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Android schlägt Android

von Reto Hartinger

Der Tablet Markt ist ein Schlachtfeld bei dem es bis jetzt nur Tote gegeben hat. Ausser natürlich Apple, der Gegner von allen. Ob basierend auf  WebOS, BlackBerry PlayBook OS oder Android, die Tablet-Hersteller haben hohe Verluste eingefahren. Jetzt musste auch RIM die Lager bei den Händler zurücknehmen und 500 Mio Dollar abschreiben.. Dies kurz vor dem Weihnachtsgeschäft. Wenn überhaupt, liess sich die Hardware nur mit massiven Preisnachlässen verkaufen. Nur Amazon konnte mit seinem Tablet gute Verkaufszahlen liefern. Amazon legt zwar ca 50 Dollar bei jedem verkauften Tablet drauf, verdient aber danach über den Verkauf von Büchern und Software. Der Hohn ist, das Amazon Fire Tablet läuft auf Android, hat aber eine eigene Benutzeroberläche, einen eigenen Browser und einen eignen App-Store. Das ganze Geschäft läuft am Betriebssystemlieferanten Google vorbei. Weil der Fire unter Produktionskosten angeboten wird, kanibalisiert er sogar noch das Geschäft jener Kunden an denen Google etwas verdienen würde. Sollten andere Hersteller diesen Weg auch versuchen, bedeutet das, dass Android zwar gratis aber nicht mehr Open Source sein wird. Dann wird Google  bestimmen wie man Android benutzen darf. Amazon müsste Lizenzen bezahlen oder kann das Betriebssystem nicht mehr upgraden.

The Best Possible Webapplication

von Reto Hartinger

Ich staune immer wieder wie schnell zum Beispiel Google und Facebook sind. Bis eine Resultatseite bei Google aufgebaut werden kann gibt es eine Menge zu rechnen. Wahrscheinlich mehr noch um die idealen Textanzeigen anzuzeigen als beim organischen Index. Facebook hat nicht nur viel Multimedia, es baut für wirklich jeden User eine eigene Seite, ohne Latenz. Das Wohlfühlfeeling hat sehr viel mit Geschwindigkeit einer Seite zu tun. Gute Webseiten sind nicht nur schnell sie sind auch robust und auf allen Devices verfügbar. Auch bei uns werden nicht mehr einfach Webseiten gebaut. Hinter praktisch jeder Website steht eine Webapplikation.Ich habe mir überlegt, welches diese Kompontenten der besten Websites sind, bezüglich Architektur, eingesetze Technologien und Methoden.

1. Die Software braucht eine Architektur welche für Grids ideal ist. Sie quasi in ganz kleine Teile atomisiert werden. Das hat nicht nur den Vorteil, dass sie von mehrere Prozessoren paralell ausgeführt werden kann, neue Versionen können laufend hinzugefügt werden.

2. Die Rechenleistung muss weg von Server hin zum Client. Ganze Applikationen sollten beim Client-Browser laufen.

3. Was eine Applikation und können wird, hängt vom Datenbankmodell ab. Anforderungen ändern sich laufend, man muss schnell reagieren können. Ein Datenbankmodell in einer SQL Datenbank zu ändern ist schwierig, braucht für Kleinigkeiten oft ein totales Redesign. Da springen NoSQL Datenbank in die Presche. Sie bringen die nötige Flexibilität, sind schneller aber es ist nicht 100% sichergestellt, dass alle gleichzeitig das Gleiche sehen. Geschwindigkeit und Flexibiltät gegen Integrität. Trotzdem werden immer mehr Applikationen mit NoSQL gebaut. Könnte man beides kombinieren? Wo setze ich was ein?

3. HTML5 bringt neue Möglichkeiten. Fertig die Diskussion ob HTML5 schon so weit sein dass man es einsetzen soll. Bei einer modernen Website führt kein Weg an HTML5 vorbei.

4. Alle guten Webseiten sind heute personalisiert. Das Web gibt es nicht mehr – es gibt nur noch ein Personal Web, mein Web, Steve Jobs würde es wohl iWeb nennen (aber das hat er ja schon für ein Produkt gebraucht). Wer nicht persönliche Relevanz für seine User schafft, wird abgehängt.

