Wem sollten die Inhalte in einem Social Network gehören

Wem sollten die Inhalte in einem Social Network gehören?

Ich schreibe aus aktuellem Grund, denn schon wieder wurde ein Social Network auf eBay verkauft; Roodle.  

Nachfolgend ein paar Zahlen dazu:  

  • 1650 User
  • knapp 100‘000 gespeicherte Bilder
  • 2860 erstellte Alben
  • Entwicklungskosten: ca. EUR 10.000. —

Kurz und bündig: Alles drum und dran wurde für gerade mal 4‘110 Euro verkauft, was ein absoluter Spotpreis ist.  Der Käufer hat somit 100‘000 Bilder für gerade mal 4‘110 Euro ersteigert. Das macht 0.04 Euro pro Bild.

Die Problematik ist, dass diese (zum Teil sicherlich privaten Bilder) nun den Inhaber gewechselt haben und die User jetzt auf den ‘Goodwill’ des neuen Besitzers angewiesen sind.

Aus meiner Sicht darf so etwas nicht passieren, denn die Bilder sollten immer dem User gehören. Alles andere ist nicht akzeptabel für mein Verständniss.

Wir haben uns deshalb entschlossen, eine Organisationsform zu erschaffen, bei welcher das Wissen (also der Inhalt) dem User gehört. Dies ist möglich, indem wir Technologien und Inhalte organisatorisch trennen und die Inhalte in einem Verein verwalten. Mitglieder können diesem Verein beitreten und so über den Inhalt (welcher von der Community erarbeitet wurde) mitbestimmen. Das ist aus meiner heutigen Sicht ein faires Angebot wie mit Webinhalten umgegangen werden kann.

4 Kommentare

  1. Danke für’s nachfragen Daniel.

    Aus meiner heutigen Sicht würde ich für ein Social-Network welches Bilder verwaltet, Bilder und Technologie trennen.

    Es ist ein Verein zu gründen. Dieser Verein ist der Betreiber der Plattform. Diesem Verein können Mitglieder beitreten und via Online-Abstimmungen bei wichtige Fragen mitbestimmen.
    Für das Betreiben der Plattform braucht es auch Technologie. Diese wird durch eine Lizenz dem Verein zur verfügung gestellt von einem Dritten. So entsteht eine gewollte gegenseitige Abhängigkeit:
    – Der Lizenzgeber darf die Lizenz nicht anderen zur Verfügung stellen solange der Lizenznehmer (Verein) die Richtlinien nicht verletzt.
    – Der Lizenznehmer kann die Plattform ohne die Einwilligung der Community nicht verkaufen.
    – Der Lizenzgeber kann die Plattform ohne eine Änderung der Lizenz nicht verkaufen.
    – Ein Verkauf wie bei Roodle könnte nur geschehen wenn beide Parteien einverstanden sind. Die Bilder könnten auf einem anderen Portal wie Flickr weiter betreut werden und der Lizenzgeber kann seine Software wieder anderen zur Verfügung stellen wie z.B. mit einem “white label”

    Ich habe das Ei des Kolumbus in dieser Frage noch nicht gefunden und bin für weitere Inputs sehr dankbar.

  2. Zum Thema passender Artikel:

    Social Networks: Wem gehören deine Freunde?

    Gehören deine Freunde auf Social Network-Plattformen wie Facebook oder LinkedIn dir – oder deinem Arbeitgeber? Dieser Frage musste sich kürzlich ein britisches Gericht widmen. Der Personaldienstleister Hays verklagte einen früheren Mitarbeiter auf Herausgabe seines LinkedIn-Profils, nachdem der Mann gekündigt und ein eigenes Unternehmen gegründet hatte… lesen sie weiter weiterlesen

  3. Roger: Du bist absolut nicht alleine mit Deinem Verständnis der Sache! Ich emfinde AGB der Art “Euer Content gehört mir” als sittenwidrig. Punkt aus. Nicht social sondern assi.

    Ob es einen Verein als Lösung braucht, wage ich zu bezweifeln. Wenn, dann in der Gründungsphase. Wobei das die Sache auch verkompliziert und man sich (zumindest nach dem deutschen Vereinsrecht) ziemlich viel Bürokratie anhalst. Vorstand, Jahreshauptversammlungen, Kassenführung mit Prüfungs-Option durch das Amtsgericht, Satzung etc pp.

    Einfacher und machbarer ist da der administrative Weg.
    Ein Macher ist Inhaber und Boss. Wenn dieser sein Ego außen vor lässt und maximal passiv bleibt, ist da überhaupt kein Grund da, es zu verkomplizieren.
    Viele Köche verderben nunmal den Brei und wo es kein Kompetenz-Gerangel gibt, kann auch keine Plattform daran zerbrechen.

    Ich bin in einer freien Community “groß geworden”, die von einer Person administrativ geführt und von rund einem Dutzend Leuten moderiert wird.

    Es mag sicher auch am Geist des subkulturellen Umfeldes liegen, dass ein Verkauf ausgeschlossen ist und ohnehin im Aufstand enden würde, wenn man es doch wagte.

    Nach 10 Jahren wäre “diese Kiste” über 1 Mio Beiträge schwer, wenn nicht regelmäßig altes gelöscht würde. (MySQL hat auch Grenzen…). Da sind alleine über 10000 Gedichte gepostet, über 5000 Bilder von Mitgliedern und Ex-Membern über viele Jahre (und bei den Damen auch “Entwicklungsgrade” *grins* hinweg), bald 2000 Kunstwerke oder solche, die es sein wollen. Und das ohne, dass eine Software eigens dafür entwickelt worden wäre.

    Das ganze ist kostenlos und frei, bleibt frei und wird es auch bis zu seinem Ende bleiben.

    Es ist im übrigen keine Firma gewesen, die das Top-to-Bottom ins Leben rief. Es gibt keine AGB sondern nur die für Boards normalen Benutzungsbedinungen, Netiquette bzw. Regeln in verschiedenen (Unter)Foren.
    Wenn es eingriffe gibt seitens der Moderatoren, dann stets wegen Spammern oder trollhaftem Verhalten.

    An den User- bzw Zugriffszahlen gemessen, hat dieses Board seien Blütezeit hinter sich — viele wanderten ab z.B. in die Social-Networks. Das ist nicht unbedingt schlecht für das Klima. Maximales Wachstum verwässert irgendwann und sollte nicht automatisch als Ziel festgeschrieben sein. Bereicherung einiger weniger auf Kosten vieler auch nicht.

    Spannende Sache, die Du verlinkt hast, Roger.
    Viel Glück und Erfolg mit Eurem Projekt!
    Das mit dem Verein hat sicher Modell-Charakter.
    Ich hoffe, ihr habt in der Schweiz ein einfacheres Vereinsrecht als wir im Bürokraten-Land…

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