, gesellschaftlicher Wandel und veränderte Arbeitsbedingungen sowie die zunehmende – soziale wie mediale – Fragmentierung sind die wirklichen Gründe. Diese Phänomene setzten grösstenteils schon lange vor dem Internet in den 1980er-Jahren ein. So ist das Internet nicht Auslöser der Print-Misere, sondern viel mehr Audruck eines tiefgreifenden Wandels.

Die Auflagen brechen weg

Nicht nur in den USA, wo die Printkrise am heftigsten spürbar wurde, oder in Grossbritannien haben die Tageszeitungen zunehmend an Verkaufszahlen eingebüsst. Auch in Deutschland haben die Auflagen der gedruckten Zeitungen in den vergangenen Jahren kontinuierlich leicht abgenommen – zwischen eineinhalb und zwei Prozent, so der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV). Da helfen dann auch keine Paywalls mehr.

(Crosspost von www.wortgefecht.net)

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