5. Man muss Komplexität vor dem User verstecken. Ideal ist, ihm immer nur diese Brocken zu zeigen die er im Moment gebrauchen kann und die auf dem gelernten aufbauen.

6. Das Web gibt es nicht mehr ohne Mobile. Man kann den Usern nicht vorschreiben mit welchem Device sie mit uns interagieren sollen. Alles muss im Web und Mobile auf allen Geräten funktionieren

Vielleicht gibt es noch mehr Thesen für die gute Webapplikation. Ich habe aufgrunde dieser Überlegungen eine Konferenz zusammengestellt. Schau dir das Programm an, es enthält praktisch für alle oben beschriebenen Aspekte. Melde Dich an, mach deine Entwickler darauf aufmerksam (als Internet Briefing Mitglied kannst du dein Umfeld von Mitgliederkonditionen profitieren lassen. Sie müssen bei der Anmeldung einfach ins Bemerkungsfeld “Gast von DeinName” schreiben. Das gilt für unendlich viele und du musst selber nicht an der Konferenz teilnehmen damit sie vom Rabatt, Fr. 190.- statt Fr. 390.-, profitieren können. Blogge, tweete und facebooke über die Konferenz, damit die Schweiz bessere Webseiten bekommt.

Developer Konferenz
Falcone Konferenzzentrum Zürich
8.12.2011  08.20-17.30

08.00-08.20 Registrierung und Networking
08.20-09.15 Mobile Developement – fight the fragmentation
Christoph Ebert & Tobias Ebnöther, Liip
09.15-10.15 Architektur der kleinen Bausteine & Wie baue ich eine komplette Anwendung im Browser
Jens-Christian Fischer , CEO, invisible
10.15-10.45 Robuste Web-Applikationen bauen
Patrice Neff, CTO, memonic.com
10.45-11.00 Pause
11.00-11.40 NoSQL für MySQL
Oliver Sennhauser, Senior MySQL Consultant, FromDual
11.40-12.10 NoSQL lessons learned at Doodle
Malte Schiebelmann, Doodle
12.10-13.00 Optimale Integration von Webapplikationen mit Content Management Systemen
Wolfgang Habicht, Senior Software Engineer, Netcetera AG
13.00-14.00 Mittagessen
14.00-14.40 HTML5 und CSS3 – die nächste Stufe der Webentwicklung ist gezündet
Reto Aebersold, Leiter Entwicklung, Atizo AG
14.40-15.20 Clientseitiges Last- und Performancetesting Jürg Stuker, CEO, namics
15.20-15.35 Pause
15.35-16.20 Tracking und Personalisierung
Michael Wechner, Wyona Research and Development, Member at Apache Software Foundation
16.20-16.55 3D: Einführung in WebGL
Jonas Wagner, Local.ch
16.55-17.10 Faceted Search: Websites mit Guided Navigation
Daniel Nydegger, Search Architect, CEO buzzamite GmbH und Walter Schärer, Jobup AG

Internet Briefing Developer Konferenz

von Reto Hartinger

Jedes Jahr mache ich eine Entwickler Konferenz mit den brennensten Themen und besten Referenten. Da hoffe ich, dass ich es diesmal auch getroffen habe. Mein Augenmerk ist dabei, dass man zum Teil Techniken lernt – wie z.B. den Code in ganz kleine Stücke zu teilen die miteinander sprechen (das müssen heute alle drauf haben die Programme in der Cloud stellen wollen) , neue Best Practicies wie z.B. Wie man robuste Web-Applikationen bauen oder Erfahrungberichte wie z.B. HTML5, da wird ja meist nur berichtet ob es ready ist oder nicht – bei uns, welche Erfahrung damit gemacht wurden. Dann soll es aber auch Referate haben die dich inspirieren sollen wie z.B.  Tracking und Personalisierung, 3D oder Faceted Navigation. Schau in das Programm hinein, melde dich an und vor allem – sage es in deinem Umfeld weiter. Vielleicht bist du nicht Techie, aber ein Problem im Programm ist bei euchauf der Agenda, dann sende den Techie in die Konferenz, es wird dir viel Kosten sparen. Es gibt nichts Günstigeres als von den Besten zu lernen.

