Google me – ein Facebook-Killer?

Die Gerüchteküche spricht über einen Facebook-Konkurrenten aus dem Hause Google. Es war schon ein bischen beschämend, dass Google im Bereich Social Media nichts zustande gebracht hat. Von Facebook geht eine reale Gefahr für Google aus. Erinnern wir uns, was das Wichtigste für Google ist, nein nicht wieviel Sucheläufe jemand auf Google macht, sondern wieviel Zeit mit Google und seinen Diensten verbracht wird. Darum geht das Internet Game. Facebook ist so stark geworden, dass es “das Internet” sein könnte. Wieso Applikationen ausserhalb von Facebook entwickeln, wenn die Surfer in Facebook sind und Facebook für eine virale Verbreitung sorgt? Dienste wie Youtube braucht es nur noch als Behälter/Speicher für Videos, abgespielt und verbreitet werden sie in Facebook und jettzt wo sich Facebook sogar noch über seine eigenen  Grenzen ausdehnt, wird es immer schlimmer für Google.

Wie ernsthaft kann Google die Stellung von Facebook überhaupt attakieren?

Google hat es mit Buzz nicht geschafft, einen Konkurrenten zu Twitter zu etablieren und Wave ist ein Lüftchen, reisst aber keine  Welle. Collaboration- und Social Media Ansätze sind auch in iGoogle eingebaut, doch niemand braucht sie. Googles Strategie ist glücklos, unbeholfen, könnte man sagen. Sie hecheln dem Markt hinterher. Ein weiteres Problem: die Produkte sind isoliert und nicht von einer Gesamtstrategie getragen. Das hängt mit der Unternehmenskultur von Google zusammen. Nicht das Management welches eine Gesamtsicht auf das Unternehmen und die Produkte hat, gibt vor was gemacht wird, sondern einzelne Ingenieure bringen Ideen hoch. Diese werden aufgenommen oder zurückgewiesen. Meist werkelt ein Team vor sich hin und zeigt, was es in x Monaten gemacht hat. Dann wird entschieden ob das Projekt mehr Ressourcen bekommt. Siehe Wave.

Was müsste bei Google me anders sein?

Mit Google me könnte es klappen, wenn es gelingt, dass wirklich alle Projekt-Teams zusammenarbeiten. Google hat ja jeden Content und kennt seine User. Aber wieso soll das Picasa- (Foto), Youtube- (Video), Buzz- (Twitterkopie), Blogger-, Orkut-,  Apps Engine, Docs-, Google Talk-Team und weiter zusammen arbeiten? Wieso sollen sie ein Produkt machen, das stärker ist als seine Einzelteile?

Google ist auch getrieben von einer Nein-Politik. Wenn jemand no sagt, geht das Ding nicht online. Das kann Security, User Experience oder weiss der Geier was sein. So zögern sich die Projekte endlos hin. Je mehr weiter Teams dazu kommen desto schwieriger wirds, denn jetzt kann jedes Einzelteil das Ganze blockieren.

Ich hoffe, dass Goolge das auf die Reihe kriegt oder es wird ein Schnellschuss auf den die User nicht gewartet haben.

3 Kommentare

  1. Ich finde es etwas übertrieben zu schreiben, Google hätte im Bereich Social Media nichts geschafft. Sie haben ja über 100 Millionen Nutzer auf Orkut und grosse Länder, die Orkut viel intensiver nutzen als Facebook.

  2. Mal ein bisschen Marketing-Philosophisch betrachtet:
    Kann es sein, dass Google keine Idee von seiner eigenen Unternehmensidentität hat – vulgo auch “Value Proposition” genannt- und darum über keine Richtschnur verfügt, die gerade bei Innovationsentwicklung so verdammt wichtig ist? Darum auch dieser Produkte-Eintopf… wenn ich nicht weiss, was für ein Laden ich bin, stelle ich einfach ein buntes Sammelsurium in meinen Shop. So gesehen ist Google ein Tante-Emma-Laden 2.0.

    Das Gegenbeispiel ist übrigens Apple… die wissen, was sie tun, und haben ein klares Bild von sich selbst. Und diese Bild ist nicht über die Produkte definiert!

  3. Ich glaube nicht, dass Orkut googleintern als Erfolg gilt – die sind nicht Stolz darauf.

    Bei Apple kommt das Produktedesign und -Strategie aus der Chefetage – auch wenn die Ideen unten generiert wurden – bei Google eben nicht.

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