Developer Konferenz
Falcone Konferenzzentrum Zürich
8.12.2011  08.30-17.30

08.00-08.20 Registrierung und Networking
08.20-09.15 Mobile Developement – fight the fragmentation
Christoph Ebert & Tobias Ebnöther, Liip
09.15-10.15 Architektur der kleinen Bausteine & Wie baue ich eine komplette Anwendung im Browser
Jens-Christian Fischer , CEO, invisible
10.15-10.45 Robuste Web-Applikationen bauen
Patrice Neff, CTO, memonic.com
10.45-11.00 Pause
11.00-11.10 NoSQL für MySQL
Oliver Sennhauser, Senior MySQL Consultant, FromDual
11.10-12.10 CMS Integration: CMS vendors vs. application developers
Corsin Decurtins, netcetera
12.10-12.10 A/B Testing
Reto Lämmler & Paul Sevinç, CTO, Doodle AG
12.10-13.10 Mittagessen
14.00-14.40 HTML5 und CSS3 – die nächste Stufe der Webentwicklung ist gezündet
Reto Aebersold, Leiter Entwicklung, Atizo AG
14.40-15.20 Clientseitiges Last- und Performancetesting Jürg Stuker, CEO, namics
15.20-15.35 Pause
15.35-16.20 Tracking und Personalisierung
Michael Wechner, Wyona Research and Development, Member at Apache Software Foundation
16.20-16.55 3D: Einführung in WebGL
Jonas Wagner, Local.ch
16.55-17.10 Faceted Search: Websites mit Guided Navigation
Walter Schärer, Jobup AG

Alle Abstracts und Anmeldung hier

Googles Erfolgsstory in Gefahr

von Reto Hartinger

Google hat wieder ein blendendes Resultat erzielt und überrascht die Wall Steet positiv. Google kann wieder mehr Werbeeinnahmen machen. Diesmal verhilft Google die vormals verpönte Display-Werbung zu mehr Umsatz und auch Mobile Adertising kommt immer mehr in Schwung.  Google ist in einer beneidenswerten Position. Nein nicht wegen des Marktanteils, sondern weil Google bei jeder Aenderung vorher feststellen kann, ob sich diese positiv auf ihr Geschäfts auswirkt. Jede Aenderung wird zuerst bei einigen 1000 Usern ausprobiert und erst wenn feststeht, dass das Business davon profitiert, wird die Aenderung auf alle User übertragen.

Trotzdem, der Aktienkurs hat sich in den letzen Jahren schlecht entwickelt. Vor 5 Jahren wies Google ein P/E Ration von 40 auf, jetzt nur noch 20. Das heisst, die Aktionäre glauben axhon lange nicht mehr an eine Wachstumsgeschichte. Es bleibt eine One Product Company. Google steigerte seinen Kurs sogar weniger als Microsoft!  Apple macht in der gleichen Periode einen 4x grösseren Kurssprung. Es könnte für Google noch schlechter kommen.

Aus für Google-Suche im Mobile-Web

Mobile macht immer mehr des Internet Traffics aus und der ist in der Hand von Apples iOS. Gemäss ComScore machen iPod Touch, iPhone und iPad 97,2 % des Webtraffics in den USA aus. Das war bis anhin kein Problem, weil iOS User Google zur Suche benutzt haben. Mit dem iOS 5 und dem Personal Assistent Siri bekommt der iUser Google und dessen Werbeeinblendung nicht mehr zu Gesicht. Die Eingabe und Resultatausgabe erfolgt via Sprache. Siri interpretiert die Frage, sucht dann bei Google, Bing, Widipedia, Wolfram Alpha & Co und spricht das Resultat. OK, Siri kann nicht alle Fragen beantworten, aber immer mehr.

Siri erinnert mich an Knowledge Navigator, eine Apple Vision aus dem Jahre 1987 – also kurz nachdem Erscheinen des Macintosh. (zum Video des Knowledge Navigators). Damals gab es das Web noch nicht! Schön zu sehen, dass eine Vision sich so lange halten konnte und Steve seine Verwirklichung noch erleben durfte. Und so sieht das heute mit Siri aus (zum Video von Siri)

Mobile Werbung – Google hängt Apple ab

Googles Mobile Business macht pro Jahr 2,5 Mia Umsatz. Es steigert sich mit dem steigenden Anteil von Smartphones am gesamten Handymarkt.  Google geht davon aus, dass Mobile-Werbung im nächsten Jahr Displaywerbung überhohlt. Apples iAd Werbung konnte sich nicht durchsetzen. Sogar auf dem iOS ist Googles AdMob erfolgreicher. Es ist möglich, dass Apple iAd einstellt. Ein Teil des Oekosystems ginge verloren. Google wird diesen Markt beherrschen, es gibt keine ernstzunehmende Konkurrenz. Google wir also weiterhin von der wachsenden Mobile Nutzung profitieren. Sogar dann wenn Android Marktanteile verlieren sollte.

Der Motorolakauf schwächt Android

Mit dem Kauf von Montorala hat sich Google zwei Möglichkeiten erworben. Man könnte zum Hardwarehersteller werden, der, ganz wie Apple, die ganze Wertschöpfungskette beherrscht und damit bessere Produkte macht. Ganz wie Apple? Nicht ganz, denn Apple macht auch noch das Chipdesign. Google hat zwar auch ein Chipdesignteam aufgebaut, aber es ist zahlenmässig doch relativ klein. Als zweites Goodie verfügt Motorola über ein beeindruckendes Patenportefolio. So die Theorie.

Die Praxis könnte so aussehen. Apple ist bereits in einem Rechtsstreit mit Motorola verwickelt. Gewinnt Apple, ist das teuer gekaufte Patentarsenal nullkommanichts wert. Pech. Gewinnt Motorla, greift Apple die  Handyhersteller die Android benutzen weiterhin einzeln an, beim Design. Samsung hat kürzlich herbe Dämpfer einstecken müssen. So hat bis jetzt noch kein Gericht den Verkauf des iPhones verhindert, zudem hat Samsung in einigen Prozessen bereits verloren. Es erscheint immer wahrscheinlicher, dass das Verkaufsverbot einiger Samsungs Phones und Pads auf ganz Europa ausgedehnt wird.

Microsofts Gegenoffensive

Die Android-Allianz scheint Google nicht über den Weg zu trauen und setzt wieder, wenn auch zaghaft, auf eigene Betriebsysteme und auf Microsoft. Noch diesen Monat kommt endlich Nokia mit seinem ersten Windows Phone 7 getriebenen Handy auf den Markt. Auch Samsung lanciert WP7 Devices. Alle drei Firmen werden einen spektakulären Werbeauftritt hinlegen. Microsoft zahlt Nokia und Samsung 44 Mio Dollar an ihre Werbekosten. Man wird überall von WP7 sprechen, hören, sehen und riechen. Apple wird im grossen Stil mit Siri werben. In diesem Umfeld gibt es kaum Platz für Android, sich abzuheben.

Kein Durchbruch für Android auf Tablets

Bis jetzt hat sich noch kein Tablet am Markt durchsetzen können. Man traut dies am ehesten dem Amazon Kindle Fire zu. Das basiert zwar auf Android, hat aber eine ganz eigene Benutzerführung, eine eigene Suchmaschine und ein eigenes Oekosystem. Google profitiert in keiner Weise davon. Ein Beispiel das Schule machen könnte. So oder so, Android ist mit dem Kauf von Motorla nicht gestärkt, eher geschwächt worden.

Chrome als Wachstumstreiber

Googles Browser Chrome gewinnt immer mehr Marktanteile. Es ist eine Frage der Zeit, dass Chrome zur Nummer 2 wird. Im Schatten des Chrome Browsers lauert das Chrome Betriebssystem. ChromeBooks können eine eventuelle Schwäche von Android wieder ausbügeln. ChromeBooks können viel günstiger produziert werden als Intel basierende Ultrabooks oder Apples MacBook Air. Chromebooks könnten den Platz einnehmen den die Netbooks hinterlassen haben. Bis jetzt gibt es aber noch keine wirklich ansprechenden Hardwarekonzepte.

Kauft Google die PC-Sparte von HP?

Will Google endgültig auf den Pfaden von Apple gehen, so schnallt es sich die PC-Sparte von HP an. Damit würde Google dem ChromeBook Konzept den nötigen Schub geben. Google könnte HP/Motorola fusionieren und viel günstiger betreiben. Nur, gleich zwei solche Kolosse wären kaum beherrschbar. Google wird schon Mühe haben Motorola auf Google Spirit zu trimmen, geschweige denn HP, deren Business auf Micosoft-Produkten basiert. Mit Eric Schmidt verfügt Google über einen Manager der ein fusioniertes HP/Motorola Gebilde führen könnte. Eric Schmidt ist unterbelastet. Nur schon deshalb wird das Google Management mit diesem Gedanken spielen. Larry Page ist ein Mann der Risiken eingeht, grosse Risiken so sie Sinn machen. Man stelle sich vor, auf jedem HP PC der Zugang zu Googles Clouddienste, der Chromebrowser, Picasa, Desktop und Toolbar vorinstalliert. Docs würde Microsoft Office ernsthaft konkurrenzieren, Google Mail, Voice & Co  würden durchstarten. Das wäre ein empfindlicher Schlag gegen Microsoft.

Google verfügt über 43 Milliarden Cash. Ein HP Kauf könnte auch mit Cash und Aktien finanziert werden. Google führt sicher Kaufgespräche, selbst wenn sie das Ding nicht kaufen, so würden sie dem HP Management wenigstens die ChromeOS und ChromeBook Idee näher bringen und einen tiefen Einblick in die Funktionsweise der Microsoft-Welt geben.

Für HP wäre es nicht uninteressant, eine Beteiligung an Google zu halten. HP weiss, dass Google ihre PC-Sparte besser führen kann als sie selber. Es würde zu einem Massiven Stellenabbau kommen. Aber es könnte der erste Post-PC-Gigant entstehen. Wer schwieriger zu überzeugen wäre, sind die Google-Aktienäre. Ein solcher Deal würde die Gewinnmarge beträchtlich schmälern (obwohl Apple eine Marge einfährt die sich mit Software vergleichen lässt). Google müsste beweisen, dass es Winner-Hardware bauen kann: Smartphones, Tablets, Chromebooks, Notebooks, Desktops, Drucker …

Die Wettbewerbsbehörde würde den Deal durchwinken. Google würde nicht Marktbeherrschend.

Steckt Android in der Krise?

von Reto Hartinger

Was für eine komische Frage. Da eilt Android von Rekord zu Rekord und mit dem Kauf von Motorola hat Google auch das leidigliche Lizenzproblem gelöst. Werfen wir einen zweiten Blick auf die Situation. Das Lizenzproblem ist alles andere als gelöst. Von den Handyherstellern bezahlen neuerdings alle eine Lizenz von mindestens 5 Dollar. Nachdem auch Samsung eingewilligt hat, ist nur noch Motorola übrig geblieben und Apple und Oracle stehen mit aufgehaltener Hand ebenfalls in der Reihe der Mitesser. Seit der (noch nicht bewilligten bzw. vollzogenen) Motorola Übernahme, findet eine Absetzbewegung von Android statt. Todgesagte Tablet und Smartphone Betriebssysteme werden plötzlich wieder interessant. Amazon hat für sein Tablet Fire zwar Android benutzt, aber eine ganz eigene Oberfläche, den eigenen Internet Browser und sein eigenes Ökosystem darübergestülpt. Von Android ist nichts zu sehen. Jetzt soll Amazon sogar an HPs WebOS interessiert sein. Das halte ich für sehr kostspielig. Käme es tatsächlich zum Kauf, würde es zeigen wie stark die Branche heute Android misstraut. Kommt es zu guter Letzt gar nicht zur Motorola Übernahme, wäre das Desaster komplett.

iPad als Beratungstool – Top oder Flopp

von Reto Hartinger

Du kannst dich sicher noch an die lustigen Videos erinnern die zum Start de iPhones kursierten, was man mit einem iPhone alles machen kann. Genauso ein Alleskönner soll jetzt das iPad sein, dabei hat es ja gar keine richtige Tastatur, es ist zwar leicht aber man muss Hanteltraining machen will man es zum Bücher lesen brauchen etc. etc.

Was kann das iPad wirklich? Bringt das iPad etwas im Beratungsalltag von Verkäufern? Aussendienstler hassen den Schlepptop, lieben sie plötzlich das iPad? Die Postfinance hat gewagt, ihre Kundenberater mit iPads auszurüsten und macht zu diesem Thema auch am 5. Oktober eine Präsentation am Internet Briefing.

Vorab möchten die Postfinace aber bereits diese Thesen diskutieren um in den Vortrag einfliessen zu lassen:

-       Das iPad hat den Fokus auf Privatkunden und bringt keinen nachhaltigen Mehrwert für eine Unternehmung
-       Eine Finanzberatung braucht Papier und Bleistift, um eine gemeinsame und akzeptierte Lösung für den Kunden zu finden
-       iApps sind für eine closed user group im Business Kontext nicht geeignet

Gib doch im Kommentar Deine Meinung ab. Wir wären Dir dankbar.

Und tschüss Tagi

von Reto Hartinger

Ich habe die Tagesanzeiger iPad App geliebt. Sie war mit ein Grund weshalb das iPad für mich so wertvoll war. Im Hause Tamedia ist man aber einem Bären aufgesessen. Man glaubt, dass man die Zeitung auf das iPad übertragen kann und damit einerseits Abogebühren verlagen und Kosten sparen kann. Drum kommt der Tagi neu quasi als Zeitung auf das iPad. Und dies sogar 2x pro Tag. Wow. Toll, genial. Ich soll also jetzt für etwas bezahlen, das ich aktueller gratis im Internet aus dem gleichem Haus lesen kann? Ich habe von NZZ Online RSS Feed auf die TagiApp gewechselt obwohl ich den Tagiinhalt für schlechter hielt, das Lesevergnügen auf der App viel grösser war. Die neue App ist für mich schrott – genau wie bei einer Zeitung lese ich in allen Ressorts nur die Überschriften und kaum einen Artikel. Beim RSS-Feed und der alten Tagi-App habe ich sofort die ganzen Artikel gelesen. Zudem habe ich den ganzen Tag immer wieder Artikel gelesen. Ich bin sicher 6 x pro Tag in die Tagi-App. Tamedia hätte mir also 6x eine 1/1-Seitige Werbung präsentieren können, die mich gar nicht gestört hätte, wäre es immer wieder eine andere gewesen. Die Tagi-Strategie geht auch deshalb nicht auf, weil ich jetzt den Tagi-Inhalt (Newsnetz) mit der alten Tagi-App einfach von der Berner Zeitung lese. So sage ich nur, und tschüss Tagi. Schade. Ich möchte nicht bezhaupten, dass das neue Konzept keine Erfolg haben kann, es ist aber doch ziemlich einfach zu schlagen. Nein, von der NZZ wahrscheinlich nicht. So wie ich die Schweizer Verlage kenne, werden sie versuchen das bezahlte Abo und Redaktionsschlüsse (2 Tag?) durchzudrücken.

Google kauft Motorola Mobility

von Reto Hartinger

Das Patentegezänkt um Android könnte ein Ende haben. Google kauft Motorola Mobility und steigt damit ins Hardwarebusiness ein. Nun bringt Motorola nicht nur eine gute Distribution ein, sondern auch einige Patente. Vor allem aber muss jetzt Microsoft und Apple gegen Google/Motorola direkt prozessieren.

Mit dem Kauf von Motorola kann Google wie Apple Betriebsystem und Hardware aufeinander abstimmen. Vielleicht sogar auch beim Prozessordesign mitreden. Gleich lange Spiesse um das beste Produkt hervorzubringen. Google kann so auch endlich mit Android direkt Geld verdienen.

Was passiert mit HTC & Co wenn Google einen eigenen Hardwareproduzenten hat? Werden sie Android noch stärker ändern müssen? Werden sie sich vermehrt in Microsofts Arme begeben? Beides. Sie könnten theoretisch im Patentstreit noch geschwächter dastehen. Zugang zum Betriebssystem erhalten sie gegenüber Motorola viel zu spät und müssen die optimale Hardware nachbauen.

Eine Chance für Microsoft doch noch signifikant Marktanteile zu erhalten. Sollte dies nicht aufgehen, kann Microsoft immer noch Nokia kaufen. Dann hätten alle Betriebssysteme ihre eigene Hardware. Der Rest würde zwischen den Fronten aufgerieben.

Für Apple ändert sich kaum etwas, ausser dass Android besser wird. Gerade im Tablet-Bereich ist wohl nur ein Hardware/Software-Anbieter in der Lage mit Apple zu konkurrenzieren.

Auch für Google ist Android nicht mehr gratis

von Reto Hartinger

Google entwickelt ein Produkt welches es daraufhin verschenkt, einzig, damit darauf die Google Suche läuft. Leider ist nicht einmal dies garantiert. Android Lizenznehmer können das Produkt selber ändern und manch ein Handyhersteller hat daraufhin nicht Google sondern Bing als Defaultsuche eingestellt. Für die Handyhersteller ist Android nicht Lizenzfrei, sie drücken für jedes verkauftes Gerät bereits harte Dollars an Microsoft ab und wohl bald auch an Apple. So verdienen an Android alle. Alle? Google wird von Oracle mit einer Patent-Klage eingedeckt und Google muss in teuren Auktionen Patente kaufen, um gegen weitere Klagen geschützt zu sein. Die 600 Nortel-Patente hat ein Konsortium rund um Apple teuer erworben. Ganz einfach weil Apple mit verschiedene Firmen eine Anti-Android Allianz geschnürt hat. Jetzt steht das nächste Patentepaket zur Auktion. Es wird sicher noch teurer. Es könnte sein, dass es für Google so teuer wird, dass Android einfach kein Geschäft mehr ist. Die Anti-Android Allianz kann Google aus dem Geschäft bieten, denn am Schluss werden die Patente vom Konsumenten bezahlt, ausser es gewinnt Google. Gewinnt Google und ist der Preis exorbitant hoch, wird auch Google Lizenzgebühren verlangen oder Android einstellen müssen. Das wäre es der Android Allianz allemal wert, hoch zu pokern. Google wird deshalb jede Patentauktion verlieren und die Anti-Android Allianz wird immer höhere Lizenzgebühren verlangen.

Eine persönliche Genugtung ist diese Entwicklung auf jeden Fall für Steve Jobs. Der damals Apple-Verwaltungsrat und Google CEO Eric Schmidt wusste von Apples iPhone Plänen und hat innerhalb von Google gleichzeitig Android entwickeln lassen. Voila, die Quittung. Vielleicht sollte Larry Page einfach einmal zum Infinite Loop herüberspatzieren und sich bei Steve entschuldigen. Vielleicht könnte dann eine Lösung gefunden werden. Sonst dreht sich das Patentkarusell ewig im Kreis herum. Noch besser wäre natürlich, die USA würden endlich einmal ein anständiges Patentgesetz durchs Parlament bringen. Aber die Herren dort sind ja zurzeit dabei das Land zu ruinieren und wollen dabei nicht gestört werden.

Serial Entrepreneur David Marcus macht wieder Kasse

von Reto Hartinger

Der Genfer David Marcus hat sich spezialisiert in Mobile und Bezahlsysteme. Sein erstes Unternehmen, die Echovox, hat er Anfang 2000 in Genf gegründet. Echovox befasste sich mit mobilem Datentransfer, inklusive Gebührenerfassung und -verrechnung. Reuters,  RTL und Edipresse gehörten zu den Kunden, die  Inhalte gegen Bezahlung in TV-Shows, Dating, Ratespielen  und Chats anboten.  Es zog David Marcus 2008 ins Silicon Valley um seine Beziehungen in der Telcowelt  weiter zu entwickeln und besser vermarkten zu können. Daraus entstand die Firma Zong, welche das Einkaufen via Handyrechnung ermöglicht. So können innerhalb einer Facebook-App oder von Online-Spielen in zwei Schritten digitale Güter gekauft werden. Ebay übernimmt für 240 Millionen Dollar Zong vollständig und nutzt Zong für den Bezahldienst Paypal.

Aus der Schweiz heraus wäre ein solcher Deal mit Paypal kaum möglich gewesen. Den Schritt über den Teich kann sich lohnen.

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